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Meinung

Herzoginnen: Zickenkrieg zwischen Meghan und Kate? Warum dieses Klischee bescheuert ist

Prinz Harry und Herzogin Meghan wollen aufs Land ziehen. Eine Entscheidung, die für fiese Gerüchte sorgt. Im Mittelpunkt: Die angeblich streitenden Herzoginnen Meghan und Kate. 

Herzogin Kate Meghan Markle

Zickenkrieg zwischen Meghan Markle (r.) und Herzogin Kate? Ein bescheuertes Klischee.

DPA

Die Nachricht, Prinz Harry und Herzogin Meghan würden bald nach Windsor aufs Land ziehen wollen, hat nicht nur in Großbritannien hohe Wellen geschlagen. Über die Hintergründe spekulieren seitdem Presse und Fans rege. Schnell waren die Schuldigen für die anstehende räumliche Trennung ausgemacht: Herzogin Meghan und Herzogin Kate.

Die beiden Frauen verstünden sich nicht, hieß es. Sie würden das eingeschworende Zweiergespann aus Prinz Harry und Prinz William auseinander reißen. Und das, nachdem die beiden Männer doch nach dem Tod ihrer Mutter ein so enges Verhältnis zueinander aufgebaut hatten. 

Meghan Markle und Herzogin Kate: Streitende Herzoginnen?

Warum Kate und Meghan sich nicht grün seien, wollten sogenannte Experten wissen. Die eine - Kate -, behütet in England aufgewachsen, zurückhaltend, devot, unschuldig. Die andere - Meghan - eine selbstständige Schauspielerin aus den USA, älter als ihr Ehemann, ehrgeizig, feministisch und offenherzig. Diese Paarung kann ja nicht gut gehen, so der allgemeine Tenor. Was für ein Unsinn! 

Der Zickenkrieg zweier erfolgreicher Frauen ist ein uraltes Motiv, das eigentlich längst überholt sein sollte. Eine genauso absurde wie altmodische Taktik, Frauen gegeneinander auszuspielen. Aus der ehrgeizigen und pflichtbewussten Meghan wurde schnell eine Superzicke, die in aller Herrgottsfrühe aufsteht und anfängt, zu arbeiten. Was für ein Skandal. Wie kann sie nur? Was dahinter steht, ist die gesellschaftliche Indoktrination, es könne keine zwei erfolgreichen Frauen nebeneinander geben. Sobald man als Frau oben angekommen ist, muss man alle Gegenspielerinnen wegbeißen. Nicht ohne Grund gibt es kein männliches Pendant zum Begriff der "Stutenbissigkeit". 

Die Frauen sind grundverschieden - na und?

Wären Meghan und Kate ohne die Verbindung ihrer Männer Freundinnen? Vermutlich nicht. Schließlich hätten sich ihre Wege mit großer Wahrscheinlichkeit nie gekreuzt. Sind sie grundverschieden? So scheint es, blickt man auf ihre jeweilige Erziehung und ihr bisheriges Leben. Sind sie sich manchmal uneinig, oder streiten sich gar? Mit großer Wahrscheinlichkeit, schließlich verbringen sie als Schwägerinnen zwangsläufig viel Zeit miteinander. Und dass sich Familienmitglieder auch mal zoffen, sollte nun wirklich niemanden überraschen.

All das sind jedoch keine Indikatoren dafür, dass die Herzoginnen einen Keil zwischen ihre Männer treiben. Das würde zum einen den Frauen nicht gerecht, die beide hochprofessionell sind und ihre royalen Aufgaben ernst nehmen, zum anderen würde so ein Bild zweier Prinzen gezeichnet werden, die so willenlos und harmlos sind, dass sie ohne Gegenwehr von ihren Ehefrauen manipuliert würden. Die zickenden Teufelinnen und ihre Opfer. Auch das: völliger Blödsinn. 

Altes Narrativ

Die Geschichte, die gerade um die Royals gestrickt wird, ist zweifelsohne spannend. Und Klatsch um das Königshaus gibt es seit Jahrhunderten, schon lange bevor es Magazine oder gar das Internet gab. Gerade als Fan von Promi-Gossip-Geschichten sollte man sich jetzt allerdings fragen, ob es nicht endlich Zeit wird, dieses alte Narrativ ein für alle Mal zu begraben.

Warum in aller Welt soll es möglich sein, dass zwei Männer (Harry und William) erfolgreich, beliebt und zufrieden sind, im Gegenzug aber unmöglich, dass dies auch auf ihre Frauen zutreffen könnte? 

Während sich die Welt den Mund zerreißt über den angeblichen Zickenterror im Palast, wurde Herzogin Kate gefragt, wie sie über Meghans Schwangerschaft denke. "Es ist eine großartige Zeit, um kleine Kinder und einen Cousin oder Cousine für George, Charlotte und natürlich Louis zu bekommen. Das wird etwas ganz Besonderes", antwortete sie. Mehr muss man eigentlich nicht hinzufügen. 

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