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Japan: Prinzessin Ayako heiratet einen Bürgerlichen - und muss die Kaiser-Familie verlassen

Prinzessin Ayako von Japan folgte ihrem Herzen und heiratete einen Bürgerlichen. Für die Liebe ihres Lebens zahlt die junge Frau einen hohen Preis: Sie muss ihr privilegiertes Leben am Kaiserhof aufgeben.

Prinzessin Akayo und Kei Moriya bei ihrer Trauung

Die Trauung des ausdrücklich nicht-kaiserlichen Brautpaares war am Ende doch sehr prunkvoll. Ein würdevoller Abschied aus der Adelsfamilie für Prinzessin Akayo.

DPA

Manchmal muss man auf sein Herz hören und Entscheidungen treffen, die Folgen haben. In dieser Situation findet sich nun ausgerechnet eine japanische Adlige wieder. Der 28-jährigen Prinzessin Ayako von Takamado wurde im Dezember vergangenen Jahres ein junger bürgerlicher Japaner, der 32-jährige Kei Moriya, vorgestellt. Sie verliebten sich schnell ineinander, fanden Gemeinsamkeiten wie das Reisen, Ski-Fahren und Literatur. Eine schöne Geschichte, aber sie hat einen Haken.

Wie es die Tradition in Japan fordert, darf ein Mitglied der Kaiser-Dynastie keine Bürgerlichen ehelichen. Ein bisschen aus der Zeit gefallen wirkt die Regelung, heiratet der Adel doch weltweit inzwischen ohne Probleme Normalsterbliche, wie zum Beispiel die Briten Prinz William und Prinz Harry zeigen. 

Prinzessin Akayo - von der Mama verkuppelt

Dabei wurde ihr der Mann doch sogar von ihrer eigenen Mutter, der 64-jährigen Prinzessin Hisako von Takamado, vorgestellt. Die hatte dabei aber eigentlich gar nicht im Sinn, dass sich ihre Tochter verliebt, sie wollte sie eigentlich nur für eine Wohltätigkeitsorganisation gewinnen, in die auch die Familie vom baldigen Ehemann investiert.

Die Liebe zueinander wuchs anscheinend so schnell, dass die Prinzessin nun auf die alten Regeln ihrer Dynastie pfeift - und den jungen Mann am heutigen Montag in Tokio trotzdem heiratete. Das ist eine schwerwiegende Entscheidung, denn Akayo muss den Kaiserhof nun für immer verlassen.

Die Prinzessin selbst aber ist nicht traurig: "Ich bin voller Glück", verriet sie japanischen Medien. Auch der frischgebackene Ehemann findet Worte: "Ich möchte, dass wir zusammen arbeiten, Hand in Hand, um eine Familie voller Lächeln zu gründen", sagte er. Er wolle sie felsenfest unterstützen. Die Hochzeit im Meiji-Schrein fand im Shinto-Stil statt und umfasste laut Medienberichten den Austausch von Ringen und das gemein­same Saketrinken des Braut­paares.

Japanische Kaiser-Familie gibt ihre Zustimmung

Auch die Kaiser-Familie selbst ist wohl mit der Geschichte im Reinen, der Kaiser und die Kaiserin gaben ihr die Ehre einer Abschiedszeremonie kurz vor der Trauung - ihr letzter Auftritt als Prinzessin. Etwas Gutes hat diese Heirat sicherlich auch: Akayo kann von nun an deutlich mehr Freiheiten genießen, ist sie jetzt doch offiziell nur noch eine normale Bürgerin.

Und auch dem vielen Luxus muss sie nicht hinterherweinen, der Kaiserhof soll ihr zum Abschied nach Medienberichten sogar noch umgerechnet eine Million Euro vermachen. Der neue Gatte hat außerdem auch einen guten Job - er arbeitet für eine Groß-Reederei. 

Die zweite Prinzessin mit bürgerlichem Geliebten in wenigen Monaten

Das war nicht der erste Fall einer solchen Art: Erst im Frühjahr wollte eine andere japanische Adlige, Prinzessin Mako, einen Bürgerlichen heiraten. Daraus wurde nun aber erstmal nichts, denn hier legte die Kaiser-Familie ein Veto ein - die finanziellen Streitigkeiten und einige Skandale ließen sie unversöhnt zurück - die Hochzeit wurde schon zweimal verschoben, weil das Paar "noch nicht bereit sei", hieß es von offizieller Seite. Der Verlobte Kei Komuro studiert nun erstmal für die nächsten drei Jahre in den USA.

Quellen: ORF, Bunte, Bild, T-Online

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wlk