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Rolling-Stones-Schlagzeuger Eheglück statt Rock'n'Roll-Lifestyle: Charlie Watts war seit 1964 mit derselben Frau verheiratet

Charlie Watts und seine Ehefrau Shirley
Im vergangenen August besuchte Charlie Watts zusammen mit seiner Ehefrau Shirley eine Pferdeauktion im polnischen Janów Podlaski. Das Paar war von 1964 bis zu Watts' Tod verheiratet.
© Wojciech Pacewicz/PAP/epa / DPA
Während seine Bandmitglieder wilde Jahre durchlebten und häufig die Partnerinnen wechselten, war Rolling-Stones-Drummer Charlie Watts ein Leben lang mit einer Frau verheiratet - und verhalt damit auch seiner Band zu Stabilität.

Wie ein Metronom hielt er die Rolling Stones mit seinem präzisen Schlagzeugspiel zusammen. Doch auch privat war der am Dienstag im Alter von 80 Jahren verstorbene Charlie Watts der Ruhepol der wilden Rockband. Was vor allem in seinem Privatleben begründet lag: Während die übrigen Stones ein durchaus abwechslungsreiches Beziehungsleben führten und zahllose Partnerschaften und Affären hatten, gab es im Leben von Watts nur eine Frau: die drei Jahre ältere Shirley Ann Shepherd.

Die beiden lernten sich kennen, noch bevor die Stones erste Erfolge feierten, als das Paar im Oktober 1964 heiratete, hatte die Band gerade mit "Little Red Rooster" ihre zweite Nummer-1-Single in Großbritannien veröffentlicht, der große Durchbruch in den USA stand noch bevor. 

Vielleicht ist das der Grund für die in der Musikbranche kaum gekannte Stabilität der Beziehung - Shirley kannte Charlie schon, als er noch unbekannt war. Er musste nie befürchten, sie liebe ihn nur wegen seines Ruhms. 

Mick Jagger und Keith Richards lebten wild

Als im März 1968 Tochter Seraphina geboren wurde, war Bandkollege Mick Jagger gerade mit der verheirateten Marianne Faithfull liiert, die zudem ein Kind mit in die Beziehung brachte. Drei Jahre später heiratete Jagger in St. Tropez das Model Bianca Pérez-Mora Macías - die Ehe hielt immerhin ein knappes Jahrzehnt. 

Noch wilder das Leben von Keith Richards in jenen Jahren: der war zum Zeitpunkt von Watts' Eheschließung noch mit dem Model Linda Keith liiert, spannte dann aber seinem Bandkollegen Brian Jones die Schauspielerin Anita Pallenberg aus - mit der er drei Kinder bekam. Was ihn freilich nicht daran hinderte, sich mit anderen Frauen zu vergnügen - darunter dem deutschen Model Uschi Obermaier - die wiederum laut ihrer Autobiografie auch eine Affäre mit Mick Jagger gehabt hat.

Aus seiner Ehe mit dem Model Patti Hansen stammen zwei weitere Töchter, insgesamt kommt Richards auf fünf Enkelkinder. Jagger ist dagegen Vater von acht Kindern, dazu kommen vier Enkel und zwei Urenkel.

Charlie Watts lebte zurückgezogen

Deutlich ruhiger verlief dagegen das Familienleben von Charlie und Shirley Watts: Es blieb bei der einen Tochter, die auch wiederum eine Tochter zur Welt brachte. Charlotte ist Charlie Watts einziges Enkelkind. 

Wie wild die frühen Jahre der Rolling Stones waren, darüber gibt Bassist Bill Wyman in seiner Biografie "Stone Alone" Auskunft. In einem Bandmeeting hätten die Musiker 1965 mit ihren Groupies geprahlt: "Ich hatte 278 Mädchen, Brian Jones 130, Mick um die 30, Keith 6 und Charlie keines."

Das war 1965 - die schlimmsten Jahre lagen da noch vor ihnen. Doch glaubt man den Klatschmagazinen wie Biografen, so blieb Watts sein Leben lang seiner Shirley treu. Das Rockstar-Leben soll ihn angeödet haben, die Familie scheute das grelle Großstadtleben von Metropolen wie London oder New York, zog stattdessen in das im Südwesten Englands gelegene Städtchen Dolton, wo er auf einem Gestüt Araber-Hengste züchtete. 

Vielleicht war es diese Bodenständigkeit, die dafür sorgte, dass die Rolling Stones nicht abhoben. Künftig werden sie ohne Charlie Watts am Boden bleiben müssen.

che

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