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Paris Hilton auf dem Weg nach Stuttgart: Sie kam, sah und fluchte

Kulturschock im Inter City: Paris Hilton ist mit der Deutschen Bahn von Frankfurt nach Stuttgart gefahren. Doch der Erste-Klasse-Großraumwagen mit den rosa Plüschsitzen war offenbar nicht das, was die Hotelerbin erwartet hatte.

Von Jens Maier

Nein, das war nun wirklich nicht standesgemäß. Nicht für eine, die es gewohnt ist, in ihrem Privatjet durch die Gegend zu düsen. Nicht für eine, der jeder Wunsch von den Augen abgelesen wird. Und nicht für eine, die sich mit jedem erdenkbarem Luxus umgibt: Paris Hilton ist mit einem IC der Deutschen Bahn von Frankfurt nach Stuttgart gefahren. Die Fortbewegung in einem öffentlichen Verkehrsmittel war offenbar ein Kulturschock für die reiche Hotelerbin.

Nach stundelangem Hin und Her stieg Paris Hilton am Freitagabend doch noch in die Bahn nach Stuttgart. Um 18.18 Uhr nahm sie den IC 2295 via Darmstadt, Bensheim, Weinheim und Heidelberg, dabei sollte die 29-Jährige eigentlich schon mittags mit einem komfortableren ICE in die Schwabenmetropole reisen. Doch es kam anders. Madame Hilton wollte angeblich nach einer durchzechten Nacht im Frankfurter "King Kamehameha Club" ausschlafen. Und dann das!

Paris in der grauen Realität der Deutschen Bahn

Höchstens die Farbe der rosa Sitzbezüge dürften dem verwöhnten It-Girl geschmeichelt haben. Doch mit ihren sonstigen Ansprüchen schien der Erste-Klasse-Großraumwagen des Inter City wenig gemein zu haben: Plastikverkleidungen, angestaubte Vorhänge, Stoff- statt Ledersitze. "Ist das peinlich. Sieht aus wie ‘ne U-Bahn", soll die Hilton geflucht haben, als sie in der grauen Realität der Deutschen Bahn angekommen war. Dabei klang ihre Begeisterung fürs Bahn fahren am Tag zuvor noch ganz anders.

"Paris will unbedingt einmal mit der Bahn fahren - mit der Deutschen Bahn, damit Fans und die Presse sie hautnah erleben dürfen, während sie sich Deutschland aus nächster Nähe ansehen kann", behauptete ihr Management. Dass Paris Hilton von Anfang an von dieser Idee wenig begeistert gewesen sein dürfte, wurde am Freitagnachmittag klar. Statt Bahn wollte sie nämlich auf ihren Learjet umsteigen. Doch offenbar war die Zugfahrt unumstößlicher Teil ihres Vertrages mit einem österreichischen Getränkehersteller.

Dosenprosecco soll den Süden erobern

Die Hilton ist nämlich auf Werbetour in Deutschland und versucht, mit Dosenprosecco den Süden zu erobern. Doch statt das Zeug in der Nobeldisco P1 in München unters Volk zu bringen, fiel die Wahl auf die einzig logische Alternative: Stuttgart. Dort sollte sich die Hilton, die einen Bahnhof wahrscheinlich noch nie freiwillig von innen gesehen hat, nach den Worten ihres Managements auch noch "selbst ein Bild vom Stuttgarter Bahnhof und von den Plänen des Megaprojekts Stuttgart 21 machen".

Und während sich die staunenden Wutbürger fragten, ob dieser Plan vielleicht in der ein- oder anderen Proseccolaune entstanden ist, ging der Kelch noch einmal an Stuttgart vorüber. Und an Paris. Denn statt Bauzaun gucken ging es dann doch lieber gleich in eine Nobeldisco der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Im Penthouse Club tat die Hilton, was sie am besten kann: gut aussehen. Ganze 15 Minuten blieb sie und teilte ihren deutschen Fans dann via Twitter mit : "Tschüss Deutschland!" Stuttgart scheint in bleibender Erinnerung geblieben zu sein.