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Nach Prügel-Attacke: Stars twittern gegen Perez Hilton

Er soll ihn verprügelt haben, dafür rächt sich Amerikas Promi-Blogger im Internet: Perez Hilton liefert sich über Twitter und Co. einen Schlagabtausch mit Will.I.Am von den "Black Eyed Peas". Selbst Dita von Teese und John Mayer haben sich eingemischt.

Von Jens Maier

"Ich wollte mit dem Wort, das ich gebraucht habe, ihm weh tun, niemand anderem. Leider bin ich derjenige gewesen, dem Weh getan wurde und anschließend einer Menge anderer Leute." Dieser Eintrag auf der Homepage von Promi-Blogger Perez Hilton ist der vorläufige Höhepunkt einer öffentlich ausgetragenen Schlammschlacht zwischen ihm und "Black Eyed Peas"-Frontmann Will.I.Am. Nicht über Zeitungen oder Zeitschriften, sondern über selbst verfasste Blog- und Twitter-Einträge liefern sich die beiden Streithähne seit Tagen einen Schlagabtausch, in den sich inzwischen sogar andere Prominente eingemischt haben.

Anlass der Aufregung ist ein Vorfall von vergangenem Sonntag. Am Rande einer Preisverleihung in Toronto soll Will.I.Am von den "Black Eyed Peas" auf Perez Hilton los gegangen sein und ihn ins Gesicht geschlagen haben. Grund für die Prügelattacke waren angeblich die Verbal-Attacken von Perez Hilton auf dessen Blog. Dort hatte er sich häufiger gehässig gegenüber der Band und Sängerin Fergie geäußert. Als Will.I.Am ihn darauf angesprochen habe, soll Hilton ihn als "Schwuchtel" beschimpft haben. Was dann folgt, hat Hilton auf Twitter dokumentiert.

Am Montagmorgen um 0.34 Uhr setzte er über das Netzwerk einen dramatischen Hilferuf an seine Fans ab: "Ich stehe unter Schock. Ich brauche so schnell wie möglich die Polizei." Er sei von Will.I.Am und dessen Manager angegriffen worden, heißt es einen Eintrag später, das sei "kein Witz". Erst nach drei weiteren Meldungen, um 1.16 Uhr, verkündet Hilton, dass die Polizei eingetroffen sei, und man diese nicht mehr anrufen solle. Am Dienstag dann die Antwort von Will.I.Am über die Homepage der Band: "Ich habe Perez niemals angefasst", bestritt der Rapper die Vorwürfe. Der Vorfall beschäftigt seitdem nicht nur den Staatsanwalt und die Medien, sondern auch Prominente.

"Ich stimme vielleicht nicht mit dem überein, was du sagst, aber ich werde bis zum Tod das Recht verteidigen, dass du es sagen darfst", schreibt die amerikanische Burleske-Tänzerin Dita von Teese in ihrem Twitter-Profil an Perez Hilton. Kritik sei Teil des Geschäfts und täte weh, rechtfertige aber keine körperliche Gewalt. Etwas anders sieht das Sänger John Mayer: "Die Leute wollen dich zwar nicht leiden sehen, aber sie wollen, dass dir etwas Gleichwertiges widerfährt", hält der Ex-Liebhaber von Jennifer Aniston auf Twitter dagegen und positioniert sich damit gegen den berühmten Blogger.

Perez Hilton ist in den USA gehasst und geliebt zugleich. Seine Meinung gilt inzwischen als genauso wichtig wie die der Zeitschrift "People". Über 100 Millionen Besucher lesen pro Monat, was der 31-Jährige über Prominente denkt. Vom "Forbes"-Magazin wurde er 2007 zum erfolgreichsten Star im Internet gekürt. Besonders beim Austeilen ist Hilton gnadenlos. Seine Fans lieben ihn dafür, bei den Hollywood-Stars hat er sich damit viele Feinde gemacht. Hilton muss sich jetzt den Vorwurf gefallen lassen, dass er den Zwischenfall für seine Zwecke aufbauscht.

In der Tat sind viele Fragen trotz Hiltons zahlreicher Mitteilungen über Twitter und Co. bisher unbeantwortet geblieben: Warum hat er zunächst behauptet, Will.I.Am habe ihn verprügelt und erst nachdem dieser protestierte eingeräumt, dass dessen Manager es war? Warum hat er, statt gleich einen Notruf abzusetzen, der in Kanada mit 911 unter der gleichen Nummer wie in den USA erreichbar gewesen wäre, über Twitter seine Fans um Hilfe gerufen? Und warum beschimpft ein bekennender Homosexueller und Schwulen-Aktivist einen anderen Mann als "Schwuchtel"?

Genaueres wird wohl erst ein Gerichtsprozess klären können. Bis dahin wird Perez die Öffentlichkeit wohl weiterhin per Blog und Twitter auf dem Laufenden halten. Zumindest für seine verbale Entgleisung hat er sich jetzt vorsichtshalber auf seiner Homepage entschuldigt. Freilich erst, nachdem sich auch die Organisation "Glaad", die gegen die Diffamierung von Schwulen und Lesben kämpft, gegen Hilton gestellt hatte. Und auch nicht bei Will.I.Am, sondern bei allen, die sich durch den Ausdruck beleidigt fühlen könnten.