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US-Vizepräsident: Mike Pence ein Schwulenhasser? Diese US-Athleten erheben schwere Vorwürfe

Er soll die US-Athleten bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea begleiten: Doch gegen US-Vizepräsident Mike Pence regt sich Widerstand. Zwei offen schwule Sportler lehnen ihn ab.

Adam Rippon (l.) und Gus Kenworthy

Adam Rippon (l.) und Gus Kenworthy haben sich für die Olympischen Spiele in Südkorea qualifiziert.

Olympische Medaillen sind Chefsache: Wenn am 9. Februar die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang beginnen, wird die Delegation der US-Sportler von Vizepräsident Mike Pence begleitet. Doch der zweite Mann hinter Donald Trump ist nicht überall willkommen. Zwei offen schwule Sportler lehnen ihn kategorisch ab: Eiskunstläufer Adam Rippon und Freestyle-Skifahrer Gus Kenworthy.

Bereits Mitte Januar machte Rippon, dem gute Chancen auf eine Medaille eingeräumt werden, seine Haltung in einem Interview mit der Tageszeitung "USA Today" klar: "Sie meinen Mike Pence, den selben Mike Pence, der eine Therapie für Homosexuelle unterstütze?", fragte Rippon. "So einen will ich nicht."

Adam Ripppon lehnt ein Treffen mit Mike Pence ab

Der 28-Jährige kündigte an, dass er vor seinen Wettkämpfen an keinem Termin mit dem US-Vizepräsidenten während der Olympischen Winterspiele in Südkorea teilnehmen werde. "Ich werde niemanden treffen, der nicht nur kein Freund von Schwulen ist, sondern auch noch glaubt, dass Schwule krank sind", sagte Rippon und spielte damit auf eine Äußerung des US-Vize aus dem Jahr 2000 an.

Damals hatte Pence in einer Wahlkampfkampagne gesagt: "Es sollten diejenigen Institutionen unterstützt werden, die Menschen dabei helfen, ihr sexuelles Verhalten zu ändern." Obwohl er sogenannte Reperativtherapien nicht explizit erwähnte, warfen ihm Kritiker daraufhin vor, Homo-Heiler zu unterstützen. 

Gus Kenworthy hält Pence für falsches Signal

Nun äußerte sich auch der offen schwul lebende Freestyle-Skifahrer Gus Kenworthy zur Pence. Der Silbermedaillen-Gewinner von Sotschi sagte kurz nachdem er die Olympianorm bestanden hatte, er halte Mike Pence nicht für geeignet, die US-Delegation anzuführen. "Es ist das erste Mal, dass im US-Team offen schwule Sportler teilnehmen und wir haben einen Delegationsleiter, der die Rechte von LGBT nicht unterstützt und sich dagegen ausspricht. Ich glaube nicht, dass dies die richtige Botschaft ist", sagte Kenworthy der "USA Today".

Die Interviews der beiden Spitzensportler zeigen Wirkung. Inzwischen hat sich eine Sprecherin von Mike Pence dazu geäußert. Die Anschuldigungen seien komplett falsch und entbehrten jeder Grundlage. "Der Vizepräsident wird alle US-Athleten, die in Pyeongchang an den Start gehen, enthusiastisch unterstützen", sagte sie, vermied aber, konkret auf schwule Sportler einzugehen.

Donald Trump und Mike Pence


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