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Tom Ford: Sein Leben nach Gucci

Er war der bedeutendste Designer der 90er Jahre, jetzt will er Hollywoods größter Filmemacher werden - Tom Ford ist kein Mann fürs Mittelmaß. Nach zehn Jahren Gucci zieht er Bilanz.

Es gibt Momente im Showbiz, die sind für die Ewigkeit bestimmt. September 1995, MTV Music Awards in Los Angeles: Madonna tritt vor die Kameras und nimmt ihren Preis für das beste Video entgegen. Sie trägt eine hautenge, bis zum Bauchnabel aufgeknöpfte Satinbluse, sexy Hüfthosen aus Samt und schwarze Lackpumps mit einer auffälligen Schnalle. Nach ihrem Outfit gefragt, antwortet sie lediglich: "Gucci, Gucci, Gucci!"

So kehrte ein schon totgeglaubtes italienisches Traditionsunternehmen ins Leben zurück. Und in aller Welt fragte man sich: "Wer zum Teufel ist Tom Ford?"

Ein Texaner. Einer, der noch nicht einmal einen Abschluss in Modedesign besitzt. Einer, der in die Branche kam, sah und siegte. Er verwandelte Gucci - einst Jet-Set-Label der Sechziger und Siebziger, dann zur billigen Flughafenmarke verkommen - in das Luxus-Label der Neunziger. Keiner hat Sex und Glamour in seinen Kollektionen so provokant genutzt wie Tom Ford. Keiner hat die Stars so vorteilhaft in Szene gesetzt. Und keiner hatte damit einen so durchschlagenden wirtschaftlichen Erfolg.

Im vergangenen Herbst überraschte Tom Ford mit der Mitteilung, dass er und sein Partner Domenico de Sole den französischen Luxuskonzern Pinault-Printemps-Redoute (PPR) verlassen würden. Ford war dort seit Ende der Neunziger Designchef über Gucci und Yves Saint Laurent. Doch Konzernboss François Pinault, klagte der Amerikaner, hätte in einer Weise Einfluss auf seine Arbeit nehmen wollen, die nicht akzeptabel gewesen sei. Mit zwei überwältigenden Shows im Frühjahr dieses Jahres gab er seinen Abschied bei Gucci und Yves Saint Laurent.

Ein halbes Jahr später empfängt Tom Ford, 43, den stern in Los Angeles exakt so, wie der Designer sein Publikum in Mailand und Paris zurückgelassen hatte: dunkles Gucci-Samtjackett, das weiße Hemd weit aufgeknöpft, in der Hand einen Wodka Tonic. Sein Haus in Bel Air ist ein von Richard Neutra in den Sechzigern entworfenes Schmuckstück. Glas, Holz, Stahl, puristisch konstruiert und bis ins letzte Detail durchgestylt. Nichts ist hier dem Zufall überlassen. Schwarze Möbel, weiße Blumen, auf dem Couchtisch ein einziges Buch: 400 Seiten Tom Ford.

Mister Ford, erzählen Sie uns aus Ihrem Leben nach Gucci. Was haben Sie getan, seit Sie im April Ihr Londoner Büro geräumt haben?

Ehrlich gesagt: viel zu viel. Ich hatte keinen einzigen Tag frei. Ich bin nach L.A. zurückgekehrt, habe ein Büro gemietet, Assistenten eingestellt, bei der Künstleragentur CAA unterzeichnet, Drehbücher gelesen, dieses Buch zusammengestellt, mein Haus in London verkauft, gemeinsam mit Tadao Ando ein neues Haus entworfen...

Moment mal, hatten Sie nicht vor, sich auf Ihre Ranch in Santa Fe zurückzuziehen und ein paar Monate einfach nur zu reiten?

Ja, das stimmt. Ich habe es versucht, aber es hat nicht funktioniert. Ich habe mich selbst komplett ausgebucht, weil ich gemerkt habe, dass ich mich noch nicht entspannen kann. Inzwischen fühle ich mich so weit, aber vorher musste ich einen Haken hinter ein Kapitel meines Lebens machen und gleichzeitig herausfinden, wie es für mich weitergeht.

Und da haben Sie kurzerhand Ihr Lebenswerk in ein Buch gepackt. Ist das Kapitel "Modedesigner" damit abgeschlossen?

Was Gucci und Yves Saint Laurent betrifft, auf jeden Fall. Vergangenheit. Abgeschlossen. Kapitel beendet. Das heißt aber nicht, dass ich nicht irgendwann auch wieder Mode entwerfen werde. Aber die Gucci-Jahre sind definitiv vorüber.

