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Pooth-Pleite: Gläubiger wollen 27 Millionen Euro

Franjo Pooth steckt offenbar in tieferen finanziellen Schwierigkeiten als bisher angenommen. Gegen den Ehemann von Werbe-Ikone Verona, der mit seiner Firma pleite ging, haben Gläubiger Forderungen in Höhe von 27 Millionen Euro angemeldet.

Franjo Pooth, Ehemann der Werbe-Ikone Verona Pooth, steckt nach der Pleite seiner Elektronikfirma "Maxfield" noch tiefer in Schwierigkeiten als bisher bekannt. Der Insolvenzverwalter Michael Bremen berichtete in Düsseldorf, insgesamt hätten 461 Gläubiger Forderungen von knapp 27 Millionen Euro angemeldet.

Nach vorläufiger Prüfung seien Forderungen von mehr als 19 Millionen Euro berechtigt. Die Forderungen umfassen Millionenkredite von Banken ebenso wie Schadenersatzforderungen von 356 Kleingläubigern wegen defekter MP3-Player. Doch hätten die Gläubiger derzeit nur die Aussicht auf Zahlung einer "marginalen Quote", berichtete Bremen anlässlich der Gläubigerversammlung in Düsseldorf. Sie dürften also kaum etwas von ihrem Geld wiedersehen. Sein Hauptaugenmerk will der Insolvenzverwalter auf die Verwertung des vorhandenen Vermögens unter Einschluss der Markenrechte und die Durchsetzung gesellschafts- und insolvenzrechtlicher Haftungsforderungen legen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Frage, wann die Zahlungsunfähigkeit der Elektronikfirma eintrat. "Die Ertrags- und Vermögenslage der Maxfield GmbH ist in den Jahren 2006 und 2007 von erheblichen Verlusten und einer bilanziellen Überschuldung gekennzeichnet", erklärte der Anwalt. Die bislang gewonnen Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass das Unternehmen bereits Mitte 2007 reif für die Insolvenz gewesen sei. Tatsächlich angemeldet wurde die Pleite aber erst im Januar dieses Jahres. Dies könnte nicht zuletzt von strafrechtlicher Bedeutung sein.

Der Insolvenzverwalter rechnet mit einer Verfahrensdauer von mindestens zwei Jahren. Die Länge des Verfahrens werde nicht zuletzt davon abhängen, ob die gerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen erforderlich sei, oder ob es gelinge auf dem Verhandlungsweg befriedigende Ergebnisse für die Gesamtheit der Gläubiger zu erzielen. Angesichts der schlechten Aussichten ihr Geld zurückzubekommen, richten inzwischen einige Gläubiger ihre Hoffnungen auf die wohlhabende Ehefrau Verona.

Gegen den Ehemann von Werbei-Ikone Verona ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Bestechung und Insolvenzverschleppung. Er soll Sparkassen-Vorstände mit wertvollen Geschenken bestochen haben. Pooth hatte zugegeben, dass er teure Fernseher an die Betroffenen liefern ließ. Mehrere Düsseldorfer Sparkassenmitarbeiter waren auch zur Hochzeit der Pooths nach Wien gereist. Der Düsseldorfer Sparkassen-Chef Heinz- Martin Humme war ebenso wie Vorstandsmitglied Karl-Heinz Stiegemann wegen der Affäre fristlos entlassen worden.

DPA/AP / AP / DPA