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Fall Moshammer: Mutmaßlicher Moshammer-Mörder angeklagt

Knapp ein halbes Jahr nach dem Mord an dem Münchner Modezaren Rudolph Moshammer hat die Staatsanwaltschaft den mutmaßlichen Täter angeklagt. Dem Iraker droht lebenslange Haft.

Der Prozess werde voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen, teilte die Staatsanwaltschaft München I am Donnerstag mit. Der Iraker Herisch A. hatte nach seiner Festnahme gestanden, Moshammer im Streit um 2000 Euro als Bezahlung für sexuelle Handlungen umgebracht zu haben. Moshammer hatte den 25-Jährigen in der Stadt angesprochen und mit nach Hause genommen. Er soll Moshammer in der Nacht zum 14. Januar in dessen Haus in Grünwald bei München mit einem Telefonkabel erdrosselt haben.

Die Anklage lautet auf Mord sowie Raub mit Todesfolge. Dem Mann würden die Mordmerkmale der Heimtücke und der Habgier zur Last gelegt. Er soll auch Bargeld gestohlen haben. Die Anklageschrift umfasst 51 Seiten, 42 Zeugen und fünf Sachverständige sind benannt. Der Iraker war auf Grund von DNA-Spuren festgenommen worden. Er war 2001 nach Deutschland gekommen, hatte einen Asylantrag gestellt und besaß eine gültige Aufenthaltserlaubnis. Vor seiner Festnahme arbeitete er als Koch in einem gastronomischen Betrieb. Nach seiner ersten Aussage soll er sich nicht mehr zu den Vorwürfen geäußert haben.

Luxuskarossen unter dem Hammer

Unterdessen werden drei Rolls-Royce Moshammers im Internet versteigert. Zwei Tage nach Beginn der Auktion bei Ebay waren am Donnerstag für die drei Luxus-Karossen insgesamt etwa 100 Gebote eingegangen. Gesteigert wird bis zum 15. Juli. Der Erlös soll nach einem Vermächtnis Moshammers dem von ihm gegründeten Verein Licht für Obdachlose zu Gute kommen.

Für den schwarzen Rolls-Royce Silver Seraph, in dem der Modeschöpfer in der Nacht zum 14. Januar seinen späteren Mörder mit nach Hause nahm, wurden am Donnerstag 45 000 Euro geboten. Damit war allerdings das Mindestgebot noch nicht erreicht. Der Schätzwert dieses Wagens beträgt 60 000 Euro.

Bei einem silber und blaumetallic lackierten Rolls-Royce Silver Shadow, den Moshammer laut Ebay 1973 mit seiner Mutter Else in England kaufte, lag das Gebot mit 13 000 Euro nur knapp über dem Schätzwert. Das rechtsgesteuerte Auto soll das Lieblingsauto der Mutter gewesen sein. Für einen weinrot und schwarz gehaltenen Rolls- Royce Silver Dawn boten Interessenten 30 000 Euro, das entspricht dem Schätzwert. Damit nur ernsthafte Angebote zum Zuge kommen, müssen Interessenten die Kopie ihres Personalausweises an den Verkäufer faxen. Erst dann können sie mitbieten.

DPA / DPA