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Victoria und ihr Prinz Daniel: Beim Ja-Wort kamen die Tränen

Eine Heirat, die wirklich zu Herzen ging: Trotz aller Etikette war die Hochzeit von Victoria von Schweden und Daniel Westling zum Heulen schön. Denn beiden war anzumerken: Es ist Liebe.

Von Jens Maier

Die Nervosität war ihm sichtbar anzumerken. Als seine Braut ihm den Ehering ansteckte, zitterte seine ganze Hand. Immer wieder versuchte sie, ihn zu beruhigen, streichelte seine Hand. Doch die Anspannung, sie fiel erst mit einer Träne von ihm ab: Nachdem Kronprinzessin Victoria von Schweden ihm das Ja-Wort geben hatte, wischte er sich ein Tränchen unter seiner großen Hornbrille hervor. Und das schwedische Publikum, das draußen vor der Tür die Zeremonie verfolgte, wusste in diesem Moment: Ja, der ist der richtige für unsere Victoria.

Der Bürgerliche Daniel Westling und Schwedens Kronprinzessin Victoria haben am Samstag in der Stockholmer Domkirche geheiratet - auf den Tag genau 34 Jahre nach der Hochzeit von Königin Silvia und König Carl Gustaf von Schweden. Zehn amtierende Monarchen, der Hochadel aus ganz Europa und die Familie von Daniel Westling haben der Zeremonie beigewohnt. Mehr als 200.000 Menschen säumten die Straßen der Hauptstadt um dem jungen Brautpaar zuzujubeln. Die Hochzeit ist der Triumph einer großen Liebe, die viele Hürden überwinden musste.

Eine Liebe gegen alle Widerstände

Erst der Widerstand von König Carl Gustaf von Schweden, der gegen die Liaison seiner Tochter mit dem Fitnesstrainer Westling war, dann die Negativschlagzeilen in den Boulevardzeitungen: Westling sei "dumm" und "wenig standesgemäß", behaupteten seine Kritiker. Und schließlich die Bulimie-Krankheit von Victoria, die sie dank der Hilfe ihres Daniels überwand. Im vergangenen Jahr drohte dann eine Nierenkrankheit von Westling die geplante Heirat noch einmal zu verzögern. Ganz gesund ist er noch immer nicht, doch sieben Jahre nachdem sie sich in seinem Fitnessstudio kennengelernt hatten, war es jetzt endlich soweit.

Victoria genoss ihre Hochzeit sichtlich. Überglücklich wirkte sie, als sie mit Daniel endlich vor dem Altar stand, kümmerte sich rührend um den angespannten Bräutigam. Der war bereits zu Tränen gerührt, als seine Victoria in ihrem schlichten weißen Brautkleid zum ersten Mal vor ihm stand. Es stammt von dem schwedischen Designer Per Engsheden, Victorias Lieblingsschneider und war ebenso modern, wie sich das schwedische Königshaus bei der ganzen Zeremonie gab: keine Spur von der Steifheit, wie sie bei den englischen Royals herrscht. Statt nur Hochadel und Familie einzuladen, bestand Victoria darauf, auch ihre Ärztin, die ihr damals im Kampf gegen ihre Bulimie geholfen hatte, einzuladen. Und sie hat sich wie immer durchgesetzt.

Englischer Affront gegen Schweden

Vielleicht war Königin Elisabeth deshalb gleich ganz zu Hause geblieben. Aus England war lediglich Prinz Edward zur Hochzeit gekommen, ein kleiner Affront gegen Schweden. Während die Prinzen Harry und William in Südafrika lieber die WM besuchen, habe Charles seine Teilnahme angeblich verweigert, weil Victoria während seiner Hochzeit mit Camilla lieber ein weiteres schwedisches Möbelhaus eröffnet hatte, statt ins spießige Windsor zu reisen. Doch Charles ist was Hochzeiten anbelangt ohnehin kein gutes Vorbild. Er durfte seine große Liebe Camilla schließlich erst nach etlichen Jahren zur Braut nehmen, hat vorher dem Drängen seiner Mutter nach einer Heirat mit Diana nachgegeben. Einen Fehler, den Victoria nicht gemacht hat.

Sie wollte immer den heiraten, den sie liebt: Daniel Westling. Und dass es bei Victoria und Daniel die große Liebe ist, darin sind sich in Schweden spätestens nach dieser Hochzeit alle einig. Als sich das frisch vermählte Paar auf der Treppe vor der Kirche endlich einen Kuss gab, brach bei den Zuschauern Jubel aus. Im Protokoll stand dieser Kuss nicht. Aber auch das dürfte Victoria herzlich egal gewesen sein. Und genau dafür lieben sie die Schweden - und ihr Daniel auch. Dieses Paar werde für immer zusammen bleiben, kommentierten schwedische Zeitungen prompt. Und wer weiß, vielleicht gibt es im nächsten Jahr bereits einen neuen Grund für Schweden, zu feiern: eine feierliche Taufe.