Alina Kabajewa Turnte sie sich in Putins Herz?


Wladimir Putin hat angeblich eine neue Frau an seiner Seite: Alina Kabajewa. Die Turnerin ist süße 24 Jahre jung, dekoriert mit einer Goldmedaille und räkelt sich gern auf Magazintiteln. Doch nur wenige russische Medien wagen die Berichterstattung über das heikle Thema - dabei soll Putin bereits seit Februar geschieden sein.
Von Andreas Albes, Moskau

Das letzte Mal, als Alina Kabajewa Schlagzeilen machte, räkelte sie sich gänzlich unbekleidet auf einem Luchsfell für das Männermagazin "Maxim". Kabajewa, 24, ist eine Berühmtheit in Russland. 2004 errang sie bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille in Rhythmischer Gymnastik, einer Sportart, die in ihrer Heimat höchst beliebt ist. Die erotischen und sehr ästhetischen Bilder der zierlichen, brünetten Schönheit mit russisch-usbekischen Wurzeln könnten bald ähnlichen Sensationswert erreichen wie die jüngsten Nacktaufnahmen der französischen Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy. Wenn es nämlich stimmt, was einige russische Medien vermelden, hat die junge Dame ein Verhältnis mit dem 30 Jahre älteren Wladimir Putin.

Nun ist es nicht so, dass Alina Kabajewa auf allen Titelseiten in Russland abgebildet ist. Das Thema ist delikat und wird entsprechend zurückhaltend behandelt. Es war ein vergleichsweise kleines Blatt namens "Moskowskij Korrespondent", das die Nachricht der angeblichen Liaison unters Volk brachte. Seitdem wird sie vor allem von unabhängigen Internetzeitungen aufgegriffen. Das Staatsfernsehen, ebenso die großen russischen Tageszeitungen hüllen sich dagegen in Schweigen. Was aber nicht heißen muss, dass an der Geschichte nichts dran ist.

Lovestory im Ausverkauf

Politiker und Journalisten aus Putins Umfeld tratschen schon lange darüber, dass es um die Ehe des ersten Mannes im Land nicht mehr zum Besten steht. Während andere Staatschefs ihre Ehefrauen und -männer wenigstens gelegentlich zärtlich bei der Hand nehmen, so heißt es, würde Putin seine Ludmilla "eher kühl" behandeln. Außer bei hoch offiziellen Anlässen tauche sie ohnehin kaum noch auf. Als George W. Bush kürzlich auf Stippvisite nach Russland reiste, habe sich die russische First Lady gar nicht blicken lassen. Man sagt, sie würde viel Zeit in Sotschi verbringen, wo man sie manchmal auf einem Wasserbob übers Schwarze Meer flitzen sieht.

Ein weiteres Indiz dafür, dass es mit der Präsidenten-Ehe vorbei sein könnte, soll das Schicksal eines Spielfilms sein, der über Wladimir und Ludmilla Putin gedreht wurde. Das Werk mit dem Titel "Kuss unter Ausschluss der Presse" schildert in kitschiger Aufmachung, wie ein junger KGB-Agent aus St. Petersburg einer charmanten Stewardess den Hof macht. Die anrührendste Szene spielt auf einer Wiese: Der Agent hat seine Stewardess inzwischen geheiratet und es zum Präsidenten gebracht; die zwei sitzen im Gras und küssen sich zärtlich, da zieht die Kamera auf, und man sieht, dass ringsum in den Büschen Leibwächter sitzen. Der Film, der sicher hohe Einschaltquoten erzielt hätte, wurde sämtlichen Fernsehkanälen angeboten - doch alle lehnten ab. Schlussendlich wurde er zum vergangenen Valentinstag für ein paar Euro auf DVD verkauft.

Hier passiert nichts zufällig

Glaubt man dem Bericht des "Moskowskij Korrespondent", ist Putin bereits seit Februar geschieden. Als Hochzeitstermin mit der sexy Alina Kabajewa stehe der 15. Juni fest. Im Zuge der Vorbereitungen für die Feierlichkeit, so das Blatt, sei die Information durchgesickert. Der Chef eines Event-Unternehmens, das sich um die Ausrichtung der Party im Petersburger Konstantin-Palast bewarb, habe geplaudert. Darauf angesprochen, will die Eventagentur namens "Karneval Stil" allerdings nichts davon wissen.

Wenn in Russland eine so pikante Information wie die über die angebliche Liebschaft des Präsidenten an die Öffentlichkeit gelangt, darf dahinter getrost politisches Kalkül vermutet werden. In der streng kontrollierten Medien-Welt würde keine Zeitung dieses Risiko eingehen, ohne sich nicht - wie die Russen sagen - "unter einem schützenden Dach" zu wissen. Die Frage ist, wer hat die Veröffentlichung lanciert? Auch Putin hat mächtige Gegner. Seit das Ende seiner Präsidentschaft absehbar ist, wurden immer wieder kompromittierende Geschichten gegen ihn verbreitet, vor allem über sein angebliches Millionenvermögen.

Macht macht sexy

Wie das Gerücht über die Affäre mit der 24-jährigen Kabajewa von der Bevölkerung aufgenommen wird, ist schwer zu sagen. Putins Sympathiewerte sind in den vergangenen Wochen abermals auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Generell sind die Russen zwar konservativ, aber warum sollten sie ihrem Präsidenten die Liaison nicht verzeihen? Macht macht sexy - und mächtig ist Putin allemal. Außerdem ist es in Russland nichts Ungewöhnliches, dass ältere Männer viel jüngere Frauen haben.

Es ehrt Putin sogar ein wenig, dass man ihm gelegentlich Flirts und Affären mit den hübschesten Frauen des Landes andichtete, zuletzt mit einer ehemaligen Basketballspielerin, die heute als Moderatorin arbeitet. Journalisten aus dem Kreml-Pool erzählen, dass die Präsidenten-Administration schon vor Jahren einer sehr attraktiven Reporterin, die Putin stets etwas zu lange in die Augen sah, den weiteren Kontakt zu ihm verbot. Vorsorglich. Die Begründung lautete: "Wir brauchen keine russische Monika Lewinsky."

Alina Kabajewa hat trotz der erotischen Fotos in den vergangenen Monaten alles getan, um sich ein seriöses Image zuzulegen. Ihre sportliche Karriere musste sie wegen einer Knie-Verletzung beenden. Seitdem wurde sie - übrigens auf Putins Initiative - in die russische Bürgerkammer berufen. Außerdem ist sie seit Dezember Abgeordnete der Staats-Duma für die Einheitspartei "Einiges Russland" sowie stellvertretende Vorsitzende des Jugendausschusses. Ihr Pressesprecher sagte auf Anfrage, ob an den Heiratsplänen etwas dran sei, "net". Und auch Kabajewa Vater, ein ehemaliger usbekischer Fußballnationalspieler, wusste von nichts. "Aber", meinte er, "wenn meine Tochter Putin heiratet, wäre das sehr schön."


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