Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende und Bischöfin Margot Käßmann bezeichnet die Liebe zu ihrem Partner, dem Schauspieler Andreas Helm, als "Wunder". Er sei ihr "spätes Lebensglück", verrät sie in einem Interview mit der Zeitschrift "Bunte".
Die beiden waren in ihrer Jugend bereits ein Paar, verloren sich dann jedoch für mehrere Jahrzehnte aus den Augen – bis er nach einer Lesung plötzlich vor ihr stand. Es sei "sofort dieser Gleichklang" dagewesen, erinnert sie sich an den schicksalhaften Moment vor zwölf Jahren. Sie habe zu dem Zeitpunkt eigentlich mit dem Thema Männer abgeschlossen gehabt. Die neue, alte Liebe im fortgeschrittenen Alter sei durchaus ein "Wagnis", denn man müsse sich "noch einmal ganz neu öffnen".
"Er bringt mich immer wieder zum Lachen"
"Wir haben die richtige Mischung aus Distanz und Nähe", findet Käßmann. Ihr Partner sei als Schauspieler und als Clown viel unterwegs. Auch privat beweist er Humor, wie die 67-Jährige schwärmt: "Und er bringt mich immer wieder zum Lachen. Das tut gut."
Dass sie evangelisch und er katholisch ist, sei gar kein Problem. "Wir ticken ähnlich. Er ist ja Reformkatholik, das Interesse an Kirche und Glauben verbindet uns sehr." Ein Segen für ihre Beziehung ist aber offenbar nicht geplant. Denn auf die Fragen, ob sie nach ihrer Scheidung im Jahr 2007 an eine weitere Hochzeit denkt, antwortet sie: "Wir brauchen das nicht, wir haben auch so eine verbindliche Beziehung."
Trotz aller Turbulenzen: Margot Käßmann ist dankbar für ihr Leben
26 Jahre lang war Margot Käßmann mit Eckhard Käßmann verheiratet, mit dem sie vier Töchter hat. Die Trennung sorgte für viel Aufsehen, zumal sie damals Bischöfin der Landeskirche Hannovers war. Auch Andreas Helm hat eine lange Ehe hinter sich und vier Kinder. Über ihre späte Beziehung schrieben die beiden zusammen das Buch "Mit mutigem Schritt zurück zum Glück", das 2021 erschienen ist.
Käßmann zählt zu den bekanntesten kirchlichen Persönlichkeiten hierzulande. Sie bekleidete verschiedene hohe Positionen. Nach einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss legte sie 2010 ihre Ämter nieder. Trotz bewegter Zeiten blickt sie gegenüber "Bunte" positiv zurück und bezeichnet sich als glückliche Frau. "Ich bin dankbar für mein Leben und hatte viel Glück." So habe sie zweimal den Brustkrebs überstanden, gesunde Kinder, dürfe Bücher schreiben und habe einen liebevollen Mann an ihrer Seite.