"Die Höhle der Löwen" startet in seine 19. Staffel. Die VOX-Gründershow kehrt ab 23. Februar (immer montags um 20:15 Uhr, bereits ab 16. Februar vorab auf RTL+) auf die Bildschirme zurück. Als Investoren sind erneut Familienunternehmerin Dagmar Wöhrl, Beauty-Expertin Judith Williams, Handelsprofi Ralf Dümmel, Wirtschaftsgröße Carsten Maschmeyer, Green-Tech-Investorin Janna Ensthaler sowie Unternehmer und Investor Frank Thelen (50) mit dabei.
Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verrät Thelen, wie es zu seinem dauerhaften Comeback kam, mit wem er am liebsten einen Doppel-Deal abschließt und warum er kein Problem damit hat, mit den Gründern hart ins Gericht zu gehen. Zudem äußert sich der Unternehmer zu dem Vorwurf, in der Show sei alles inszeniert.
Nach einigen Jahren Pause kehrten Sie vergangene Staffel dauerhaft in die Höhle zurück - was hat Sie zu diesem Comeback bewogen?
Frank Thelen: Judith und Ralf sind auf mich zugekommen. Über die Jahre ist mit beiden eine wertvolle Freundschaft entstanden, wir stehen im regelmäßigen Austausch und treffen uns auch privat. Vor meinem Comeback haben sie gesagt: "Hey, komm doch zurück, das würde der Sendung echt gut tun." Daraufhin gab es Gespräche mit der neuen Produktionsfirma Endemol Shine und wenig später saß ich wieder auf dem Löwenstuhl. Und jetzt ist es großartig, zurück zu sein.
Wie hat sich die Sendung für Sie seit dem Comeback persönlich verändert, gehen Sie heute anders mit der Löwen-Rolle um?
Thelen: Die Sendung hat sich über die Jahre weiterentwickelt. Seit meinem Comeback gibt es wieder einen festen Löwenkern und das tut dem Format meiner Meinung nach extrem gut. Besondere Gastlöwen wie Lena Gercke oder Christian Miele haben in der vergangenen Staffel neue Perspektiven gebracht. Trotzdem ist ein fester Kern wichtig auch für die Zuschauer und Startups. Sie müssen wissen, wer als Kern in der Höhle sitzt. Das schafft Klarheit und Professionalität. Wer in der neuen Staffel als Gastlöwe dazukommt, werden wir sehen.
In der Ankündigung zur neuen Staffel heißt es, dass ein Start-up einen der größten Verrisse in der "DHDL"-Geschichte erleben wird. Fällt es Ihnen schwer, mit Gründern hart ins Gericht zu gehen?
Thelen: Überhaupt nicht. Das ist die Realität und ehrlich gesagt ist sie außerhalb der Fernsehwelt oft noch viel härter. Wer seine Zahlen nicht kennt, ist raus. Wer sein Produkt nicht zu Ende gedacht hat, hat keine Chance. Ich sage es immer wieder: Gründen ist einer der besten, aber auch härtesten Lebenswege. Ein Startup aufzubauen ist kein Spaziergang. Man fällt hin, man bekommt Gegenwind, man scheitert. Entscheidend ist, wieder aufzustehen und mit vollem Elan weiterzumachen. Ich weiß, dass ich manchmal hart oder sehr direkt wirke, aber genau das bereitet Gründer auf die echte Welt vor.
Bei mehreren Start-ups buhlen gleich mehrere Löwen um einen Deal. Wo sehen Sie Ihre Vorteile gegenüber den anderen Löwen, wann können Sie am besten einen Deal für sich gewinnen?
Thelen: Das hängt stark vom Produkt ab. Jeder Löwe hat seine Stärken. Judith ist extrem stark im Beauty-Bereich, Ralf bringt ein enormes Vertriebsnetz und ein gutes Gespür für massentaugliche Produkte mit. Meine Stärke liegt klar im Bereich Software, Technologie und hochwertigen Marken- und Unternehmensaufbau. Ich habe mit Investments wie YFood oder Ankerkraut gezeigt, wie man Marken und Produkte international skaliert und Gründer zu Unternehmern macht. Ich bin Hands-On-Coach, der durch sein Netzwerk, Erfahrung und Team an den entscheidenden Stellen den X-Faktor einbringt.
Gibt es jemanden aus dem Löwen-Team, mit dem Sie besonders gern gemeinsam investieren - und warum?
Thelen: Mit Judith. Wir ergänzen uns sehr gut. Bei Tallow Naturals, einem Hautpflegeprodukt, hat man das perfekt gesehen. Judith bringt tiefes Know-how aus der Kosmetikbranche mit, ich konnte beim Design, Software und Online-Marketing unterstützen. Diese Kombination funktioniert hervorragend. Mit Ralf würde ich ebenfalls gern gemeinsam investieren. Mal sehen, wann sich die passende Gelegenheit ergibt.
Und mit welchem Löwen/welcher Löwin kabbeln Sie sich am liebsten?
Thelen: Mit dem Löwen, der dasselbe Startup wie ich für sich gewinnen will. Wenn ein Startup richtig gut ist, fahren alle Löwen die Krallen aus. Dann geht es darum, den Deal zu gewinnen. Der Ton kann dabei auch mal schärfer werden. Am Ende wollen wir alle den besten Deal und dann kann es in der Höhle auch mal ungemütlich werden.
Axel Schulz präsentiert in der Höhle ein Grillprodukt. Wie finden Sie es, wenn Promis in der Höhle ihr Produkt präsentieren?
Thelen: Am Ende zählt immer das Produkt. Wenn die Idee nicht überzeugt, hilft auch der größte Promi-Status nicht. Natürlich kann Bekanntheit helfen, eine Marke schneller aufzubauen, aber die Basis muss stimmen.
Sie haben Sophia Thomalla als Markenbotschafterin einer "Die Höhle der Löwen"-Marke getroffen. Wie war die Begegnung für Sie?
Thelen: Ich kenne und schätze Sophia seit vielen Jahren. YFood hat mit ihr eine starke und authentische Markenbotschafterin, ein Perfect Match!
Welche Ihrer früheren Investments aus der Show verfolgen Sie heute noch mit besonderer Leidenschaft?
Thelen: Das sind einige. Aber natürlich bleiben Deals wie Yfood besonders im Gedächtnis. Damals ein sehr kleines Unternehmen, heute Hunderte Millionen Umsatz. Das macht mich stolz und zeigt, was möglich ist, wenn Gründer und Investoren gemeinsam konsequent arbeiten. Und das zeigt, dass die Sendung echt ist. Ich lese das immer wieder: "Die Sendung ist doch nicht echt. Die Löwen kennen die Pitches vorher, alles ist inszeniert." Ich kann euch sagen: Das stimmt nicht. Bei "Die Höhle der Löwen" ist nichts gescriptet. Keine Vorab-Infos, keine einstudierten Fragen, keine Absprachen hinter der Kamera. Wir gehen ins Studio und wissen nicht, was uns erwartet. Da stehen echte Gründer vor uns, mit echten Ideen, echtem Risiko und oft ihrem gesamten Ersparten. Und wir reagieren in diesem Moment, mit Erfahrung, mit Bauchgefühl, mit Zahlenverständnis. Genau deshalb sind die Reaktionen manchmal hart, manchmal emotional, manchmal euphorisch.
Die nächste Staffel wäre die 20. Jubiläumsstaffel. Die lassen Sie sich sicher nicht entgehen?
Thelen: Das werden wir dann sehen (lacht).