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Vor Oprah-Interview Skandale, Geständnisse, Peinlichkeiten: Wenn Royals im TV auspacken

Prinzessin Diana
Prinzessin Diana beim BBC-Interview im November 1995. Sie sprach damals erstmals öffentlich über ihre Eheprobleme
© PA/BBC SCREEN GRAB/ / Picture Alliance
Am Sonntag wird das TV-Interview von Prinz Harry und Herzogin Meghan mit Oprah Winfrey ausgestrahlt, es soll für Ärger im Königshaus sorgen. Ein Blick zurück auf royale Geständnisse im TV und die Konsequenzen.

Eigentlich gilt in der britischen Königsfamilie das angebliche Mantra der Queen: "Beschwer dich nie, erklär dich nie". Doch schon lange scheint es so, als sei die Königin die einzige, die sich daran hält. Von Prinzessin Diana bis Prinz Andrew gibt es eine lange Liste an Royals, die in TV-Interviews ihr Herz ausgeschüttet und damit meist für Skandale gesorgt haben. Am Sonntag wird in den USA das Interview von Prinz Harry und Herzogin Meghan mit Oprah Winfrey ausgestrahlt. Es soll keine Tabus darin geben, vor allem von Meghan wird erwartet, dass sie gegen die Königsfamilie austeilen wird. Vor über 25 Jahren war es ihre Schwiegermutter Prinzessin Diana, die sich in einer ähnlichen Position befand.

Als Diana im November 1995 für ein BBC-Interview Platz nahm, schalteten über 22 Millionen Briten zur Sendung ein. Es ging um die bevorstehende Scheidung von Prinz Charles und dessen Affäre mit Camilla, um die Klatschpresse und um Dianas Depressionen und ihre Bulimie. "Wir waren zu dritt in der Ehe", war einer der berühmten Sätze, der in diesem Gespräch fiel. Ein Jahr zuvor hatte Prinz Charles bereits für einen Skandal gesorgt, mit einem TV-Interview, in dem er seine Untreue zugab. Aber Diana öffnete auch die bis dahin eher verschlossene Tür zum Palast, machte deutlich, wie wenig Unterstützung sie von der Queen erhalten hatte. Niemand habe sie, die mit 19 in die Köngisfamilie einheiratete, auf ihre Rolle vorbereitet. Sie sei mit dem Druck allein gelassen worden, es habe nie Lob, aber viel Kritik gegeben.

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Prinz Andrew gab das verheerendste TV-Interview

Das komplette Interview ist hier auf Englisch nachzulesen. Dianas Auftritt hatte zur Konsequenz, dass die BBC nicht länger die Weihnachtsansprache der Queen übertragen durfte, überhaupt hatten es BBC-Journalisten hinterher schwer, Zugang zum Palast zu bekommen. Die Queen soll entsetzt über den Auftritt gewesen sein, auch die Presse beurteilte Dianas Auftritt kritisch. Sie habe nachtreten wollen, hieß es. Sie selbst hat jedoch einmal gesagt, dass sie den Schritt an die Öffentlichkeit nie bereute. Sie habe sprechen wollen, bevor der Palast ihr eine Schweigeklausel verpassen konnte. Bereuen dürfte hingegen Prinz Andrew ein Interview, das erst kürzlich stattfand.

Im November 2019 interviewte ihn die BBC, nachdem seine Freundschaft mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein jahrelang für Schlagzeilen sorgte. Eine Zeugin sagte aus, dass Andrew sie als Minderjährige missbraucht habe, ein Foto von ihr und ihm belastete den Prinzen schwer. Der Buckingham Palast wies die Anschuldigungen stets zurück, das TV-Interview sollte Andrew rehabilitieren. Doch das Gegenteil war der Fall. Andrew machte eine denkbar schlechte Figur, verteidigte seine Freundschaft mit Epstein, verhedderte sich in Widersprüche und behauptete, sich nicht an die Zeugin erinnern zu können. Der Palast sah sich gezwungen, Prinz Andrew von allen royalen Pflichten zu befreien, er trat von seinen öffentlichen Ämtern zurück. Sein Auftritt gilt als das verheerendste royale TV-Interview bislang.

Harry und Meghan haben schon einmal mit einem Interview für Ärger gesorgt

Da erscheinen die TV-Auftritte seiner Ex-Frau Sarah Ferguson geradezu harmlos. Sie war bereits dreimal bei Oprah Winfrey zu Gast, das erste Mal kurz nach ihrer Scheidung von Andrew 1996. Damals erzählte sie, dass das Prinzessinnen-Leben kein Märchen sei, sie nicht mal die Fenster im Palast öffnen durfte - und trug damit weiter zu Entmythifizierung der Krone bei.  2011 beschwerte sie sich bei Oprah über die Tatsache, dass sie nicht zur Hochzeit von Prinz William und Herzogin Kate eingeladen wurde, ein Jahr zuvor berichtete sie von Schulden und Alkoholproblemen.

Und auch dem Bruch mit der Köngisfamilie von Harry und Meghan ging bereits ein TV-Interview zuvor: In einer Doku im Oktober 2019 gab Prinz Harry zu, sich mit seinem Bruder William verkracht zu haben. "Wir sind auf unterschiedlichen Wegen", sagte er damals. Und Meghan sagte, dass es ihr nicht gut gehe. Wenige Monate später verließen die beiden Großbritannien und den Palast, um ein neues Leben in den USA anzufangen.

Skandale, Geständnisse, Peinlichkeiten - wenn Harry und Meghan am Sonntag ihre Sicht der Dinge schildern, reihen sie sich in eine oft verhängnisvolle Tradition der britischen Royals ein.


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