Noch kurz vor Ihrem Ausstieg bei PPR hatten Sie gesagt, dass Sie sich ein Leben ohne ihre geliebte Arbeit nicht vorstellen könnten. Was haben Sie bei Ihrem Abschied empfunden?

Was glauben Sie wohl? Es war schrecklich! Ich wollte nicht gehen! Ich hatte 14 Jahre dort verbracht und jeden einzelnen meiner Mitarbeiter persönlich eingestellt. Es war wie eine Scheidung nach einer langen Ehe, nein, schlimmer noch: Es war wie sterben. Aber keine Sorge, es geht mir besser. Vielleicht noch ein halbes Jahr, und ich bin drüber weg.

Haben Sie das Gefühl, mit Ihren letzten Shows für Gucci und YSL alles gesagt zu haben?

Wissen Sie, was Gucci betrifft, fing ich sogar an, mich ein wenig zu langweilen. Ich war dort mehr als zehn Jahre Designchef, und hätte ungern begonnen, mich in meiner Arbeit zu wiederholen. Bei Yves Saint Laurent hingegen waren wir noch am Anfang. Ich bin sehr stolz, was wir mit der Marke in vier Jahren geschafft haben, aber das war längst nicht alles, was ich damit vorhatte. Ich wollte YSL imagemäßig nach vorne bringen - das ist gelungen. Aber ich wollte auch, dass es wirtschaftlich erfolgreich ist. Nur: Dazu hätte Mr Saint Laurent selbst kooperativer sein müssen.

Sie haben sich nicht gerade gemocht, oder?

Es tut mir leid, das so drastisch sagen zu müssen, aber Mr Saint Laurent hat sich verhalten wie ein Arschloch. Ich habe immer wieder versucht, mit ihm klarzu- kommen. Es ist wirklich bedauerlich, dass wir nie zusammengefunden haben, denn ich halte ihn für einen sehr talentierten Modemacher. Alles, was ich wollte, war, seiner Marke ein wenig vom Glanz der alten Tage zurückzugeben. Aber Mr Saint Laurent ist ein verbitterter alter Mann, für den es Zeit wird abzutreten.

Doch das war ja nicht der Grund, warum Sie das Unternehmen verlassen haben. Können Sie uns erklären, was Tom Ford und Gucci getrennt hat?

Leider nicht, denn beide Seiten haben sich verpflichtet, nicht öffentlich darüber zu sprechen. Nur so viel: Domenico und ich waren sicher, dass wir sehr viel besser wissen, was für unsere Marken notwendig und gut ist, als die Führungsetage von PPR. Man wollte massiv Einfluss nehmen auf unsere Entscheidungen.

Und das konnte der Kontrollfreak Tom Ford nicht verkraften?

Kontrollfreak, bäh, wie ich dieses Wort hasse! Tausendmal habe ich das schon gehört: "Tom Ford ist kontrollsüchtig, er muss immer alles alleine entscheiden." Warum auch nicht? Das ist mein Job. Es steht mein Name darunter, "designed by Tom Ford". Natürlich sage ich da, wie die Dinge zu laufen haben. Das ist schließlich keine Demokratie. Du engagierst talentierte Leute, du hörst dir an, welche Ideen sie haben, und am Ende entscheidest du.

Anna Wintour, Chefredakteurin der US- "Vogue", hat im Vorwort Ihres Buches verraten, dass Sie in Ihrem Perfektionsdrang sogar so weit gegangen sind, auf Gala- diners das Gemüse farblich auf die Tischdeko abzustimmen.

Ja, und hätte ich ein wenig mehr Kontrolle gehabt, hätte es am Ende noch besser ausgesehen, das können Sie mir glauben! Lachen Sie nicht, solche Dinge sind wichtig. Sie haben da diesen perfekten, komplett weißen Raum. Weiße Wände, weiße Teller, weiße Tischdeko, weiße Blumen -Ê und dann serviert der Koch schlammig gelben Kartoffelbrei? Unmöglich, das kann ich nicht zulassen. Und wissen Sie, warum? Weil es das ist, was man von Designern erwartet. Wir verkaufen eine perfekte Welt. Eine Welt, in der unsere Kunden nicht nachdenken müssen, weil bereits an alles gedacht ist. Wir haben es arrangiert, vorgekostet, uns alles angesehen, und wenn dann die Fotografen kommen, deren Bilder um die Welt gehen, wird alles hundertprozentig zusammenpassen.

