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Valentinstag: Rosen verboten

Während weltweit Millionen den Tag der Liebe feiern, haben in Saudi- Arabien die Sittenwächter dem Valentinstag den Kampf angesagt. Und auch in Brasilien gehen die Liebenden leer aus.

Amerikaner schicken millionenfach Grußkarten, Deutsche, Schweizer und Spanier schenken Blumen und Pralinen - an diesem Montag bezeugen Liebende in aller Welt zum Valentinstag wieder mit kleinen Gaben ihre Zuneigung. Auch in Frankreich schlagen die Herzen höher. Einer Umfrage zufolge hofft jeder zweite junge Franzose auf ein Geschenk als "Zeichen der Liebe". Nur in Brasilien gibt es keine feurigen Liebeserklärungen. Dort wird der so genannte Tag der Verliebten erst am 12. Juni gefeiert. Und auch in Saudi-Arabien ist die Feierstimmung eher verhalten. Vor allem der Verkauf roter Rosen soll dort unterbunden werden, weil "dem Muslim das Feiern heidnisch-christlicher Feste verboten ist", wie es von der Gesellschaft zur Förderung der Tugend und zur Verhinderung der Sünde hieß.

Der Tag der Liebenden

Um die Ursprünge des Valentinstages ranken sich verschiedene Legenden. Einer Überlieferung zufolge geht der Tag der Liebenden auf die Zeiten von Kaiser Claudius II. zurück. Er soll im alten Rom die Auflösung sämtlicher Eheversprechen befohlen haben, um genügend ungebundene junge Männer für seine Feldzüge zu gewinnen. Ein Priester namens Valentin widersetzte sich den Anweisungen und traute weiter heimlich Liebespaare. Dafür soll der Heilige an einem 14. Februar im 3. Jahrhundert hingerichtet worden sein. Bereits im 14. Jahrhundert wurde der Valentinstag als Fest der Liebenden gefeiert. Das erste bekannte Valentins-Gedicht schrieb der eingekerkerte Herzog von Orléans 1415 an seine Frau.

Das Geschäft mit der Liebe

Geldbörsen, Teddys, Schokolade, Terminplaner - fast alles, was sich in rosafarbenem Cellophan verpacken und mit Herzen schmücken lässt, wird in den USA zum Valentinstag vermarktet. 97 Dollar (76 Euro) gibt jeder Amerikaner im Schnitt für Präsente aus - insgesamt 13 Milliarden Dollar, erwartet der Einzelhandelsverband. Karten flattern nicht nur den Liebsten ins Haus, sondern auch Omas, Onkeln, Nachbarn, Lehrern und Erbtanten. Der amerikanische Grußkarten-Verband GCA frohlockt: Er rechnet mit einer Milliarde verkauften Karten. 85 Prozent der Absender seien Frauen.

In Deutschland fand der Valentinstag nach dem Zweiten Weltkrieg durch die US-Besatzung seine Anfänge. Mittlerweile ist der Brauch auch bei jungen, westlich orientierten Japanern und Chinesen sehr beliebt. In Japan schenken die Frauen als Zeichen ihrer Zuneigung Schokolade. Je aufwendiger die Verpackung und je kräftiger deren Rosa-Ton ist, desto größer ist die Zuneigung.

Liebespaare gejagt

Auch in Indien wird der Valentinstag immer populärer, was aber den Widerstand radikaler Hindus hervorruft. Nach deren Meinung ist der Valentinstag eine westliche Erscheinung, die die indische Jugend verdirbt. Radikale Hindus jagten in der Vergangenheit Liebespärchen und besprühten deren Gesichter mit Ruß oder Farbe.

Anders als in Saudi-Arabien gibt es in anderen arabischen Staaten mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit kein Valentinstag-Verbot. So bieten Supermärkte in der ägyptischen Metropole Kairo schon seit Tagen rote Plüschherzen und andere Geschenke zum "Fest der Liebe" an.

Die schönste Geschichte zum Valentinstag könnte sich in Südafrika abspielen. Im Zoo von Johannesburg soll am Montag das smarte Gorilla- Männchen Makoko aus Münster der trauernden Gorilla-Witwe Lisa vorgestellt werden. Deren große Liebe Max starb im Mai 2004

DPA / DPA