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Stern-Nachfrage: Wird diese CDU-Frau die erste Bundespräsidentin?

Nach der Absage von Margot Käßmann signalisiert ein andere Frau, dass sie sich das Amt des Staatsoberhaupts zutraut: die frühere Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth.

Von Franziska Wolffheim

Petra Roth

"Man müsste erst mal an mich herantreten, dann gebe ich auch eine Antwort", so Petra Roth zur Frage einer Bundespräsidentenkandidatur

Gesucht wird eine Person, die über die Parteigrenzen hinweg akzeptiert wird. Die besten Chancen dafür hätte eine Frau, auch weil die Bundesrepublik bisher noch nie ein weibliches Staatsoberhaupt hatte. , die ehemalige Chefin der Evangelischen Kirche in Deutschland, hat gerade abgesagt, nachdem sie von SPD-Chef Sigmar Gabriel bei Sondierungen mit der Linkspartei ins Spiel gebracht worden war.

Eine andere Kandidatin dagegen zeigt sich im Gespräch mit dem stern offen für die Aufgabe des Bundespräsidenten: die ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin , langjährige Präsidentin des Deutschen Städtetages und Pionierin von Schwarz-Grün. Sie stand er ersten Koalition von CDU und Grünen in einer deutschen Großstadt vor.

"Wenn man mich fragt, würde ich es machen"

Die 72-Jährige signalisierte gegenüber dem stern ihre Bereitschaft für neue Aufgaben: "Ich gestalte gern, vor allem in der Politik." Zur Frage einer Bundespräsidentenkandidatur sagte Roth: "Man müsste erst mal an mich herantreten, dann gebe ich auch eine Antwort." Nach dem Rücktritt von Christian Wulff habe sie gesagt: "Wenn man mich fragt, würde ich es machen." Sie stehe auch nach wie vor dazu, dass sie "das hätte leisten können". Aber jetzt gelte: "Neues Spiel, neues Glück." In der Bundesversammlung, die im Februar den Nachfolger von Joachim Gauck wählt, gibt es keine klaren Mehrheitsverhältnisse. Zuletzt hieß es, dass Union und einen gemeinsamen Kandidaten suchen wollten.

Besonders große Chancen auf lagerübergreifende Zustimmung werden einer Frau zugemessen. Zuletzt war etwa über Kandidatur der CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt spekuliert worden. Weitaus höhere Chancen, auch von Grünen gewählt zu werden, hätte Petra Roth. Union und Grüne zusammen haben in der Bundesversammlung genug Stimmen, um schon im ersten Wahlgang ein neues Staatsoberhaupt zu wählen.