Lisa Kudrow träumte einst von einem ruhigen Mutterjahr - und war zehn Tage nach der Geburt ihres Sohnes Julian bereits wieder bei der Arbeit. Die 62-jährige "Friends"-Darstellerin blickte jetzt im CBS-Gespräch offen auf eine Episode zurück, die sie heute als unverantwortlich bezeichnet.
Zur damaligen Zeit war Kudrow für die Rolle der Laura Sobel in dem Kinofilm "Analyze This" gebucht. Ihr Agent hatte ihr versichert, dass die Dreharbeiten erst im Juli beginnen würden - die Geburt lag im Mai. Doch dann kam alles anders. "Billy Crystal sagte: 'Ja, du siehst gut aus. Bist du sicher, dass du das machen kannst? Wann hast du das Kind bekommen?' Ich hab es ihm gesagt, und er meinte: 'Okay, wir fangen Donnerstag an'", erinnert sie sich.
Alle sagten: Es wird schon gut gehen
Was Kudrow besonders beschäftigt: Niemand in ihrer Umgebung habe Einwände gehabt. Im Gegenteil - ihr Umfeld redete ihr gut zu. Die Eltern ihres Mannes Michel Stern waren aus Frankreich angereist, ihre eigenen Eltern waren vor Ort. "Alle sagten: 'Natürlich schaffst du das'", erzählt sie. Und als sie einwandte, dass es falsch sei, ein Neugeborenes zu verlassen: "'Eine Kinderkrankenschwester fährt mit, kümmert sich um das Baby, das Baby erinnert sich an nichts, alles gut.'"
Kudrow ließ sich überzeugen - und flog nach New York, deutlich früher als geplant. Heute lässt sie diese Entscheidung nicht mehr los. "Es war Wahnsinn", sagt sie knapp und fügt hinzu, dass sie so etwas nie wieder tun würde.
Sohn Julian nun auf dem Bildschirm
Jahrzehnte später teilt Kudrow das Rampenlicht wieder mit ihrem Sohn - diesmal unter ganz anderen Vorzeichen. Bei der Premiere der dritten Staffel von "The Comeback" trat sie gemeinsam mit Julian und Ehemann Michel Stern im Wallis Center in Beverly Hills auf. Es war ein besonderer Abend: Julian hat in der neuen Staffel der HBO-Serie eine wiederkehrende Rolle und gab damit sein Debüt auf dem Sender. Kudrow selbst spielt in der Produktion die Hauptrolle der Valerie Cherish.
Hinter den Kulissen kam es auch zu lustigen, privaten Momenten, wie die Schauspielerin gegenüber dem Magazin "People" schilderte. Erschöpft vom Lernen der Texte betrat sie wohl einmal den Aufenthaltsraum der Besetzung - und sah Julian auf einer Couch sitzen. "Ich bin einfach rübergegangen und habe mich neben ihn gequetscht und mich an ihn geschmiegt", erzählt sie. "Und alle haben geschaut. Er sagte: 'Hi, Mom' - und einige wussten wohl gar nicht, dass er mein Sohn ist. Die fragten sich wohl: 'Was passiert hier gerade?'"