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Meghan Markle Ihr Vater ist insolvent, ihr Halbbruder auch: Wer ist die Frau, die Prinzessin werden könnte?

Meghan Markle: Ihr Vater ist insolvent, ihr Halbbruder auch: Wer ist die Frau, die Prinzessin werden könnte?
Erstmals öffentlich als Paar zeigen sich Markle und Prinz Harry im März 2017. Der Anlass ist die Hochzeit von Prinz Harrys bestem Freund Tom Inskip auf Jamaika. Mit ihrer Rolle als Anwaltsgehilfin Rachel in der TV­Serie „Suits“ gelingt Markle 2011 der Durchbruch als Schauspielerin. Sie muss dafür von L.A. nach Toronto umziehen, da die Serie in der kanadischen Stadt gedreht wird. Meghan Markle war schon einmal verheiratet. Die Ehe der Schauspielerin mit dem Filmproduzenten Trevor Engelson wurde allerdings 2013 nach nur zwei Jahren geschieden. Schon bevor die Beziehung mit Harry offiziell bestätigt wurde, konnten ihre Follower bei Instagram Hinweise darauf in ihren Fotos entdecken: kuschelnde Bananen mit dem Kommentar „Schlaf gut, Kuss“ oder englischer Tee aus einer Elefantenkanne – Harrys Lieblingstier. Sie bezeichnet sich selbst als „Foodie“, also als jemanden, der Essen und Kochen liebt. Sehr freizügig gibt sich Meghan Markle 2006 als Assistentin in der US­-Ausgabe der TV­-Gewinn­ Show „Deal or No Deal“. Tief dekolletiert präsentiert sie den Koffer mit der Nummer 24. Ihre beiden Mischlingshunde Guy und Bogart stammen aus dem Tierheim. Die US-­Talkmasterin Ellen DeGeneres war an dem Tag zufällig auch im Tierheim und machte Markle auf die Hunde aufmerksam. Interessiert notierte die Presse, dass Meghan Markle kürzlich ein ähnliches Kleid der Designerin Diane von Fürstenberg trug wie Prinzessin Kate – allerdings in Blau und in der deutlich kürzeren Variante. Meghan Markles Leidenschaft für Yoga wurde früh geweckt. Ihre Mutter nahm sie als Kind oft zu ihren Kursen mit. Inzwischen gibt die 35­Jährige in ihrem erfolgreichen Lifestyle­Blog „The Tig“ selbst Yoga-Tipps. Seit Markle und Prinz Harry ein Paar sind, belagern Paparazzi regelmäßig ihr Haus in Toronto. Den geforderten Polizeischutz bekommt sie zwar nicht, doch Beamte klären sie über ihre Rechte gegen zudringliche Fotografen auf.
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Die neue Freundin von Prinz Harry bringt wieder Glanz und Skandale ins britische Königshaus. Wer ist diese Meghan Markle?
Von Fiona Weber-Steinhaus

Eine junge Frau in Wachsjacke und Gummistiefeln wollte im Februar Blumen kaufen, fünf Minuten von Prinz Harrys Cottage im Kensington Palast entfernt. "Die hat gefühlt eine Dreiviertelstunde alles angefasst und nur gefragt", erinnert sich Rory, Blumenverkäufer in dritter Generation auf der Kensington High Street, London. "Meine Kollegin hätte ihr beinahe gesagt, sie soll verschwinden." Verschwinden ist höflich übersetzt. In Wirklichkeit sagt Rory: "My colleague almost told her to fuck off." Keiner erkannte die junge Frau. Bis sie nachher das Foto in allen britischen Boulevardzeitungen sahen.

Meghan Markle war eine durchschnittlich bekannte Schauspielerin, die auf ihrem Lifestyleblog über Rotwein und Chiasamen-Müsli schrieb und als UN-Botschafterin nach Ruanda reiste. In der amerikanischen Serie "Suits" spielt sie seit der ersten Staffel die Anwaltsassistentin Rachel Zane. Letztes Jahr war sie aber auch die meistgegoogelte Schauspielerin. Sie hat über 1,5 Millionen Instagram-Follower. Alte Filme mit ihr, vom Format eher RTL2-Wiederholung Montagnachmittag, werden als DVD-Sonderedition verkauft. Der Grund: Markle ist seit November offiziell die neue Freundin des wohl begehrtesten Junggesellen Großbritanniens - Prinz Harry. Vergangenen Sommer lernten die beiden sich bei einer Charity-Feier in Toronto kennen.

