Chuck Norris ist tot
Bekannt für Witze und beinharte Actionrollen

Chuck Norris ist im Alter von 86 Jahren gestorben.
Chuck Norris ist im Alter von 86 Jahren gestorben.
© imago images/Photo News / Nancy Ellison
Chuck Norris kämpfte gegen Bruce Lee und ging als verlässliche Pointe in die Popkultur ein. Jetzt ist er im Alter von 86 Jahren gestorben.

Actionstar Chuck Norris ist am 19. März im Alter von 86 Jahren gestorben. Die Todesnachricht teilte seine Familie mit. Eine Todesursache wird nicht genannt. Der Verstorbene wird in der Mitteilung als "ein Kampfkünstler, ein Schauspieler und ein Symbol der Stärke" bezeichnet.

Chuck Norris hinterlässt in der Filmgeschichte und Popkultur ein immenses Erbe. Im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere hatte sich Carlos Ray Norris, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, vielfach neu erfunden. Nicht nur als Kampfkünstler und Kampfkunstlehrer der Hollywoodstars war er erfolgreich. Er schaffte auch selbst den Sprung auf die Kinoleinwand - und wurde als universelle Pointe in den berühmten Chuck-Norris-Witzen legendär.

Kämpfte gegen Bruce Lee

Der Legende nach kam der junge Norris als US-Soldat in Südkorea mit asiatischen Kampfkünsten in Berührung. Zurück in den USA eröffnete er dann eine Kette von Karateschulen. Berühmte Persönlichkeiten wie Steve McQueen (1930-1980) oder Priscilla Presley (80) lernten dort von ihm. Eine erste kleine Schauspielrolle konnte Norris 1969 im Dean-Martin-Film "Rollkommando" (Originaltitel: "The Wrecking Crew") ergattern. Unsterblich wurde er jedoch durch einen Kampf mit dem viel zu jung verstorbenen Bruce Lee (1940-1973) in "Die Todeskralle schlägt wieder zu" (Originaltitel: "The Way of the Dragon") von 1972.

Star des maskulinen Actionkinos der 1980er Jahre

Sein einstiger Karateschüler McQueen soll ihm laut des US-Magazins "Variety" zudem dazu geraten haben, Schauspielunterricht zu nehmen. Seine große Zeit auf der Leinwand begann dann gegen Ende der 1970er und in den 1980er Jahren. Er war einer jener hypermaskulinen Actionhelden, die für die Epoche prägend wurden.

Im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen wie Arnold Schwarzenegger (78), Bruce Willis (71) oder Jackie Chan (71) glänzte er jedoch nie mit Selbstironie oder Humor. Während etwa "Arnie" im Folgejahrzehnt auch in Komödien wie "True Lies - Wahre Lügen" oder "Junior" zu sehen war, scheiterte Chuck Norris in Werken wie "Top Dog" grandios an der eigenen Weiterentwicklung. Zeit seines Filmschaffens blieb er daher ein wenig belächelt.

Denn spielen, da waren sich Publikum und Kritiker einig, konnte er im Grunde nur sich selbst - in trashigen Action-, Martial-Arts- und Kriegsfilmen wie "Missing in Action", "Delta Force" oder "McQuade, der Wolf", aus dem sich später die überaus erfolgreiche TV-Serie "Walker, Texas Ranger" entwickeln sollte.

Wandelnde Pointe

"Walker" rettete Norris' respektable Schauspielkarriere in die 1990er Jahre hinüber. Doch es waren die eingangs erwähnten Chuck-Norris-Witze, die ihn in der entstehenden Pop- und Memekultur der 2000er Jahre unsterblich werden ließen - als Norris' Schauspielkarriere gerade am Ausklingen war.

"Chuck Norris' Gesicht sollte auf dem Mount Rushmore zu sehen sein, aber der Granit war nicht hart genug für seinen Bart", lautet etwa der Chuck-Norris-Witz, der dem Actionstar nach eigener Aussage selbst am besten gefiel.

Ein weiterer: "Chuck Norris hat einmal 37 Terroristen mit zwei Kugeln getötet. Die erste Kugel war ein Warnschuss." Oder: "Chuck Norris kann chinesisches Essen mit einem Stäbchen essen."

Auf diesen Trend sprang der geschäftstüchtige Norris zu Lebzeiten gleich selbst auf - und veröffentlichte 2009 ein Buch über seine 101 besten Witze. Auch Selbsthilfetipps, eine Autobiografie sowie Trainingsanleitungen gab es von ihm in Buchform zu lesen.

In seinem Heimatland, den Vereinigten Staaten, war Norris darüber hinaus auch als Werbefigur überaus präsent. So trat er etwa über Jahre in Werbesendungen für das Trainingsequipment "Total Gym" auf oder versuchte, eine Jeans an den Mann zu bringen, in der sich auch einer seiner legendären Roundhouse-Kicks problemlos ausführen lassen soll.

Problematische politische Ansichten und Rückzug aus dem Filmgeschäft

Nur auf der Kinoleinwand und dem heimischen Bildschirm war Norris nicht mehr so präsent. Zwischen 2005 und 2012 übernahm er keine neuen Schauspiel-Engagements. In "The Expendables 2" kehrte er dann jedoch an der Seite von anderen gealterten Actionrecken wie Sylvester Stallone, Dolph Lundgren, Jean-Claude Van Damme, Bruce Willis oder Arnold Schwarzenegger zurück und legte einen wunderbar selbstironischen doppelten Kurzauftritt hin.

In den vergangenen Jahrzehnten soll sich Norris auch um seine zweite Ehefrau Gena O'Kelley (62) gekümmert haben, die schwer erkrankt unter Nierenproblemen und Nervenschmerzen litt.

Mit seinen politischen Ansichten rief der erklärte Gegner der Evolutionslehre allerdings oftmals Kopfschütteln hervor. So warnte er etwa im Jahr 2012, dass eine Wiederwahl Barack Obamas "1.000 Jahre der Finsternis" bringen würde, und befürchtete im Jahr 2015, dass die US-Bundesregierung plane, den Bundesstaat Texas zu übernehmen. Schon in dem Jahr, als ein gewisser Donald Trump (79) seine goldene Rolltreppe im Trump Tower hinunterfuhr und erklärte, Präsident der USA werden zu wollen, war Norris Verschwörungserzählungen zugeneigt und verfasste noch in den vergangenen Jahren regelmäßig Beiträge für das rechtsgerichtete Internetportal "WorldNetDaily".

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