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Verleumdungsprozess Nächste Runde Heard gegen Depp: US-Schauspielerin legt Berufung gegen Urteil ein

Amber Heard steht im Gerichtsaal im Prozess gegen Johnny Depp
Amber Heard kämpft weiter gegen ihren Ex-Mann Johnny Depp und legt Berufung gegen das Gerichturteil ein.
© Steve Helber/AP/dpa
Amber Heard gibt nicht klein bei. Wie jetzt berichtet wird, legt die US-Schauspielerin Berufung gegen das Urteil im Verleumdungsprozess gegen ihren Ex-Mann Johnny Depp ein. Das Gericht sei darüber bereits informiert.

Ein Urteil ist gefallen, aber das letzte Wort wohl noch lange nicht. Sechs zermürbende Wochen lang dauerte der Verleumdungsprozess zwischen Amber Heard und ihrem Ex-Mann Johnny Depp. Dann ging der Schauspieler als großer Gewinner aus dem Saal. Eine Tatsache, die Heard nicht akzeptieren will. Das hatte sie früh deutlich gemacht, nun scheint sie Tatsachen geschaffen zu haben. Wie nun das Branchenblatt "Deadline.com" unter Bezug auf Gerichtsunterlagen berichtet, soll das Anwaltsteam der US-Schauspielerin das Gericht in Fairfax County im US-Bundesstaat Virginia am Donnerstag darüber informiert haben, dass sie in Berufung gehen wird. 

Das Sprecherteam der Schauspielerin teilte dem Internetportal "TMZ.com" mit, das Gericht habe einen Fehler gemacht und damit ein "faires" Urteil verhindert. Depps Vertreter zeigten sich hingegen zuversichtlich, dass das Urteil zugunsten des "Fluch der Karibik"-Stars bestehen bleibe. Die Jury habe ein "klares und einstimmiges" Urteil gefällt, teilte ein Sprecher des Schauspielers am Donnerstag laut "Variety" mit.

Amber Heards Antrag auf Aufhebung des Urteils abgelehnt

Nach einem sechswöchigen Verleumdungsprozess, in dem sich die früheren Eheleute häusliche Gewalt vorgeworfen hatten, stellte sich die Jury Anfang Juni größtenteils auf die Seite von Depp – gab aber auch Heard in einigen Punkten Recht. Wegen Verleumdung muss sie Depp über zehn Millionen Dollar Schadenersatz zahlen. Depp wiederum schuldet ihr nach Entscheidung der Jury zwei Millionen Dollar für Aussagen seines Ex-Anwalts, die Heards Ruf geschädigt haben sollen.

Im Kern der von Depp eingereichten Zivilklage ging es um einen 2018 von der "Washington Post" veröffentlichten Kommentar, in dem sich Heard als Opfer häuslicher Gewalt beschrieben hatte. Vergangene Woche scheiterte Heard mit einem Antrag auf Aufhebung des Urteils wegen möglicher Verfahrensfehler. Richterin Penney Azcarate lehnte es ab, den Urteilsspruch und die damit verbundenen Schadenersatzforderungen zu verwerfen.

Heards Anwälte hatten argumentiert, dass die Identität von einem der sieben Geschworenen nicht überprüft worden sei. Demnach gehörte ein jüngerer Mann der Jury an, obwohl dessen Vater mit gleichem Namen und gleicher Adresse als potenzieller Juror angeschrieben worden war. Azcarate befand dagegen, dass der Geschworene alle Auflagen erfüllt habe und vor Prozessbeginn von beiden Seiten bestätigt worden sei. Es gebe keine Hinweise auf Betrug oder anderweitige Rechtsverletzung, schrieb die Richterin in ihrer Begründung.

tpo dpa

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