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EM 2021 "Bin angewidert": Prinz William äußert sich überraschend scharf zum Rassismus-Eklat

Herzogin Kate, Prinz William
Herzogin Kate und Prinz William im Londoner Wembley Stadion während des Finalspiels der Europameisterschaft im Männerfußball
© John Sibley/ / Picture Alliance
Mit einem Statement hat Prinz William die rassistischen Ausschreitungen nach dem EM-Finale in London scharf verurteilt. Seine Worte finden auf Twitter gemischte Reaktionen - denn Harry und Meghan werfen dem Königshaus vor, rassistisch zu sein.

Es war die hässlichste Seite der englischen Fußballfans, die sich nach dem EM-Finale am Sonntag zeigte: Nachdem drei junge Spieler der englischen Mannschaft Elfmeter verschossen, wurden diese in den sozialen Netzwerken mit rassistischer Hetze und Beleidigungen überzogen. In London, wo das Endspiel stattfand, kam es außerdem zu gewaltvollen Ausschreitungen, auch gezielt gegen Schwarze. Die Bürgerrechtsorganisation "All Black Lives UK" rief People of Color dazu auf, zur Sicherheit zu Hause zu bleiben. Prinz William hat diesen Rassismus-Eklat nun überraschend scharf verurteilt.

"Ich bin angewidert von den rassistischen Beschimpfungen, die nach dem Spiel gestern Abend auf die englischen Spieler niedergingen", war am Montag in einem Tweet des Kensington Palasts zu lesen. Es sei absolut inakzeptabel, dass die Spieler dieses abscheuliche Verhalten ertragen müssten. "Das muss jetzt aufhören und alle Beteiligten sollten zur Verantwortung gezogen werden", heißt es weiter. Unterschreiben war das Statement mit "W" für William. 

Prinz William betont, dass die Königsfamilie nicht rassistisch sei

Es ist selten, dass sich die britische Königsfamilie so deutlich positioniert. Anfang des Jahres hatten Williams Bruder Prinz Harry und dessen Frau Herzogin Meghan dem Palast in einem Interview vorgeworfen, rassistisch zu sein. Es habe Bedenken gegeben, wie dunkel die Hautfarbe ihres Sohnes Archie ausfallen würde. William soll über die Anschuldigungen sehr wütend gewesen sein. Auf die Frage eines Reporters sagte er damals am Rande einer Veranstaltung, dass die Königsfamilie "überhaupt nicht rassistisch" sei. 

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Auf Twitter fielen die Kommentare zu dem Statement deshalb gemischt aus. "Wo war diese Energie, als es um Herzogin Meghan ging?", fragten zahlreiche Nutzer:innen. Williams Schwägerin war in der britischen Presse und den sozialen Netzwerken ebenfalls rassistischen Beschimpfungen ausgesetzt. Andere feierten den Herzog für seine Entschiedenheit. "Der zukünftige König hat gesprochen!", hieß es zum Beispiel.

William ist die Nummer zwei in der britischen Thronfolge und steht dem englischen Fußballverband FA vor. Er und seine Frau Herzogin Kate, sowie sein ältester Sohn Prinz George, sieben Jahre alt, verfolgten das Endspiel live im Stadion in London. Sie fieberten dort beim Elfmeterschießen mit und sahen, wie gleich drei englische Spieler - Marcus Rashford, Jadon Sancho und Bukayo Saka -  daran scheiterten. Prinz William sprach der Mannschaft hinterher in der Kabine seine Anerkennung aus und lobte sie trotz der Niederlage für ein tolles Turnier.

sst

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