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Innerhalb eines Jahres: Vom Superstar zur Superzicke: Warum die britische Presse Herzogin Meghan zerfleischt

Als Meghan Markle und Prinz Harry ihre Beziehung öffentlich gemacht haben, war die Begeisterung in England groß. Jetzt zeichnet sich langsam ein anderes Bild ab – die Gründe dafür sind vielfältig.

Meghan Markle Prinz Harry

Kein Tag vergeht, an dem nicht mindestens eine neue Negativ-Schlagzeile über Meghan Markle veröffentlicht wird. Alles fing kurz nach der großen Australien-Reise von Herzogin Meghan und Prinz Harry an. Während der 16 Tage, die das neue royale Traumpaar unterwegs war, wurden sie von Fans allerorts jubelnd empfangen. Die "Meghan-Mania" war ausgebrochen. 

Meghan Markle: Presse sieht sie in der Schuld

Wenige Wochen später ist das öffentliche Bild ein anderes: Aus der schillernden Hoffnungsträgerin, die das britische Königshaus in Zukunft entstauben würde, ist eine rebellische Superzicke geworden, die Freundschaften beendet, Regeln bricht und es sich gerade mit wirklich allen außer ihrem Ehemann verscherzt. So der allgemeine Tenor in der britischen Presse. Aber von vorne. 

Tiara-Chaos

Anfang November wurden Gerüchte laut, Meghan habe vor ihrer Hochzeit mit Harry im Mai für ordentlich Stunk gesorgt. Und nein, gemeint war nicht der Krach mit ihrem Vater Thomas Markle oder ihrer Halbschwester Samantha. Angeblich wollte die 37-Jährige eine Tiara mit Smaragden tragen. Das war ihr aber nicht gestattet, stattdessen trug sie am großen Tag eine Krone, die die Queen höchstpersönlich ausgewählt hatte. Vorher soll Prinz Charles Meghan aber noch zur Räson gebracht haben, so ein Bericht der britischen "The Sun". Und das, obwohl Harry gesagt haben soll, "was Meghan will, bekommt Meghan." 

Wenig später berichtete der "Daily Telegraph", Meghan habe Herzogin Kate vor der Hochzeit zum Weinen gebracht. Angeblich habe die Amerikanerin die Frau von Prinz William angemotzt. Der Kensington Palast sah sich gezwungen, die hanebüchene Geschichte zu dementieren. "Das ist nie geschehen", ließ ein Sprecher wissen. Die Presse hielt an der Geschichte, die Herzoginnen würden sich streiten, trotzdem fest.

Auszug

Denn dazu passte - so das öffentliche Verständnis - die Nachricht, Herzogin Meghan und Prinz Harry würden aus dem Kensington Palast aus- und aufs Land nach Windsor ziehen. Weg von William und Kate, raus aus London. Und das, obwohl Harry, William und Kate in den vergangenen Jahren ein eingespieltes Dreiergespann waren. Nichts konnte sie trennen, dachte man. Klar, dass an einem angeblichen Zerwürfnis des Trios nur eine Schuld sein konnte: Meghan, die Außenstehende, die bürgerliche Amerikanerin. 

Dass es andere, weitaus sinnvollere Gründe für einen Auszug geben könnte, darüber wollte auf einmal niemand mehr sprechen.

Geburt

Doch auch Meghans Schwangerschaft - eigentlich eine rundum positive Nachricht - sorgt derzeit für Unmut in der britischen Presse. Statt wie Herzogin Kate und Prinzessin Diana ihre Kinder im Lindo Wing des St. Mary's-Hospital zu bekommen, plane Meghan laut der Zeitschrift "Heat" eine Wassergeburt zuhause.

Und auch in der Erziehung wolle sie angeblich vieles anders machen als ihre so beliebte Schwägerin. Ein Unding, befinden eingefleischte Traditionalisten.

