Was macht eigentlich... Richard "Mörtel" Lugner


Der österreichische Bauunternehmer mischt mit seinen Gästen aus dem internationalen Showbiz jedes Jahr den Wiener Opernball auf.

Zur Person:

Neben seiner Baumfirma (daher "Mörtel") verwaltet der 72-jährige Lugner ein Garagennetz und Stiftungen. Bekannt wurde er als Selbstdarsteller. So lässt er jährlich für den Opernball teure Stars einfliegen. Außerdem wird er samt vierter Ehefrau Mausi und Tochter Jacque-line in der Realityshow "Die Lugners" beim täglichen Leben gefilmt. Mitunter unternahm er auch Ausflüge in die Politik. 1998 bewarb er sich um das Amt des Bundespräsidenten und fuhr 9,9 Prozent der Stimmen ein.

Das Interview mit Richard "Mörtel" Lugner führte Christoph Wirtz

Sophia Loren, Claudia Cardinale, die Herzogin von York - Herr Lugner, wer war als Opernballbegleitung Ihr größter Erfolg?

Ah geh, solche Kaliber klassifiziern S' doch net. Die warn alle sensationell! Jedes Jahr heißt's: Heuer wird dem Mörtel sein Gast ausgestochen. Einer will die Britney Spears bringen, ein anderer die Liz Taylor. Die Madonna soll schon seit Jahren kommen. Aber nix is! Zum Schluss kommen die Stars immer zu mir. In Hollywood kennt man den Mörtel eben.

Dies Jahr haben Sie Geri Halliwell eingeladen. Kommt die denn auch?

Ich wollt Sie eigentlich am Vorabend im Jet in London abholen und mit ihr ausgehen, aber sie hat Angst gehabt, dass ich ihr die Unschuld raube. Jetzt schaun mer, was passiert. Für den Notfall ist eine Oscar-Preisträgerin in Reserve.

Die Organisatoren scheinen nicht immer begeistert. Madeleine Albright soll ihren Besuch Ihretwegen geheim gehalten haben.

Von wegen! Die wollte zu uns in die Loge kommen, aber der Bodyguard von der Pamela Anderson hat sie net hineingelassen.

Also kein Degradieren vom Staatsgewalze?

Natürlich net. Schaun S', es wird zum Beispiel immer geschrieben, ich hätte die Dolly Buster zum Ball eingeladen. Des stimmt ja net! Die war bei der Eröffnung von meinem Sexshop. Da hat sie auch ganz fabelhaft ausgeschaut.

Ihrer Frau scheint's auf dem Ball nicht so gut zu gefallen.

Mausi tanzt halt net so arg gern. Und wenn sie dann neben der Jacqueline Bisset in die zweite Reihe treten muss, gfallt ihr des net.

Im Internet gibt es schon Unterstützerkreise: endlich einen Begleiter für Mausi.

Sie will immer den George Clooney. Wir hätten uns heuer auch mit dem Harald Schumacher, oder wie der Bruder von dem Michael heißt, anfreunden können. Aber der will net. Er hat eh genug Termine und so a Ball, der dauert lang, und da muss man sich anziehen und rasieren und so was, und da hat er ka Lust.

Und Sie haben keine Lust mehr auf Ihre TV-Soap "Die Lugners". Dabei sind Sie doch der Austro-Osbourne.

Wir machen da nur noch Specials, sonst wird des fad. Weihnachten bei Lugners oder der Opernball oder die Lugners auf Bananenernte in Costa Rica. Oder ich soll Honorarkonsul von Nicaragua werden, oder wir fahrn nach Iran. Iran wär schon deswegen interessant, weil die Mausi da verschleiert gehn müsst.

Kümmern Sie sich nicht ein bissl wenig ums Geschäft? Voriges Jahr sind Sie scharf am Konkurs vorbeigeschrammt ...

Wichtig is, das es kein Konkurs war! Die Mausi wollte ja nur noch beim H & M einkaufen, und meine Tochter, die Jacqueline, hat das Taschengeld verweigert. Aber jetzt geht's wieder besser. Grad bau ich mein Kinocenter - mit Liegesitzen!

Die Häme war beachtlich: "Schrulliger Zausel", "Wurschtel oder bunter Hund weniger ..."

Schaun S', das seh ich gelassen. Von den 100 reichsten Österreichern kenn ich 80, und für 60 hab ich gebaut. Ich referier vor Wirtschaftsstudenten, hab den Sitz der Opec um- und für Hundertwasser gebaut. Der Rest ist PR mit Bauernschläue.

Ein Grauen müssen Sie aber bitte erklären: Sie lieben Austern mit Ketchup.

Bittschön, des is köstlich. Ich mag den Austerngeschmack halt net so. Und außerdem is das gut für die Potenz. Ich war schließlich einer der ersten Österreicher, die Viagra getestet haben.

Und?

Na ja. Es gibt was Besseres: "Mörtels Potenzwein".

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