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Nach "Two and a Half Men": Bad Boy Sheen meldet sich zurück

Lange Zeit schien es so, als habe er sich gefangen. Jetzt allerdings poltert Charlie Sheen wieder richtig los – und veralbert seinen alten Arbeitgeber und seinen Nachfolger Ashton Kutcher dabei kräftig.

Von Frank Siering, Los Angeles

Lange Zeit war er still und fast schon ein bisschen keusch. Jetzt macht Charlie Sheen wieder auf laut. Und poltert dabei nicht nur erneut gegen seinen alten Arbeitgeber, sondern diesmal auch direkt gegen Ashton Kutcher.

Sheen nennt seine alte Show plötzlich einen "dampfenden Haufen Arsch". Für seinen Nachfolger Ashton Kutcher, dem er bislang politisch korrekt nur kollegialen Lob aussprach, findet der kontroverse Mime jetzt auf einmal ebenfalls ungewöhnlich klare Worte: "Ich bin es leid, so tun zu müssen, als wenn die Show ["Two and a Half Men"] nicht schlecht wäre, als wenn Ashton nicht schlecht sei."

Der Grund für die plötzliche Aufregung ist schnell gefunden. Sheen erhielt unlängst ein Schreiben von Warner Brothers, in dem er aufgefordert wurde, nicht länger Fotos aus "Two and a Half Man" für die Werbung seiner neuen Serie "Anger Management" zu nutzen.

Genug von den "idiotischen Bowlingshirts"

Nach Informationen des "Hollywood Reporter" hatte der 46-Jährige mindestens zwei Motive von alten Promo-Fotos, die ihn in Shorts und Bowling-Hemd auf einem Motorrad zeigen, während der NATPE-Konferenz im Januar in Miami verteilt.

Die Konferenz wird von Produktionsfirmen genutzt, um neue Shows an nationale und internationale TV-Sender zu verkaufen. Sheen war vor Ort, um internationale Käufer für seine neue Serie "Anger Management" zu finden.

In dem Schreiben von Warner heißt es wörtlich: "Sie nutzen intellektuellen Besitz von Warner für kommerzielle Zwecke. Was besonders erschütternd an diesem Umstand ist: Sie wollen damit eine andere Show verkaufen. Bitte hören sie sofort damit auf, diese Fotos oder anderen intellektuellen Besitz von Warner zu nutzen."

Das reichte, um bei dem selbsternannten "Warlock" die Naht platzen zu lassen. "Ich bin begeistert", so Sheen im Gespräch mit "TMZ.com". "Nun muss ich nicht mehr ständig auf diese Fotos, die mich in einem idiotischen Bowlingshirt zeigen, schauen", fuhr er fort.

Und holte - wie in alten Zeiten - sogleich zum verbalen Rundumschlag gegen Warner aus: "Wenn Warner Brothers nur ein bisschen mehr Energie für ihre eigene Show aufbringen würde, dann wäre es vielleicht nicht ein solch dampfener Haufen Arsch", so Sheen in einem Telefoninterview.

Doch nur geschickte Eigen-PR?

Sheen war vor knapp einem Jahr wegen seiner Drogeneskapaden gefeuert und von Ashton Kutcher ersetzt worden. Seine mittlerweile legendäre Rolle als Onkel Charlie starb den Serientod. Unlängst hatte Sheen die Produzenten aufgefordert, auch die Serie sterben zu lassen.

Auch, weil seiner Meinung nach die Qualität der Show nicht mehr so gut sei wie noch zu Zeiten, da er jeden Tag vor der Kamera stand. "Ich glaube nicht, dass Kutcher mit den bestem Material arbeitet. Der Produzent arbeitet einfach an zu vielen Shows gleichzeitig", so Sheen in einem verbalen linken Haken gegen seinen Ex-Boss und Intimfeind, Men-Producer Chuck Lorre. Und fast schon mit ein bisschen Genuss vermeldeten diverse Internet-Portale, dass der alte Charlie Sheen, der, der sich gern mit wirren Haaren und von diversen "Goddesses" umgeben zeigte, Hollywood erneut aufmischen wird.

Oder ist das ganze neue Theater, so vermuten nicht wenige Branchenkenner, dann am Ende nicht doch nur gekonnte PR für seine neue Serie, die nicht von ungefähr "Anger Management" heißt?

Frank Siering, Los Angeles