Im Video: "So verändert sich die Thronfolge mit dem royalen Baby" 

Ab Frühjahr 2019: So verändert das Baby von Prinz Harry und Meghan die britische Thronfolge

Meghan, die Diva

Zuletzt hat Piers Morgan, ein britischer Moderator und Journalist, bei "Good Morning Britain" gegen die ehemalige "Suits"-Darstellerin ausgeholt. Sie hätten vor Jahren Kontakt gehabt, bis Meghan jemanden gefunden haben soll, der wichtiger sei als Morgan. Sie habe ihn dann eiskalt fallen gelassen, so der Moderator. "Alles was ich seitdem gesehen habe, wirkt ein wenig wie eine Schauspielerin, eine Hollywood-Schauspielerin, die ihre Chance wittert und ihren Weg nach oben sucht", sagte er.

Eindeutige Worte von jemanden, der genau dafür bekannt ist: eindeutige Worte. Seit vielen Jahren eckt Morgan mit teilweise populistischen und höchst kontroversen Aussagen an. Welchen Effekt eine solche Geschichte haben würde, darüber ist sich der Medienprofi im Klaren.

Die Antwort liegt in der Vergangenheit

Aber wieso wurde aus Meghan, der modernen Heilsbringerin, innerhalb weniger Wochen das Feindbild aller, die es mit dem britischen Königshaus haben? Die Antwort liegt in der Vergangenheit. Genauer gesagt: Im November 2016. Denn die Beziehung zwischen Meghan und Harry musste erst dann öffentlich gemacht werden, als sich die britische Presse schon mit gewetzten Messern auf die Bürgerliche gestürzt hatte. Die Schlagzeilen waren teilweise rassistisch, oft sexistisch und fast immer unverschämt. So unverschämt, dass sich Prinz Harry gezwungen sah, in einem Statement Stellung zu beziehen und seine Freundin zu verteidigen. 

Zweifelsohne hatte es Meghan Markle von Anfang an schwer, im traditionellen Umfeld der Royals - und dazu gehört unweigerlich die Presse - akzeptiert zu werden. Dass sich so viele Experten, Journalisten und womöglich auch Insider aus dem Palast nun, so kurz nach der Traumhochzeit im Mai, gegen sie wenden, überrascht. Doch Meghan scheint vielen ein Dorn im Auge zu sein.

Es ist nicht nur die Tatsache, dass Markle eine Bürgerliche ist. Denn das ist auch Kate Middleton gewesen, bis sie nach vielen Jahren an der Seite von Prinz William mit der Hochzeit 2011 zur Herzogin von Cambridge wurde. Auch Kate hat sich immer wieder kleinere Fashion-Fauxpas geleistet. 

Großer Fokus auf den weiblichen Royals

Aber Kate ist Engländerin. Sie ist behütet aufgewachsen, zurückhaltend, devot. Auf einen Antrag von William hat sie viele Jahre gewartet, wurde deshalb von den Medien "Waity-Katie" getauft. Meghan hingegen ist nicht nur Amerikanerin mit einer afro-amerikanischen Mutter. Sie ist älter als Prinz Harry und geschieden. Sie hatte eine erfolgreiche Karriere, bevor sie den 34-Jährigen traf. Sie ist Feministin. Sie steht früh auf, ist fleißig, will ihre neue Rolle für gute Zwecke nutzen. All das sind Charaktereigenschaften und Details, die einem Menschen im 21. Jahrhundert eigentlich Respekt verschaffen sollten. 

Nicht aber, wenn diese Person ein Royal ist. Und schon gar nicht, wenn sie eine Frau ist. Auch Prinzessin Diana, vom Volk heißgeliebt, wurde von der britischen Presse durch den Dreck gezogen. Ähnlich Sarah Ferguson, die Herzogin von York, die für viele nie gut genug für das Königshaus war und die sich irgendwann selbst durch zahlreiche Skandale ins Abseits schoss. 

Vertrauten zufolge soll Meghan ein einfaches Rezept haben, um mit den Negativ-Schlagzeilen klar zu kommen. Sie liest sie nicht. Womöglich könnte ihr genau das, was ihr gerade von der Presse zum Vorwurf gemacht wird, nützlich werden: Sie ist ein Profi, eine Hollywood-Schauspielerin. Und wenn sich jemand mit dem Umgang mit Gerüchten und Schlagzeilen auskennt, dann sie.

Quellen: "The Sun" / "Daily Telegraph" / "Heat" / "Daily Mail"

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