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Badeanzug-Fotos entdeckt: Was fand König Edward an der knöchrigen Wallis Simpson?

Bisher unbekannte Schnappschüsse des Abdankungskönigs Edwards VIII. und seiner Mätresse wurden in den USA im Nachlass einer Freundin von Wallis Simpson gefunden. Die Bilder zeigen das Skandalpaar von einer ungewohnt privaten Seite.

Wallis Simpson im Badeanzug mit Freunden

Mätresse zu Wasser und zu Land: Wallis Simpson (links) am Strand in Griechenland, wohin sie den britischen Thronfolger zusammen mit ihren Freunden Katherine und Herman Rogers im Sommer 1936 begleitete.

Eine verführerische Bikini-Schönheit sieht anders aus: knochige Figur mit mehr als vollständigem Badeanzug und unattraktiver Badekappe, noch weniger Pamela Anderson geht nicht. Und doch war Wallis Simpson, damals 39 Jahre alt, einem der begehrtesten Junggesellen der damaligen Zeit ein Königreich wert.

Edward VIII. im Urlaub, Sommer 1936

Keine köngliche Gestalt: Im Sommerurlaub am Mittelmeer wirkte Edward VIII. von England nicht immer entspannt, trotz zwangloser Kleidung.

Edward VIII., Onkel der heutigen Königin Elisabeth II., dankte ihretwegen nach wenigen Monaten Regentschaft im Dezember 1936 ab, weil weder seine Familie noch die Britische Regierung ihm gestatten wollten, diese geschiedene und in zweiter Ehe wiederverheiratete bürgerliche Amerikanerin zu seiner Königin zu machen, er ohne sie dieses für ihn sowieso ungeliebte Amt aber nicht ausfüllen wollte. Abgesehen von ihrem dubiosen Vorleben machte der Regierung vor allem Sorgen, dass Mrs. Simpson unter anderem auch mehr als engen Kontakt zum damaligen deutschen Botschafter in London, Joachim von Ribbentrop, pflegte. Der Verdacht, dass sie in Edwards Schlafzimmer aufgeschnappte Staatsgeheimnisse an Hitler-Deutschland weitergab, war der Hauptgrund, eine Ehe mit dem König unbedingt verhindern zu müssen.

Edward VIII. mit Freunden in Balmoral

Ein König als Wichtelfigur: Edward VIII. im Herbst 1936 (zweiter von links) mit Louis Mountbatten (ganz links), seiner Geliebten Wallis Simpson (zweite von rechts) und Freunden im schottischen Balmoral.

Über zwei Jahre hatte das ungleiche Paar seine Beziehung fern der Öffentlichkeit gelebt, nur engste Kreise um den damaligen Prinzen von Wales wußten davon. Die königliche Familie ignorierte Mrs. Simpson geflissentlich, wie die zahlreichen vorherigen Mätressen des Thronfolgers auch. Bisher hatte er sich stets mit verheirateten Damen aus der besseren Londoner Gesellschaft zusammengetan. Thelma Furness, ebenfalls gebürtige Amerikanerin und mit einem englischen Adeligen verheiratet, war seit den späten 20er Jahren seine Geliebte gewesen, zur allseitigen Zufriedenheit, da sie eine ebenso schöne wie diskrete Frau war und keine Ansprüche stellte, geheiratet zu werden. 1934 beging sie allerdings den Fehler, den Prinzen mit ihrer langjährigen Freundin Wallis bekannt zumachen und sie zu bitten, sie möge sich seiner doch ein wenig annehmen, solange sie einen Besuch in den USA machte.

Daraufhin begann eine Affäre, die zu einer Verfassungskrise auf der Insel führen und zum ersten Mal in der Geschichte des Königreiches in einer königlichen Abdankung gipfeln sollte.

Spekulationen um Liebeskünste von Wallis Simpson

Was der als Womanizer bekannte Prinz an der nicht besonders attraktiven Amerikanerin nun eigentlich fand, darüber wird bis heute gerätselt. Zeitzeugen haben berichtet, dass sie zwar nicht schön, aber immer erstklassig gekleidet war, außerordentlich viel Esprit sowie eine scharfe Zunge hatte und ein Gespür dafür, wie man Menschen manipuliert. Hinter vorgehaltener Hand spekulierte man auch darüber, dass Wallis auf Reisen nach Asien mit ihrem ersten Ehemann in dortigen Bordellen spezielle Liebeskünste erlernt habe, mit deren Hilfe sie den Prinzen von Wales an sich band.

Eine der langjährige Freundinnen von Wallis Simpson noch aus Jugendzeiten in Amerika, Katherine Rogers, hatte sie schon in China einmal in ihrem Haus aufgenommen, als diese von ihrem ersten Mann getrennt und in finanziellen Schwierigkeiten war. Auch im Sommer 1936 erwies Katherine sich als treue Freundin und begleitete mit ihrem Mann das Paar, das zuhause in England zunehmend unter Druck stand, auf ihrem Urlaub ans Mittelmeer.

Die Enkelin von Katherine Rogers lässt nun Teile aus dem Nachlass versteigern, darunter ein Fotoalbum mit 200 Schnappschüssen aus jenem Sommer 1936. In einer Zeit, als es noch keine Teleobjektive gab, hatten solche Bilder Seltensheitswert; gelang einmal einem Fotografen ein Abschuss vom englischen König und seiner Geliebten, erschien das Bild zwar in Zeitungen auf dem Kontinent, in England jedoch nicht. Die britischen Behörden machten sich sogar eine Zeitlang die Mühe, importierte Zeitungen aus anderen Ländern auf Berichte über ihren König hin durchzusehen und die betreffenden Artikel herauszuschneiden, bevor sie England erreichten. So gelang es tatsächlich bis in den Herbst 1936, die Skandalbeziehung vor der britischen Öffentlichkeit zu verbergen. Doch im Dezember desselben Jahres kam die Affäre doch ans Licht, es folgte die spektakuläre Abdankung des Königs und seine Ausreise ins französische Exil, wo er und Wallis heirateten und fortan als Herzog und Herzgin von Windsor lebten.

 

Silbertablett des Herzogspaares von Windsor für das Ehepaar Rogers

Prachtvoller Freundschaftsbeweis: Das Silbertabeltt war ein Geschenk von "Edward and Wallis" für Herman Rogers.

Am 14. Juni werden diese bisher unbekannten Bilder und einige Geschenke des Herzogspaares an Katharine und Herman Rogers im Auktionshaus Kerry Taylor in London versteigert. Man darf gespannt sein, wie weit der 80 Jahre alte Mythos dieses berühmten Liebespaares immer noch trägt und ob die Erinnerungsstücke ihre Interessenten findet. Die Auktion des herzoglichen Nachlasses 1997 bei Sotheby’s ergab 23 Millionen US Dollar ...