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Podcast "Paardiologie": Ihr Podcast gewinnt einen Preis – doch Charlotte Roche macht sich Gedanken über Hämorrhoiden

Nicht eine, nein zwei Auszeichnungen gab es beim Deutschen Podcastpreis für "Paardiologie". Während sich ihr Mann freute, machte sich Charlotte Roche so ihre Gedanken.

Charlotte Roche

Charlotte Roche

DPA

Das Coronavirus hat Deutschland fest im Griff und zwingt die Menschen dazu, viel Zeit zuhause und mit ihrer Familie zu verbringen. Nicht für alle ist das eine schlechte Sache. Der lange Zeit kriselnden Beziehung zwischen Charlotte Roche und ihrem Mann hat die verordnete Zweisamkeit sogar sichtlich gut getan: "Ich finde, dass wir gerade richtig gut klar kommen", sagt Martin Keß-Roche in der aktuellen Folge von "Paardiologie".

Dass die Ruhe Gutes mit sich bringt, findet auch seine Frau. Die sonst so quirlige und aktive Autorin denkt darüber nach, wie sie die viele Zeit sinnvoll nutzen kann. Und denkt dabei an die vielen YouTube-Tutorials, in denen man etwas Neues lernen kann. Etwa Atemübungen gegen Angst, oder Tai Chi. So bietet die Krise vielen auch die einmalige Chance, etwas Neues zu probieren.

Das war nicht die einzig positive Erkenntnis für das Paar. Ein Anruf brachte die gute Nachricht, dass "Paardiologie" den Deutschen Podcastpreis gewonnen hat. Und das in zwei Kategorien: bestes Talkteam und beste Newcomer. Letzteres brachte Martin Keß-Roche eine besondere Freude: Dass er mit 56 den Preis als bester Newcomer bekomme, hätte er sich auch nicht träumen lassen.

Zwei Auszeichnungen für "Paardiologie"

Der Überbringer der frohen Botschaft war übrigens Micky Beisenherz, für den Keß-Roche seither nur gute Worte übrig hat und den er für immer lieben wird, wie er sagt. Charlotte Roche ist diese Schwärmerei suspekt und vergleicht das Gefühl mit dem Stockholm-Syndrom. Ihr Mann findet dagegen einen anderen Vergleich: Das sei so, wie wenn man den Überbringer einer schlechten Nachricht köpft - nur umgekehrt.

Beide sind - völlig zu Recht - stolz auf ihre gemeinsame Auszeichnung. Ein Thema, das Charlotte offenbar schon länger beschäftigt: Sie neidet ihrem Mann den deutschen Fernsehpreis. "Als wir zusammen gekommen sind vor 18 Jahren, da hattest du den schon", sagt sie. "Und die Goldene Rose von Montreux."

Charlotte Roche und der Deutsche Fernsehpreis

Ihm ist diese Aufzählung seiner Erfolge unangenehm. "Für mich zählt nur die silberne Tanznadel und der Podcastpreis. Alle anderen Preise können mir gestohlen bleiben", sagt der Medienmanager und zitiert den Regisseur Billy Wilder, der einmal gesagt hat: "Auszeichnungen und Preise sind wie Hämorrhoiden. Früher oder später bekommt sie jedes Arschloch." Das bringt Charlotte Roche ins Grübeln: "Was heißt das für mich, die keinen Fernsehpreis hat?" fragt sie, und spekuliert: "Will ich Hämorrhoiden, hab aber nicht den Arsch dafür?" 

Charlotte Roche

Immerhin findet sie auch bei diesem Thema wieder etwas Positives: Sie weiß, wie man "Hämorrhoiden" richtig schreibt - es ist eines der häufigsten Wörter in ihrem ersten Roman "Feuchtgebiete". Immerhin wissen wir jetzt, wozu das Schreiben dieses Buches gut war.

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