HOME

Prinz Edward: Englands Prügel-Prinz schlägt zu

Weil er seinen Hund mit einem Stock traktiert haben soll, ist Prinz Edward, jüngster Sohn von Queen Elizabeth II., als Tierquäler beschimpft worden. Ein unschöner Vorwurf, dem sich das britische Königshaus nicht das erste Mal stellen muss.

Mit einem Angriff auf seine Jagdhunde hat Prinz Edward, 44, der jüngste Sohn von Queen Elizabeth II., Tierschützer gegen sich aufgebracht. Fotos zeigten den Grafen von Wessex, wie er mit einem rund einen Meter langen Stock gegen zwei Hunde ausholte, die sich um einen toten Fasan stritten. Unklar ist, ob der Prinz die Hunde während der Fasanenjagd im königlichen Revier Sandringham in der Grafschaft Norfolk mit den Hieben tatsächlich getroffen hat.

Britische Zeitungen druckten zwei Fotos ab, auf denen Edward auf dem königlichen Anwesen Sandringham im Osten Englands mit einem Jagdgewehr unter dem Arm und einem Stock in der Hand zu sehen ist. Auf dem ersten Bild peitscht der Stock durch die Luft, auf dem zweiten befindet er sich sehr nah am Kopf eines von Edwards Jagdhunden. "Leute in Blutsportarten neigen dazu, eine völlige Geringschätzung des Wohlergehens von Tieren an den Tag zu legen", kritisierte der Sprecher der Liga gegen grausame Sportarten, Barry Hugill, mit Blick auf die Jagdleidenschaft des 44-jährigen Prinzen.

Auch der Chef der Tierschutzsorganisation Animal Aid, Andrew Tyler, äußerte sich kritisch und sagte, einen Hund zu schlagen, sei eine "erbärmliche, feige und boshafte Tat". Der Buckingham Palast erklärte den Berichten zufolge jedoch, es sei nicht bewiesen, dass Edward den Hund geschlagen habe. "Er hat einen Streit zwischen seinen Hunden beendet und Fotos zeigen ihn einen Stock schwingend", sagte ein Palastsprecher. "Wir können jedenfalls nicht bestätigen, ob er den Hund getroffen hat." Vielmehr habe Prinz Edward die Hunde trennen wollen, so der Sprecher des Buckingham Palastes.

An der Jagd hatten nach einem Bericht der Zeitung "Mail on Sunday" auch Prinz William, Prinz Andrew sowie der Gatte der Königin, Prinz Philip, teilgenommen. Der britischen Königsfamilie war bereits in der Vergangenheit Tierquälerei vorgeworfen worden. Vor acht Jahren zeigte ein Foto Elizabeth II., wie sie den Hals eines Fasans umdreht. Ihr Enkel Prinz Harry wurde wegen des Abschießens von zwei seltenen Kornweihen von der Polizei befragt.

DPA/AFP / DPA