Tom Ford eingeschlossen. Sehen Sie eigentlich immer so blendend aus?

Nein, nur wenn der stern kommt und Fotos von mir machen will.

Mal ernsthaft: Erlauben Sie sich niemals Nachlässigkeiten?

Wenn ich reite oder wandere, dann bin ich staubig, schmutzig und stinke wie jeder andere Mensch auch. Es stimmt aber: In der Öffentlichkeit kontrolliere ich mein Image sehr. Sie werden kein Foto von mir finden, auf dem ich mein linkes Profil zeige und erst recht keines, auf dem ich lache. Ich weiß, wie ich mich vorteilhaft in Szene setze, aber glauben Sie mir, es gibt noch andere Facetten von Tom Ford.

Sie haben in der Vergangenheit immer betont, dass die Marke Gucci untrennbar mit Ihrer Person verbunden ist.

Das stimmt, denn was ist schon eine Marke ohne die entsprechende Persönlichkeit dahinter? Nur ein Stapel Kleider. Was unterscheidet eine schwarze Gucci-Hose von einer schwarzen Valentino-Hose oder von einer, die Donatella Versace entwirft? Nicht viel, das wissen wir alle. Es geht immer mehr darum, welches Image der Designer selbst mit einbringt. Alle großen Marken, sind von Einzelpersonen aufgebaut worden: Chanel, Yves Saint Laurent, Versace, Armani

Haben Sie sich schon Stücke aus den neuen Kollektionen angesehen?

Nein, und ich werde es auch nicht tun. Ich mache gerade eine Mode-Diät, ich habe Mode vorläufig aus meinem Leben gestrichen. Ich lese nichts, ich gucke mir nichts im Internet an, und ich werde nicht nach Paris oder Mailand reisen, um mir die Schauen anzusehen. Um Gottes willen! Das wäre ja so, als würde ich meine Ex-Frau dabei beobachten, wie sie es mit ihrem neuen Lover treibt. So masochistisch bin ich nun auch wieder nicht.

Man hat Sie wie alle anderen Designer schnell in eine Schublade gesteckt. Neben Miuccia Prada, der Intelligenten, Yves Saint Laurent, dem Feinsinnigen, und Alexander McQueen, dem Unkonventionellen, war Tom Ford immer der mit den sexy Klamotten. Haben Sie je versucht, dieses Image zu ändern?

Ja, aber es hat nicht funktioniert. Alle Teile aus der Gucci-Kollektion, die ein wenig in andere Richtungen gingen, blieben Ladenhüter. Es ist ziemlich anstrengend, immer sexy zu sein, glauben Sie mir. Es setzt einen verdammt unter Druck.

Aber offensichtlich ist es Ihnen dennoch gelungen. Wie haben Sie das geschafft?

Ich liebe Frauen. Ich sehe doch, was sie beschäftigt, was sie sich wünschen und wie sie aussehen wollen. Ihre Brüste sollen nicht hängen, ihre Hintern nicht fett aussehen, ihre Hüften schmal wirken. Für Männer gilt im Grunde das Gleiche: Ich will auch nicht dick wirken, nicht klein, nicht unproportioniert. Sondern sexy.

Sie leben seit 18 Jahren mit Ihrem Freund Richard Buckley zusammen. Haben Homosexuelle ein ganz besonderes Verhältnis zur Mode?

Möglicherweise, aber wissen Sie, ich denke von mir selbst nichts als Homosexuellen. Ich lebe mit einem Mann zusammen, richtig, aber ich hatte auch genügend Freundinnen, und in meinem privaten Umfeld umgebe ich mich fast nur mit heterosexuellen Männern und Paaren. Ich kann diesem ganzen Homo- und Hetero-Gerede sowieso nicht folgen. Ich fühle mich irgendwie mittendrin.

Für wie bedeutend halten Sie sich selbst?

Keine Ahnung, ehrlich. Wir leben in einer Gesellschaft, die ständig versucht, allem ein superlatives Attribut zu geben. "Der größte Film aller Zeiten", das "wichtigste Album des letzten Jahrzehnts", der "größte Designer der letzten Dekade" - was heißt das schon? Manche Maler haben zu Lebzeiten ihre Rechnungen nicht bezahlen können, und heute werden ihre Werke zu Millionenpreisen gehandelt. Allein die Zeit wird zeigen, wie wichtig oder einflussreich ich für die Modewelt war.

