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Kurze Beine, große Ohren Corgis: Wie sich die Queen in die Hunderasse verliebte und damit einen Hype auslöste

Queen Elizabeth II. Prinzessin Margaret
Die Liebe von Queen Elizabeth II. (r.) für kurzbeinige Hunde begann früh. Hier ist sie 1936 gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Prinzessin Margaret zu sehen
© AP
Queen Elizabeth II. nannte ihre Corgis nur "die Mädchen" und "die Jungen". Sie löste mit ihrer Liebe zu den Hunden einen weltweiten Hype und eine Begeisterung für die Tiere aus.

Als Queen Elizabeth II. gerade einmal 32 Jahre alt war, Mutter von zwei Kindern, entwarf sie einen Grabstein: Für ihre geliebte Hündin Susan, die sie zu ihrem 18. Geburtstag bekommen hatte. "Ich hatte immer befürchtet, sie zu verlieren", schrieb die Königin in ihrem Kummer, "aber ich bin so dankbar, dass ihr Leiden so gnädig kurz war."

Auf dem Grabstein von Susan, die auf dem Haustierfriedhof von Sandringham, dem königlichen Anwesen in Norfolk, begraben wurde, steht:  "Susan – geboren am 20. Februar 1944. Gestorben am 26. Januar 1959. Fast 15 Jahre lang die treue Begleiterin der Königin". 

Corgis, ein Phänomen

Es war das Ende für einen Pembroke Welsh Corgi, aber nicht für die Liebe der Majestät zu den Vierbeinern. In den nächsten sechzig Jahren sollte Queen Elizabeth II. 30 Nachkommen von Susan besitzen, einen Massenmarkt für den Hund mit den kurzen Beinen und den großen Ohren ins Leben gerufen haben und versehentlich den Dorgi erfinden, mit der Hilfe von Prinzessin Margarets verliebtem Dackel.

Ursprünglich kommen die Corgis aus Wales. Der Pembroke hat eine kompakte Figur und kleine Ohren. Es gibt ihn in den Farben Rot, Zobel sowie Schwarz und Rot gemischt (Tricolour). Er hat etwas Fuchsartiges an sich. Laut Zuchtstandard soll er eine Höhe bis zu 30,5 Zentimeter erreichen und maximal 12 Kilogramm wiegen. 

Queen Elizabeth II. machte die Corgis weltweit bekannt

In Wales waren die Corgis ein vertrauter Anblick, in England jedoch relativ neu. Als Prinzessin Elizabeth sieben Jahre alt war, verliebte sie sich Hals über Kopf bei Freunden in einen Corgi, sie wollte danach unbedingt selbst einen haben. Also gab der Duke of York, Elizabeths Vater, nach und wandte sich an eine Züchterin. 

Man entschied sich für einen kleinen Corgi, der unter dem Namen Dookie bekannt wurde, weil der Duke of York sein Besitzer werden würde. Dookie aber benahm sich furchtbar: Er biss Höflinge und Besucher hemmungslos, was die Presse nicht davon abhielt, ein Foto von Elizabeth und dem kleinen Tyrannen zu machen, das die Öffentlichkeit bezauberte und den Bekanntheitsgrad des Pembroke-Corgis erhöhte und die Verkaufszahlen der Hunderasse ankurbelte.

Für Queen Elizabeth II. sollen die Corgis mehr als nur Haustiere gewesen sein. Sie waren eine Verbindung zu ihrem Vater und eine Erinnerung an eine unbeschwerte Zeit. 

Corgis genossen Freiheit bei Queen Elizabeth II.

Während ihr Ehemann Prinz Philip ein Leben lang ein wenig hinter seiner Frau herlief, huschten die Corgis voraus – und genossen eine Freiheit, die der Königin selbst verwehrt blieb. Prinzessin Diana soll den Ausdruck "ein sich bewegender Teppich" geprägt haben. Damit beschrieb sie die quirligen Hunde, die ihr vorausgingen. Queen Elizabeth II. nannte sie nur "die Mädchen" und "die Jungen". In all den Jahren ihrer Zucht hat sie nie einen ihrer Welpen verkauft. Alle blieben bei ihr oder wurden an Züchter, Verwandte oder Freunde weitergegeben. 

Prinz Andrew und seine Ex-Frau Sarah Ferguson werden sich nun nach dem Tod der Königin um ihre hinterbliebenen Corgis kümmern. Ein Sprecher des Herzogs von York sagte laut "The Guardian", dass er und Sarah Ferguson die Vierbeiner namens Muick und Sandy aufnehmen. Die beiden Hunde hatte die Queen von Andrew und seiner Familie geschenkt bekommen.

Mehr über den Hype um Corgis, die Geschichte der Hunderasse und was an der Kritik von Tierschützern an den kurzbeinigen Hunden dran ist, erfahren Sie hier

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