Als Meghan Markle mit Prinz Harry anbandelte, erschauerte die Presse

Markle, 35, ist drei Jahre älter als er. Sie ist Schauspielerin, geschieden, nicht adelig, hat eine schwarze Mutter und stammt obendrein noch aus Amerika. In einer normalen Beziehung nicht weiter erwähnenswert. Doch 80 Jahre zuvor hatte bereits eine andere Amerikanerin die royale Familie erschüttert: Queen Elizabeths Onkel, Edward VIII, wollte 1936 die zweifach geschiedene Wallis Simpson heiraten. Seine Regierung aber war dagegen. Die Heirat sei nicht verfassungsgemäß, sagte sie. Nach nur elf Monaten dankte Edward ab, aus Liebe. Er und Simpson heirateten in Frankreich und lebten im Exil. Elizabeths Vater, der stotternde George, Nicht-Royalfans aus dem Film "The King's Speech" bekannt, wurde König.

Als Markle mit Prinz Harry anbandelte, erschauerte die britische Presse freudig. Eine neue Mrs Simpson! Endlich wieder Geschichten! Zwar war Familie Windsor selten so beliebt wie momentan - aber auch selten so brav und langweilig. Prinz William, in der Warteschleife zum Thron, verliert sein Haupthaar und arbeitet als Hubschrauberpilot. Prinzessin Kate fährt schon lange nicht mehr nachts betrunken aus Clubs nach Hause. Stattdessen macht das Paar, im Auftrag von Außenminister Boris Johnson, eine Brexit-Promotour durch europäische Länder.

Dabei waren die Skandale von Harry und William eh vergleichsweise klein: Prinz Harry verkleidete sich zwar mal als Nazi. Mrs Simpson aber soll eine Affäre mit Hitlers späterem Außenminister Joachim von Ribbentrop gehabt haben. In den Neunzigern ließen sich gleich drei der vier Kinder von Queen Elizabeth scheiden. Charles wurde abgehört, als er sagte, er wolle Camillas Tampon sein. Sarah Ferguson, damals die Ehefrau von Charles' Bruder, ließ sich die Zehen von ihrem texanischen Finanzberater lutschen. Prinzessin Diana starb in Paris, als sie von Fotografen im Auto verfolgt wurde.

"In der Liebe gibt’s ja nichts Besseres, als dieselben Ziele zu haben"

"Die Neunziger waren eine schlimme Zeit für das Königshaus", seufzt die Rentnerin Margaret Tyler, am Revers des Union-Jack-Jacketts eine untertassengroße Diana-Brosche. "Wir haben noch alle das Bild vor Augen, wie Prinz Harry hinter dem Sarg seiner Mutter herlaufen musste." Die 73-Jährige ist so etwas wie die Monarchieexpertin des Volkes. Tyler hat ihr Häuschen in Wembley, Nord-London, mit 10.000 Stück royalen Tassen, Puppen und anderem Nippes so vollgestellt, dass sie nur auf dem Sofa essen kann, den Teller auf den Knien. Aber jetzt seien wieder schöne Zeiten, sagt sie. Dem Mädchen aus Simbabwe - Harrys Exfreundin Chelsy Davy - sei der Trubel vielleicht zu viel geworden. Aber dieses Mal, mit der Amerikanerin, wird es ernst mit Heirat, findet Tyler. Es sei egal, dass Markle schon mal verheiratet gewesen sei. "In der Liebe gibt’s ja nichts Besseres, als dieselben Ziele zu haben." Harry und Meghan seien beide Charity-Personen - oder Philantropen, wie sie selbst sagen würden.

Vergangenen Mai noch erzählte Harry, wie schwer es sei, Frauen kennenzulernen: "Ich rede mit einer Frau im Pub - schon gilt sie als meine zukünftige Ehefrau, und alle klopfen bei ihr an."

Bei Markle blieb es nicht beim Klopfen. Ein Fotograf soll in ihre Garage in Toronto eingedrungen sein. Ihre Mutter wurde mehrfach abgepasst. Ihre Halbschwester erzählte den Boulevardblättern, Markle hätte sie im Stich gelassen, seitdem sie an Multipler Sklerose erkrankt sei. Ihr Vater ist insolvent, ihr Halbbruder auch. Eine Zeitung titelte: "Harrys Girl bei Pornhub" neben einem Bild von Markle. Dass jemand einfach eine "Suits"- Szene bei dem Pornoportal hochgeladen hatte - geschenkt.

Am 8. November ließ Harry den Kensington Palast verlautbaren: Die Presse solle bitte schön des Prinzen Girlfriend in Ruhe lassen. Er kritisierte, wie rassistisch und sexistisch sie angegangen werde. "Es geht um ihre Sicherheit", hieß es, und der Prinz war enttäuscht, "sie nicht richtig beschützen zu können".

