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High-Heels-Kurse: Stöckeln lernen leicht gemacht

Sarah Jessica Parker oder Eva Longoria bewegen sich selbst auf Zehn-Zentimeter-Absätzen elegant wie eine Gazelle. In London kann jetzt jede Frau lernen in schwindelerregender Höhe die Grazie zu bewahren.

Heidi Klum kann es, Carla Sarkozy auch. Sarah Jessica Parker liebt es, Angela Merkel weniger: das Gehen in Stöckelschuhen. Viele Frauen haben eine Armee von High Heels zu Hause stehen. Doch nach einem quälenden Einsatz zum festlichen Anlass verschwinden sie meist wieder in den Untiefen des Schrankes. Zu eng, zu hoch, zu unbequem, lautet das Urteil der Trägerin. Doch es ist Hilfe in Sicht: In London gibt es jetzt Kurse für einen perfekten Schritt in Pumps.

Vom Elefanten zur Gazelle in nur einer Unterrichtsstunde

Und so schreitet Sarah Toner gazellengleich in ihren zwölf Zentimeter hohen Stilettos mit Leopardenaufdruck durch ihr kleines Studio im Norden Londons. Vor ihr kreist eine Teilnehmerin wie ein Zirkuspferdchen in der Manege. "Kopf nach oben, Brust raus, Hüfte locker, Arme schwingen", so die Anweisung. Das A und O der grazilen Fortbewegung auf Absätzen ist die aufrechte Haltung, die Füße sollen leicht nach außen zeigen. Ein Fuß sollte stets mit einem leichten Kick vor den anderen schwingen. Vor lauter Konzentration stolziert Schülerin Paddy Evans jedoch etwas steif durch die Gegend.

Doch nach einer Stunde inklusive Stretching, Fußmassage und Haltungstraining fühlt sich Evans schon wesentlich femininer, "nicht mehr so hilflos", sagt die 45 Jahre alte Zahnärztin. Eine andere Stöckel-Schülerin erklärt: "Ich komme nicht aus einer Familie, in der einem solche Dinge gezeigt wurden. Es hat mir geholfen, wie eine elegante Frau und nicht wie Quasimodo auf Stöckelschuhen zu gehen." Um Gesundheitsprobleme am Fuß machen sich anscheinend die wenigsten Teilnehmerinnen Gedanken.

Auch der französische Präsident könnte ein Training gebrauchen

Vor allem junge Frauen kommen zu dem Training in luftiger Höhe, bevorzugt vor Anlässen wie einer Hochzeit. "Später, wenn Frauen Kinder haben, tragen sie wegen des vielen Rennens flache Schuhe", sagt Toner. Geschäftsfrauen seien besonders schwere Fälle, weil sie ihre Weiblichkeit in einer Männerwelt verstecken wollten und so zum Stampfen neigten.

Aber wer glaubt, nur Frauen kämpfen mit Höhen-Problemen, der irrt. Auch Anfragen von Männern trudelten für die "Fabulous in High Heels"-Klasse ein, sagt Sarah Toner. "Das sind vor allem Transvestiten. Aber es wäre toll, wenn der französische Präsident Nicolas Sarkozy mal vorbei kommt. Der trägt ja auch ganz gerne Absätze."

Annette Reuther/DPA / DPA