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Im Zeugenstand Todesdrohungen und Panikattacken: Amber Heard beschreibt ihr Leben nach Johnny Depp

Johnny Depp und Amber Heard
Amber Heard am Donnerstag im Zeugenstand
© Michael Reynolds / Picture Alliance
Während ihres letzten Auftritts im Zeugenstand erklärte Amber Heard, welche Auswirkungen die öffentliche Schlammschlacht mit Johnny Depp auf ihr Leben gehabt hat. 

Seit sechs Jahren schon streiten sich Amber Heard und Johnny Depp öffentlich. Nachdem die Schauspielerin im Mai 2016 eine einstweilige Verfügung gegen ihren damaligen Ehemann einreichte und ihm häusliche Gewalt vorwarf, einigte man sich im August 2016 zwar, doch damit hatte das Drama kein Ende. 

Amber Heard berichtet von Todesdrohungen

Momentan befinden sie sich im zweiten Gerichtsprozess. Den Ersten führte Johnny Depp gegen eine britische Zeitungsgruppe, weil er in einem Artikel der "Sun" als "Frauenschläger" bezeichnet wurde. Aktuell bekriegen sich Heard und Depp in den USA. Beide haben sich gegenseitig auf Verleumdung verklagt. 

Bei ihrem letzten Auftritt im Zeugenstand am Donnerstag erzählte Amber Heard unter Tränen, dass sie "regelmäßig, wenn nicht sogar täglich, Hunderte von Todesdrohungen" bekäme. Seit Beginn des aktuellen Prozesses seien es sogar Tausende. "Die Leute machen sich lustig – machen sich lustig über meine Aussage, dass ich angegriffen wurde. Es war quälend. Quälend, schmerzhaft und das Erniedrigendste, was ich je durchmachen musste", erklärte sie schluchzend. Auch ihr Umfeld sei stark betroffen. "Die Leute wollen mein Baby in die Mikrowelle stecken, und das sagen sie mir auch", sagte der "Aquaman"-Star. "Das ist furchtbar. Es ist schmerzhaft. Und es ist erniedrigend für jeden Menschen, das durchzumachen." Von ihrem Ex-Mann wolle sie "einfach nur allein gelassen" werden. 

Tatsächlich mehren sich seit Prozessbeginn die Social-Media-Postings unter dem Hashtag "Justice for Johnny Depp" ("Gerechtigkeit für Johnny Depp"). Besonders auf Tik Tok sind die Fans des Schauspielers in der Überzahl. 

Panikattacken und Traumata

Doch nicht nur die Todesdrohungen machen Heard zu schaffen. Auch die angebliche Gewalt, die sie in der Ehe mit Depp erlebt habe, zeige Folgen. "Ich muss mit dem Trauma und dem Schaden, der mir zugefügt wurde, leben. Meine Freunde müssen mit einer Reihe von unausgesprochenen Regeln leben, die besagen, dass sie mich nicht erschrecken dürfen, dass sie mich nicht anfassen dürfen, dass sie mich nicht überraschen dürfen", erklärte Heard. Auch ihre Partner müssten Regeln folgen, genauso wie Gynäkologen. Heard wirft Depp unter anderem sexualisierte Gewalt vor. 

"Ich lebe mein Leben mit diesen Regeln, an die ich mich halten muss, an die sich meine Freunde halten müssen, damit ich keine Panikattacke oder ein auslösendes Ereignis bekomme, bei dem ich das Trauma wieder erlebe", sagte sie im Zeugenstand. 

Johnny Depp hat in seinen Aussagen mehrfach beteuert, seine Ex-Frau nie geschlagen zu haben. Im Gegenteil: Er behauptet, die Gewalt in der Ehe sei stets von ihr ausgegangen. 

ls

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