Die auf das Königshaus spezialisierte Reporterin Katie Nicholl fand das albern. "Jeder gute Journalist wird jeden Stein umdrehen", sagte sie im Radio. "Wenn Harry will, dass die Journalisten abrücken, sollte er der Presse einfach das geben, was sie will: ein Interview und ein gemeinsames Foto." Vier Monate später gab es dann eins: die beiden, küssend am Strand von Montego Bay, Jamaika, bei einer Hochzeitsfeier von Prinz Harrys Schulfreund. Das Pikante: Nur 100 Kilometer vom Strand entfernt hatte Markle selbst sechs Jahre zuvor ihren damaligen Freund geheiratet. 2014 ließen sie und der Fernsehproduzent sich scheiden.

Momentan sollen Harry und Meghan noch eine Fernbeziehung führen. Es gibt Gerüchte, dass sie bald nach London ziehen will, wenn sie die neue Staffel von "Suits" abgedreht hat. Bei den Wettbüros soll es 8 : 11 stehen, dass Harry 2018 heiratet. Im Wettladen in Mayfair blinken die Automaten, ansonsten ist er leer. Die Mitarbeiter hatten Wetten angenommen, wie das erste Kind von Prinz William heißen sollte, aber bislang keine über Harrys Heirat - auch wenn der Mitarbeiter sagt, er habe Meghan Markle schon lange vor Prinz Harry entdeckt.

Bei all den Vergleichen weckt Meghan Markle eher Erinnerungen an Prinzessin Diana

Ganz so einfach ist es auch nicht, dass die beiden heiraten. Wenn ein Royal in der Thronlinie eine geschiedene Person heiraten will, muss er eine Erlaubnis der Hoheit bekommen, also von Queen Elizabeth. Rebecca Probert, Juraprofessorin an der Universität Warwick, hat über die königlichen Ehegesetze ein Buch geschrieben. Sie sagt, es sei unklar, ob Harry aus der Thronfolge ausscheide und auch, ob er in der Church of England heiraten könne. Die Priester der Church of England seien nicht verpflichtet, Geschiedene erneut zu vermählen. Momentan rangiert Harry auf Platz fünf der Thronfolge, hinter Charles, William und dessen beiden Kindern. Unwahrscheinlich also, dass Harry König wird und es ein neues Mrs-Simpson-Szenario gibt.

Bei all den Vergleichen weckt Meghan Markle eher Erinnerungen an Prinzessin Diana. Nicht nur, weil beide als Mode-Ikonen gelten. Als Elfjährige schrieb Markle an die damalige First Lady der USA, Hillary Clinton, und an "Procter & Gamble" einen Beschwerdebrief, weil sie eine Spülmittelwerbung sexistisch fand. Die Firma änderte tatsächlich den Text von "Frauen in ganz Amerika kämpfen gegen schmierige Teller" zu "Menschen in ganz Amerika kämpfen gegen schmierige Teller".

2015 sprach sie bei den Vereinten Nationen über Gleichberechtigung. Sie schrieb Artikel gegen die Tabuisierung der Menstruation in Ländern wie Indien, die die Bildungschancen von Mädchen beeinträchtige. Auf ihrem Blog "The Tig" finden sich Sinnsprüche, Rezepte und Tipps, wie man eine spontane Gastgeberin sein kann (immer eine Flasche Prosecco im Kühlschrank haben). Wenn sie beschreibt, wie schwer es sei, Hollywoodglitzer und Dritte Welt zu vereinen, tendieren ihre Botschaften in Richtung volkstümliche Rührbröckchen für Modebloggerinnen. Aber: Sie engagiert sich. Das scheint neuerdings zu Harry zu passen, der sein Image als charmanter Berufsjugendlicher ab legt, der seine Fürze anzündet und morgens trotzdem Großtanten die Hand schütteln kann. Stattdessen macht der Prinz Charity-Arbeit für Kriegsveteranen und Aidswaisen.

Vor dem Mahiki, Prinz Harrys ehemaligen Stammclub im reichen Londoner Stadtteil Mayfair, treten schöne Frauen in kurzen Kleidern auf der Stelle. Zwei Paparazzi vergleichen ihre Schnappschüsse von einem C-Promi, bevor sie auf ihren Motorrollern wegrasen. Anstatt in seinem alten Revier zu feiern, wurden Harry und Markle im Musical gesehen. Für die Presse wieder ein Zeichen, dass der Prinz sich nach Ruhe sehnt. Markle schweigt zu ihrer Beziehung. Stattdessen postet sie kryptische Bilder von zwei kuschelnden Bananen. Sie trägt ein Goldkettchen mit den Initialien H und M. Ihrem Hund Guy zieht sie einen Union-Jack-Pullover an. Und die wichtigste Regel der Etikette beherrscht sie auch schon: Nie etwas erklären und niemals jammern. Never explain, never complain.


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