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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Bei Micaela Schäfer gibt's kalte Platte

Dschungelcamp-Nudistin Micaela hat Nacktverbot, Michelle erklärt, warum sie noch nie Liebeskummer hatte - und Brigitte Nielsen nennt ihren Gastgeber Lügner. Der satirische Wochenrückblick.

Von Stefan Mielchen

Eigentlich ist ja erst am Aschermittwoch alles vorbei. Doch im spaßbefreiten Aschaffenburg wurde das Ende der Tollen Tage kurzerhand vorverlegt: Dort hat das Ordnungsamt der Ex-Dschungelkandidatin Micaela Schäfer untersagt, ihren neuen Beruf als Nackt-DJane ordnungsgemäß auszuüben. Ihre Üppigkeit war diese Woche als "La Mica" für eine After-Work-Party engagiert, doch statt heißer Rhythmen gab's eher kalte Platten. Auflegen durfte das Busenwunder zwar, doch nur vor volljährigen Gästen.

Anfassen war auch nicht: "Der Veranstalter hat dafür Sorge zu tragen, dass sich Besucher der DJane nicht unsittlich nähern können oder sie unsittlich berühren können", hieß es in den Auflagen - eine Art Hausverbot für Camp-Kumpan Ailton. Der wäre ohnehin nicht gekommen, denn zu allem Überfluss war den Partyfreunden das "Andeuten oder Nachahmen geschlechtlicher Aktivitäten" ebenfalls untersagt.

"So kann ich nicht arbeiten!", beschwerte sich Micaela, der während ihres musikalischen Schäferstündchens laut "Bild"-Zeitung zwei Beamte auf die Finger und die Dinger schauten. "Die Anforderung ist erforderlich und angemessen, um zu verhindern, dass das seelische und geistige Wohl von Minderjährigen gefährdet wird", hieß es in der Begründung der Behörde. Wenn es danach geht, hätte das Dschungelcamp niemals gesendet werden dürfen.

Dessen Siegerin Brigitte Nielsen gefährdete unterdessen ihr geistiges Wohl auf dem Wiener Opernball, wo sie ihre Auslage in die Loge von Richard "Mörtel" Lugner quetschen musste. Obwohl ihr das durch ein sechsstelliges Sümmchen versüßt worden sein soll, herrschte bei der drallen Dänin offenbar gähnende Langeweile. Kein Wunder: "Es war das Gegenteil vom Dschungel", so Nielsen, der kaum ein Lächeln übers gestraffte Gesicht huschte. Zudem hatte der Baulöwe offenbar alles angekarrt, was an Katzis und Mausis bei drei nicht auf den Bäumen war. Roger Moore und Gattin mussten ebenfalls noch platziert werden - mehr ist eben mehr. "Ich habe mir drei Karten für den Ball am Schwarzmarkt besorgt", erklärte der 79-Jährige die drangvolle Enge. Und La Nielsen bekannte professionell: "Ich hatte Tränen in den Augen." Vor Begeisterung, versteht sich, nicht wegen drohender Thrombose. "Irre pflegeleicht" sei die 48-Jährige, behauptete wiederum Mörtel. "Sie ist der netteste Gast, den wir je hatten. Und sie spricht Deutsch!" Was bei Brigidde allerdings nur im Rahmen gewisser Möglichkeiten funktioniert. Ihren Gastgeber nannte sie konsequent "Herr Lügner".

"Ich bin alles - außer süß"

Die Wahrheit sprach in dieser Woche Schlagersängerin Michelle aus, die ihren 40. feierte und daher dringend mitteilen musste: "Ich bin alles - außer süß." Wer hätte das gedacht? Rein zufällig kommt in Kürze ihr neues Album "L'Amour" auf den Markt, weswegen das Geburtstagskind weitere Einblicke in sein Innenleben gewährte: "Ich bin ganz, ganz kompliziert in einer Beziehung", gab Michelle zu. Davon darf sich aktuell ein holländischer Feuerwehrmann namens Mike überzeugen, der zu den offiziellen Feierlichkeiten in Berlin allerdings nicht erschienen war und sich auch ansonsten in Acht nehmen sollte: "Ich bin immer diejenige, die verlässt. Dann gibt es auch keinen Liebeskummer bei mir", verriet Michelle der Münchner Abendzeitung. Wie praktisch! Wer Liebe lebt wird bekanntlich unsterblich sein ...

Alles außer süß wäre auch eine passende Umschreibung für Gesamtkunstwerk Harald Glööckler. Die Homeshopping-Legende ist mit Worten kaum zu fassen, so gewaltig ist der dazugehörige Sockenschuss. Nun aber hat sich der Designer via "Bunte" auf einen Zickenkrieg eingelassen, der nicht minder pompöös erscheint. Maite Kelly ist das Ziel der verbalen Giftpfeile, denn die ersetzt Glööckler ab März in der Jury von "Let's Dance". "Ich hab von anderen gehört und in Blogs gelesen, dass sie etwas abgehoben ist", erklärte der natürliche 46-Jährige, der wie kaum ein anderer das Prinzip Bodenständigkeit ausstrahlt. In seiner grenzenlosen Bescheidenheit zitierte das fleischgewordene Barockensemble Sängerin Cher, um die Nachfolgeregelung zu kommentieren: "Follow me, bitches, do it better if you can!" Einmal in Fahrt, setzte der gebürtige Baden-Württemberger noch eins drauf: "Ich glaube, Herrn Glööckler kann man nicht ersetzen", sagte Herr Glööckler über sich selbst. "Man kann es nur anders gut machen." Also dann, Harald: Mach's gut!

War sonst noch was? Na klar: Der Herzog und die Herzogin von Cambridge haben es zu Beginn ihrer Ehe nicht gerade leicht: Er muss als Soldat auf die fernen Falkland-Inseln, sie hütet das Haus im walisischen Pwllfanogl Llanfairpwll auf der Insel Anglesey. Damit Kate und William in den kommenden Monaten nicht zu sehr darben müssen, hatte Spielzeughersteller Mattel ein Einsehen: Das Paar gibt's künftig als Barbiepuppen zu kaufen! Für 120 Euro stehen die beiden ab April im Hochzeitsdress in den Regalen. Geschmeichelt fühlen darf sich William, der als adeliger Ken mit vergleichweise üppigem Haupthaar ausgestattet wurde. Kates Gesichtszüge hingegen wirken so, als sei sie auf einer Mischung aus Botox und Ecstasy. Als Platzhalter im leeren Ehebett taugen die Plastikroyals allerdings nur bedingt: Barbiepuppen lassen sich bekanntlich nicht aufblasen.

Von Stefan Mielchen