HOME

Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Silicon Hill

Wenn Brüste zu groß, Gefängnisse zu ruhig und Ehen zu kurz sind - dann wissen Sie: stern.de berichtet auch diese Woche wieder aus der wunderbaren Welt der Promis.

Von Stefan Mielchen

Busenalarm in Beverly Hills: Die künftige Adoptivadelige Gina-Lisa Lohfink soll zur Förderung ihrer glanzvollen Filmkarriere obenrum abspecken: "Ihr Dekolleté soll schrumpfen, sonst hat sie keine Chancen", fordert Prinz Frédéric von Anhalt plötzlich von seiner Prinzessin. Zack, die Bohne! "Vier, fünf Zentimeter müssen weg", glaubt Prinz Peinlich, damit sein Mündel nicht zum Aschenputtel der Filmstudios wird, sondern anspruchsvolle Angebote bekommt. Dass dafür auch ein Ansatz von Ausbildung hilfreich sein könnte, scheint den Gatten von Zsa Zsa Gabor nicht zu scheren - Diva allein muss reichen. Und darauf versteht sich Gina-Lisa bereits bestens. "Meine Brüste bleiben, wie sie sind", bölkte sie Frédéric in dieser Woche an, bevor sie unter Tränen das Weite suchte. "Warum dreht sich immer alles um meine Brust?", fragte die angehende Oscarpreisträgerin noch zickig, ohne die Antwort abzuwarten. Dabei ist die ganz einfach: Weil dort die Substanz ist!

Doch vielleicht liegt von Anhalt auch goldrichtig. Denn bereits die Karrierepläne der Intelligenzbestie Daniela Katzenberger scheiterten in den USA bekanntlich am Silicon Valley. Und die Katze kann schließlich nicht nur dort dick auftragen. Die 25-Jährige hat auch eine solide Ausbildung vorzuweisen: ein Schmink-Abitur. Das Abschlusszeugnis ihrer Visagistenschule ziert sogar die Note "Sehr Gut" im Fach "Dekorative Kosmetik". Wie das passieren konnte, scheint ihrer Ausbilderin allerdings auch Jahre später noch ein Rätsel zu sein. Beim Besuch der Katze mit ihrem "Natürlich blond"-Team zeigte sich die Lehrerin in dieser Woche gnadenlos. Pediküre, Maniküre, Rupfen und Zupfen - sehr gut sah Daniela dabei nicht gerade aus. "Es ist alles wie früher", urteilte denn auch die Ausbilderin. "Nicht pünktlich, nicht ordentlich, keine Sachen dabei!" Und einen guten Rat gab sie der Katze gleich auch noch: "Bleib, was du bist, fang nicht mehr mit der Kosmetik an." Die Blondine nahm's gelassen und zeigte Verständnis für das harsche Urteil ihrer Lehrerin: "Vielleicht macht sie auch grad Diät, ist schwanger, hat ihre Periode - es kann ja alles mögliche sein." Genau, Dani - irgendwas ist ja immer!

Kein Schwein ruft mich an? Nicht bei Judith Rakers

Auch bei einer weiteren Blondine, die sich in dieser Woche ein paar ruhige Stunden abschminken konnte: "Tagesschau"-Sprecherin Judith Rakers. Die gebürtige Paderbornerin durfte einen Ausflug zur Fashion Week nach Berlin machen. So etwas muss man natürlich alle Welt wissen lassen! Zumal, weil man als wichtiger Mensch sofort ins Borchardt rennt, wenn man schon mal in die große Stadt kommt. Damit davon dann auch jeder Notiz nimmt, fotografierte La Rakers fix das Schnitzel, das sie auf dem Teller hatte. Doch dann passierte es: Rakers postete neben dem Schnitzel auch noch ihre Handynummer. Mehr als 5.000 Facebook-Freunde nahmen es erfreut zur Kenntnis, viele meldeten sich auch gleich mal. Bis auf einen, der lediglich in ihr Profil motzte: "Was man nicht alles tut, um in den Schlagzeilen zu stehen." Was natürlich nichts als eine plumpe Unterstellung ist.

Apropos plump: Selbstverständlich gibt es hierzulande auch männliche Blondinen. Und obwohl Ben Tewaag keinerlei Frisur mehr trägt, darf man den Sohn von Uschi Glas, der so gerne nicht der Sohn einer Prominenten wäre, hierunter subsumieren. Drogen, Beleidigungen und eine lockere Faust: Schätzchen jr. gerierte sich gern mal als echter Sympathieträger, was ihm zuletzt 18 Monate Knast eingebracht hatte und jetzt den ein oder anderen Talkshowauftritt sichert. Denn was wäre ein Promi-Söhnchen, wenn es aus diesem Stoff nicht noch eine eitle Selbstbespiegelung in Romanform zu Papier brächte! Und so lässt sich nun für 16,99 Euro nachlesen, wie der Bad Boy Benjamin zum geläuterten Good Guy wurde. Die Bösen sind natürlich mal wieder die anderen, die den Knast so unmenschlich machen. Für den Fall der Fälle lässt sich Tewaag allerdings ein Hintertürchen offen. Sein Alter Ego im Buch sagt: "Ich sitze noch im Gefängnis, aber ich bin noch selten in meinem Leben freier gewesen als an diesem Ort. Es geht mir gut. Ich bin ganz glücklich hier." Da scheint die Rückkehr wohl nicht ausgeschlossen.

Nico Schwanz und sein kleines Dingeling

War sonst noch was? Na klar! Noch eine Blondine machte diese Woche Schlagzeilen: Nico Schwanz will heiraten. Der 34-jährige Ex-Dschungelcamper machte der Mutter seines Sohnes Damian Dion einen Heiratsantrag im Tiroler Schnee. Da mochte die 23-jährige Nageldesignerin Juliett nicht nein sagen. Nachdem sie sich erst zierte, klappte schließlich der Trick mit dem kleinen Dingeling, das Schwanz ihr unter die Nase hielt: "Ich habe einen ganz schlichten Ring ausgesucht, der einen großen Stein oben drauf hat - halt so einen Diamanten oder so", verriet Nico den Trauzeugen von "Bunte.de", die bereits das Auf und Ab der beiden Turteltäubchen investigativ aufbereiten durften. Zuletzt hatte Schwanz dort geklagt: "Juliett hat mir das Herz gebrochen." Da hatte sie frustriert einen anderen geküsst, nachdem er sie zuvor betrogen hatte. Mit Blick auf die in Weiß und Pink geplante Hochzeit sagt er: "Juliett will es romantisch, und ich find das auch schön - man heiratet ja nur einmal." Na dann: Toi, toi, toi.

Stefan Mielchen