HOME

Lily Allen: Der personifizierte Mittelfinger

"Kate Moss ist nur ein verdammter Kleiderständer." Publikumsbeschimpfung war gestern, Starbeschimpfung ist angesagt. Eine, die das in Perfektion betreibt, ist Lily Allen. Aber wer zum Teufel ist eigentlich Lily Allen?

Von Sophie Albers

Lily Allen? Wer war gleich noch mal Lily Allen? Britin ist sie, 22 Jahre alt, und hat ein Album herausgebracht, das ganz ok war, mit diesem Song über einen Kerl, den sie einfach nicht los wird, der sie so sehr nervt, dass sie davon Herpes kriegt. Das ist aber schon ein bisschen her, um genau zu sein: "Alright, Still" ist seit einem Jahr und acht Monaten auf den Markt. Aber warum darf sie dann immer noch in Klatsch- und Tratschblättern auftreten, auf Modenschauen in der ersten Reihe sitzen und wird von Paparazzi verfolgt? Ganz einfach: Weil sie so herrlich rumprollen kann!

Die Göre rüttelt am Thron

Ihren Einstand gab sie pünktlich zum Albumdebüt im Sommer 2006: "Madonna ist die meist überbewertete Person der Popgeschichte. Ihre Zeit ist vorbei", polterte Allen im "GQ"-Interview. Sie habe "seit den frühen Achtzigern nichts Umwerfendes mehr gemacht. Vielleicht hatte sie mal Bedeutung, aber ich kenne nicht viele Leute meines Alters, die das interessiert." Lautstark rüttelte die Göre am Thron. Ob die Königin des Pop es überhaupt mitbekam, ist nicht bekannt. Das Volk amüsierte sich jedoch köstlich.

Der Hoffnarr hatte weniger zu lachen: "Ich glaube, man sollte ihn vernichten", so Allens Kommentar zu Babyshamble-Crackhead Pete Doherty. "Ist doch langsam langweilig, oder? Ich hatte immer solche Idioten um mich herum. Nun krieg dich mal wieder ein, möchte man ihm sagen."

Und weiter geht's: Die Pussycat Dolls: Klappergestelle. Victoria Beckham: lächerlich und berühmt fürs Nichtskönnen. James Blunt? Für den fand Allen eine Beschimpfung, die eigentlich für Frauen gedacht ist, und sich mit seinem Nachnamen reimt. Radiohead? Arrogant! Fergie von den Black Eyed Peas? Sexistisch. Als dem MySpace-Star ein US-Visum verweigert wurde, nachdem sie einen Fotografen geschlagen hatte, bedachte sie US-Präsident Bush mit "profanen, anatomischen Schimpfwörtern", wie es das "People"-Magazin höflich umschrieb. Da war Allen allerdings schon weiter gezogen und pestete gegen MTV.

Eine Frage des Humors

Als sie es dann doch noch in die USA schaffte, wütete sie gegen Lindsay Lohan, die sich in einem Restaurant als zickiger Star gezeigt haben soll. Der Abstand zur Heimat sorgte dann auch noch für den Schimpfreflex gegen die britische Musikindustrie sowie die Medien im Allgemeinen und im Besonderen gegen die, die über Allens angebliches Drogenproblem berichtet hatten. Die hätten ihren Humor nicht verstanden, so die Sängerin. Aber wie genau ist der eigentlich zu verstehen, Frau Allen?

Treten wir zwei, drei Schritte zurück von der jungen Frau, die sich einst mit Teeniefrisur, Teeniefahrrad und Prollattitüde vor Londons Kulisse präsentierte, als sie neben den Arctic Monkeys zum MySpace-Wunder ausgerufen wurde. Zu sehen ist der personifizierte Mittelfinger gegen alles und jeden. Und wo hat sie das her? Genau: vom Rap. Würde einer der harten Jungs, deren Job es ist, verbal auf die Minderwertigkeit der Konkurrenz hinzuweisen, das Maul so aufreißen wie Allen, das Publikum würde leise gähnen. Es kommt eben auf die Mischung an.

Ein kleines Mädchen mit großen Augen und Ohrringen in Herzform, das die Welt verflucht, das hat Potential: der aufbegehrende Zwerg, der Stallbursche, der den Ritter beleidigt, die Unerschrockene und natürlich der berüchtigte Kindermund, dessen Wahrheiten sonst keiner auszusprechen wagt, der noch Karriere machen will. That's Entertainment. Und so lehnen wir uns zurück und warten, dass Lily Allen, die nicht einmal private Tragödien wie eine Fehlgeburt umwerfen können, den nächsten Spruch ablässt, um uns zu unterhalten. Oh, da ist er schon: "Kate Moss ist nur ein verdammter Kleiderständer!", hat sie soeben der Zeitschrift "Maxi" erzählt. Danke, wussten wir schon.

Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(