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Sexueller Missbrauch Evan Rachel Woods Vorwürfe gegen Marilyn Manson: Die Macht des großen Namens

Evan Rachel Wood und Marilyn Manson
Evan Rachel Wood und Marilyn Manson waren knapp vier Jahre lang zusammen. Zu Beginn der Beziehung war Wood erst 19 Jahre alt. 
© Scott Wintrow / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / AFP
Nachdem sie bereits vor Jahren verraten hat, in einer Ex-Beziehung vergewaltigt worden zu sein, nannte Evan Rachel Wood jetzt ihren mutmaßlichen Peiniger beim Namen: Brian Warner alias Marilyn Manson. Der Musiker streitet die Vorwürfe ab. Doch mittlerweile sind vier weitere Frauen an die Öffentlichkeit gegangen.

Es war im Sommer 2017, als die "New York Times"-Journalistinnen Jodi Kantor und Megan Twohey wussten, dass sie den Ex-Filmproduzenten Harvey Weinstein drankriegen könnten. Denn erst dann bekamen sie nach zahlreichen Nachfragen die Bestätigung von Gwyneth Paltrow. Die Oscarpreisträgerin versicherte Kantor und Twohey, sie zu unterstützen, sie selbst habe Weinsteins kriminelle Seite mitbekommen und war selbst Opfer seiner Gewalt gewesen.

Ein Durchbruch für Kantor und Twohey, denn einen berühmten Namen wie Paltrow auf der eigenen Seite zu wissen, machte unweigerlich den Weg für weitere Frauen frei.

Evan Rachel Wood nennt Marilyn Manson als ihren Peiniger

Frauen, die sich bislang nicht getraut hatten, an die Öffentlichkeit zu gehen, weil sie um ihre Karrieren fürchteten, um das Wohl ihrer Familien, um den eigenen Ruf. Eine ähnliche Dynamik ist gerade im Fall Marilyn Manson zu erkennen. 

Am Montag veröffentlichte Schauspielerin Evan Rachel Wood auf ihrem Instagram-Profil ein Statement, in dem sie schrieb: "Der Name meines Peinigers ist Brian Warner, der Welt auch als Marilyn Manson bekannt. Er fing an mich mit Hintergedanken zu kontaktieren, als ich ein Teenager war und missbrauchte mich jahrelang schrecklich." Sie wolle nicht mehr "in Angst vor Vergeltung, Verleumdung oder Erpressung" leben. Im Zuge dessen haben mittlerweile vier weitere Frauen Vorwürfe gegen Manson geäußert, alle ähneln einander insofern, als dass die Frauen aussagen, der Musiker habe sie über Jahre manipuliert und missbraucht.

Manson selbst streitet alle Vorwürfe ab. "Offensichtlich waren meine Kunst und mein Leben lange Magneten für Kontroversen. Aber diese aktuellen Behauptungen über mich sind schreckliche Verzerrungen der Wirklichkeit. Meine intimen Beziehungen waren immer gänzlich einvernehmlich mit gleichgesinnten Partnern. Unabhängig davon, wie – und warum – andere sich jetzt entscheiden, die Vergangenheit falsch darzustellen, ist das die Wahrheit", ließ er wissen. Sein Plattenlabel hat ihn mittlerweile fallengelassen. 

Sexueller Missbrauch: Evan Rachel Woods Vorwürfe gegen Marilyn Manson: Die Macht des großen Namens

Die Macht des großen Namens

Evan Rachel Wood hat sich mit ihrer öffentlichen Aussage nicht nur selbst das Leid von der Seele geschrieben. Ihr Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen, nachdem sie bereits vor Jahren erzählt hatte, in einer ehemaligen Beziehung vergewaltigt worden zu sein, ist beachtlich. Denn wie schon Paltrow im Fall Weinstein hat sie als bekannte, berühmte Frau die Macht, anderen Frauen den Weg freizuräumen. All jenen, deren Vorwürfe von mächtigen Plattenfirmen im Keim erstickt würden, oder die von Teilen der Öffentlichkeit als ruhmessüchtig oder profitgierig bezeichnet werden würden. 

Wood selbst haderte mit ihrer Entscheidung, den Namen ihres mutmaßlichen Peinigers zu verschweigen. Als die "MeToo"-Debatte im Oktober 2017 an Fahrt aufnahm, äußerte sie sich in einem Interview. "Die Leute fragen sich, warum nicht mehr Frauen früher nach vorne kommen, und warum, in einer Menge dieser Fälle, eine Frau nach vorne tritt und dann viele Frauen nach vorne treten und dann die Schleusen geöffnet, werden" sagte sie damals. "Sie fühlen sich nicht sicher genug, um das zu tun, Punkt. Und ich bin auch daran schuldig, weil ich meine Peiniger nicht benannt habe. Diesen Prozess zu beginnen ist eine emotional auszehrende, finanziell auszehrende Sache, die man tun und durchmachen muss, und ich will es tun, wenn ich bereit bin", erklärte sie. 

Die Hollywood-Schauspielerin hat nun selbst die Schleusen geöffnet, von denen sie damals gesprochen hat. Sind die vielen MeToo-Fälle der vergangenen Jahre ein Indikator, werden ihr noch weitere mutmaßliche Opfer folgen. 


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