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Alexander Gerst: Vor Start ins All: "Macht euch keine Sorgen!"

Alexander Gerst fliegt am morgigen 6. Juni ins Weltall - alles Wissenswerte über den Astronauten, seine Vorbereitung und die TV-Übertragung.

Bestens vorbereitet für den Flug ins All: Astronaut Alexander Gerst

Bestens vorbereitet für den Flug ins All: Astronaut Alexander Gerst

"Star Wars", "Star Trek", "Guardians of the Galaxy", "Gravity", ... alles echte Erfolgsgeschichten, aber alles auch reine Fiktion. Anders sieht es bei Alexander Gerst (42, "So wirst du Astronaut!") aus. Der Geophysiker und ESA-Astronaut wird am morgigen Mittwoch (6. Juni) in einer Rakete von der Erde abheben und ins Weltall fliegen. Die kommenden sechs Monate wird er dann zum zweiten Mal in seinem Leben auf der Internationalen Raumstation ISS um die Erde kreisen.

Sein erster Weltraumeinsatz dauerte von 28. Mai bis 10. November 2014. Legendär ist sein Statement im Dezember desselben Jahres in der TV-Sendung "Menschen 2014" (ZDF):

"Wenn man hier unten aufwächst, kommt einem alles so unendlich groß vor. All das relativierte sich, wenn man sieht, dass unsere Erde nichts anderes ist, als eine Kugel und drum herum ist Schwarz", sagte der Star aus dem Weltall damals. Und weiter: Von dort oben aus könne man sowohl die "Zerstörung des Regenwalds, unserer grünen Lunge, als auch viele Kriege" sehen. "Grotesk", sei das, so Gerst, denn: "Wie würden wir jemandem erklären, was wir Menschen da auf unserem Planeten machen, wo es doch unser einziger kleiner Heimatplanet ist?"

In diesem Sinne darf man gespannt sein, welche Erkenntnis er diesmal aus den unendlichen Weiten des Weltraums mitbringt...

Was nimmt "Astro Alex" mit ins All und wie hält er Kontakt?

Was der gebürtige Künzelsauer, Baden-Württemberg, mit ins Weltall nimmt, hat er vorab schon mal verraten. Neben Fotos, dem Wappen seiner Heimatstadt, T-Shirts mit Erinnerungswert und anderen Dingen, wird auch "ein Stück der Berliner Mauer" im Gepäck sein. Bei der ersten Mission hatte er ein Stück vom Kölner Dom dabei.

Wie auf der Pressekonferenz zur Mission Mitte April in Köln ebenfalls bekannt gegeben wurde, wird Gerst sich wieder regelmäßig aus dem All melden. Als Kommandant wisse er zwar noch nicht, wie viel Zeit er dafür haben werde. Das ein oder andere Bild werde er aber sicherlich schicken können, versprach er. Die Hälfte der Zeit auf der ISS wird er als erster Deutscher der Kommandant der Raumstation sein.

Aktuell postete er bereits Dinge auf seinem Facebook-Account, die ihn in den letzten Stunden vor dem Abflug beschäftigen, wie zum Beispiel den überraschend simplen "Zündschlüssel für unsere Rakete- Soyuz". Auch via Twitter hält "Astro Alex" seine Follower auf dem Laufenden. Seinem Account folgen mehr als eine Million User.

Die Live-Übertragungen im TV

Der Sender Welt, vormals N24, berichtet in einer zweistündigen Sondersendung von 12:00 bis 14:00 Uhr über den Start der Rakete, die voraussichtlich um 13.12 Uhr MESZ im kasachischen Baikonur die Erde verlassen soll. Unter anderem kommentiert Weltraum-Experte und Astronaut Prof. Dr. Ulrich Walter, Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität München, die Bilder.

Der Sender ARD-alpha zeigt ab 12:00 Uhr die Gerst-Doku "My home is my ISS" (2014). Ab 12:30 Uhr gibt es die Live-Sendung "Alexander Gerst startet ins All".

Der Sender n-tv ist ebenfalls ab 12.30 Uhr mit einem "News Spezial: Alexander Gerst auf dem Weg zur ISS" live beim "Lift off" der Raumkapsel dabei.

Der Sender Phoenix steigt etwas später mit der live-Berichterstattung über Alexander Gersts Raummission ein. Gesendet wird zwischen 12:45 und 15:00 Uhr.

Das umfangreichste Programm rund um Alexander Gersts Reise ins All hat sich aber sicherlich das ZDF einfallen lassen. Neben einigen Sendungen, die schon ausgestrahlt wurden, aber noch in der Mediathek verfügbar sind, zeigt der Sender ab 23.35 Uhr unter dem Motto "Nacht der Raumfahrt" jede Menge sehenswerte Dokus wie "Aufbruch zu neuen Horizonten", "Aliens: Der erste Kontakt", "Botschafter im All: Voyager", ...

Wie fühlt sich der Start für den Astronauten an?

Zurück zu Alexander Gerst persönlich: Wie ist es eigentlich, wenn man drei Minuten vor dem Start in der Raketenspitze sitzt, und man weiß, dass die Triebwerke mit 26 Millionen PS gleich unter einem losgehen? "Als Astronaut schafft man es ganz gut, das in diesem Moment beiseitezuschieben", sagt Gerst im Interview mit dem ZDF. "Wichtiger ist es mir immer, dass meine Angehörigen beruhigt sind."

Um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein, seien die russischen Rettungskräfte vor Ort - Helikopter, Allradfahrzeuge und Schiffe mit mehr als 1000 Menschen, erzählt Gerst weiter. Für ihn sei es eine faszinierende Vorstellung, dass in diesem Moment so viele mit ihnen mitfieberten und bereit seien, ihnen zu helfen.

Es sei aber auch beruhigend, wenn man seiner Familie ein letztes Mal in die Augen schaue und sage: "Passt schon, es wird alles gut, wir sprechen uns bald von der Raumstation, ich ruf' euch an, macht euch keine Sorgen", verrät der Mann mit den körperlich, intellektuell und mental außergewöhnlichen Fähigkeiten.

SpotOnNews