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Streit um Verträge "Modern Family"-Stars verklagen Fox Studios


Klage des "Modern Family"-Cast: Mit einem sehr riskanten Schachzug versuchen Sofia Vergara und ihre Kollegen ihre Gehälter aufzubessern. Nur Ed O'Neill klagt nicht.
Von Frank Siering, Los Angeles

Eine der erfolgreichsten amerikanischen TV-Komödien steht kurz vor dem Aus. Fünf der sechs Stars von "Modern Family" (hierzulande im Spartensender RTL Nitro zu sehen) haben in Los Angeles plötzlich und unerwartet Klage gegen ihren Arbeitgeber 20th Century Fox TV eingereicht. Ty Burrell, Julie Bowen, Jesse Tyler Ferguson, Eric Stonestreet und Sofia Vergara verlangen demnach, dass ihre bestehenden Verträge für null und nichtig erklärt werden, weil sie angeblich gegen das kalfornische Arbeitsrecht verstoßen.

Anwälte der Schauspieler berichteten am Dienstag in Los Angeles, dass die Verträge der Komiker von Februar 2009 bis Juni 2016 reichen. Nach kalifornischem Arbeitsrecht dürfen Service-Vereinbarungen angeblich aber nicht über sieben Jahre hinausgehen.

Weiter, so die Juristen, sei der "Modern Family"-Cast von Fox dazu verpflichtet worden, keine anderweitigen Jobs anzunehmen. Auch das sei ein Verstoß gegen geltendes Gesetz. In einer Erklärung vom Rechtsbeistand der TV-Stars hieß es gestern: "Modern Family ist ein großartiger finanzieller Erfolg. Dieser Erfolg allerdings wurde leider durch eine Ansammlung von illegalen Verträgen manifestiert."

Forderung nach höheren Gagen

Fox hat bisher noch keine Stellungnahme zu der Sammelklage abgegeben. Aber aus Studiokreisen in Los Angeles ist zu hören, dass die Klage eine "klare taktische Maßnahme vom Cast sei, die bestehenden Honorare exponentiell in die Höhe treiben zu wollen". Nach Berichten des Branchenblattes "Hollywood Reporter" hatten die Fox Studios den Schauspielern unlängst eine Gagenerhöhung angeboten.

Demnach sollte das Gehalt wie folgt gestaffelt werden: 150.000 Dollar für jeden der sechs Hauptdarsteller plus Bonuszahlung von 50.000 Dollar pro Folge in der vierten, 200.000 Dollar pro Folge in der fünften, 225.000 Dollar für die sechste und schließlich 325.000 Dollar pro Folge für eine angepeilte neunte Staffel. Der Cast allerdings habe dieses Angebot abgelehnt und verlange "viel mehr Geld", so ein Branchenkenner. "Modern Family" hat in den USA gerade die dritte Staffel abgeschlossen.

Diese Art von riskantem Vertragspoker ist in den USA übrigens nicht neu. Schon in der Vergangenheit hatten die Stars der Hit-Show "Friends" mit Jennifer Aniston, Courtney Cox, David Schwimmer, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc und Matthew Perry gut "nachverhandelt". Nach der Drohung, die Serie - eine der erfolgreichsten Comdey-Shows, die jemals produziert wurde - platzen zu lassen, musste NBC nachgeben und jedem der Stars eine Million Dollar pro Episode zahlen.

"Al Bundy" hält sich raus

Ob die "Modern Family"-Schauspieler eine ähnlich horrende Forderung gestellt haben, ist derzeit noch unklar. Aber in Los Angeles gehen TV-Experten davon aus, dass die Gehälter der Stars nach deren Forderungen verdoppelt werden sollen.

Einer, der sich gut auskennt mit diffizilen Kontrakt-Verhandlungen ist übrigens nicht auf der Klägerliste zu finden. Ed O'Neill, der einstige "Al Bundy", der den grummeligen Ehemann von Sofia Vergara spielt, hat als einziger nicht geklagt. Einen Grund dafür gab er nicht an. Aber es ist mehr als nur Spekulation, dass O'Neill von Anfang an einen besseren Vertrag als seine Kollegen augehandelt hatte. Am gestrigen Dienstag allerdings erklärte O'Neill den Kollegen seine Solidarität.

"Modern Family" wurde unlängst für 14 Emmy Awards nominiert. In den vergangenen zwei Jahren gewann die Serie diese Trophäe bereits zweimal. Auch das dürfte sicherlich ein Grund dafür sein, dass die Stars jetzt endlich richtig Reihbach machen wollen.


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