Die Macht der Mode nimmt zuweilen perverse Dimensionen an. Am Tag, als in New York die Twin Towers zusammenbrachen, waren Sie dort, um eine Yves-Saint-Laurent- Boutique zu eröffnen. Natürlich wurde das verschoben, aber auf dem Anrufbeantworter des Ladens waren am nächsten Tag 42 aufgebrachte Kundinnen, die sich nach ihren vorbestellten Klamotten erkundigten...

Das stimmt, und Sie können mir glauben, dass mich das zutiefst beschämt hat. Der Mann einer engen Freundin von mir saß im "Windows of the World"-Restaurant, als die Flugzeuge hineinrasten, und wir haben den Tag damit verbracht, ihr beizustehen und die Dinge zu tun, die getan werden mussten. Sie musste einen Rasierer abgeben wegen des biologischen Materials, und ach, es war furchtbar ... Auf der anderen Seite bin ich froh, dass ich an diesem Tag in New York war, denn nie wieder habe ich so eine enge Verbundenheit zwischen den Menschen gespürt. Wir gingen später noch im Central Park spazieren, und alle Leute blickten sich in die Augen. Niemand hat gesprochen, es fuhren keine Autos, die Stadt war total still. Es war schrecklich und zugleich faszinierend. Eine unbeschreibliche Stimmung.

Wie würden Sie die aktuelle politische Stimmung in den USA beschreiben?

Es ist so traurig. Ich bin stolz darauf, ein Amerikaner zu sein, aber gleichzeitig schäme ich mich dafür, wie die derzeitige Regierung mit den Grundsätzen unserer Demokratie umgeht. Was Amerika einmal für mich ausgemacht hat - die Meinungsfreiheit, die Möglichkeit, egal wer du bist, egal woher du kommst, egal woran du glaubst, in Amerika ein Zuhause zu finden -, ist unter Bush ins Wanken geraten. Es gab Zeiten, da waren wir die moralischen Führer der Welt. Das haben wir definitiv verloren. Ich will den 11. September nicht trivialisieren, aber damals hatten wir die Zuneigung der ganzen Welt. Diese haben wir verspielt. Jetzt steht Amerika so isoliert da wie nie zuvor.

Als Jugendlicher hatten Sie es sehr eilig, aus der texanischen Provinz zu fliehen. Jetzt bezeichnen Sie Ihre Ranch in New Mexico als Ihr Zuhause. Kehren Sie zu Ihren Wurzeln zurück?

In gewisser Weise schon. Meine Häuser in L.A. und London sind natürlich auch mein Zuhause. Dahin gehe ich, wenn ich unter Menschen sein will. Aber in Santa Fe möchte ich mal sterben. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich hoffe nicht, dass ich bald aus dieser Welt scheide, aber ich plane immer in die Zukunft. Deshalb auch das Projekt mit Tadao Ando. Wir entwerfen das Haus, in dem ich alt werden möchte und kann. Sehen Sie, hier in L.A. bin ich umgeben von Menschen, die in der Blüte ihrer Jahre große Pläne geschmiedet haben, die Visionen hatten und voller Tatendrang waren. Jetzt werden diese Menschen alt und kommen in ihren Designhäusern nicht mehr die Treppe hoch.

Sie designen etwas Rollstuhlfreundliches?

Ja. Es wird einen Fahrstuhl geben, und wenn es mal so weit ist, auch Rampen für den Rollstuhl. Ich möchte dieses Haus nie mehr verlassen müssen, und wenn, dann nur, um nebenan in mein Mausoleum getragen zu werden.

Das Sie selbstverständlich auch schon entworfen haben.

Genau. Inklusive einem schönen Sarg. Haben Sie jemals versucht, einen dezenten und dennoch optisch ansprechenden Sarg zu finden? Gibt es nicht. Auch dafür habe ich vorgesorgt. Der Friedhof wird an einer Stelle entstehen, wo wir zurzeit oft campen. Es ist ein sehr stiller, schöner Ort. Ich möchte, dass alle, die mir im Leben etwas bedeutet haben, hier ihre letzte Ruhe finden können. Und John soll der Erste sein.

John?

Ja, mein Hund. Richard und ihm habe ich das Buch gewidmet. Er starb vor zwei Jahren. Jetzt gibt es einen Nachfolger: Angus.

Was ist mit John passiert? Sie haben ihn doch hoffentlich nicht...ausgestopft?

Nein, wir haben ihn auf Eis gelegt. Er liegt in meinem Safe. Sorry, das klingt makaber, aber John war ein Familienmitglied. Er muss definitiv in unser Mausoleum.

Lassen Sie uns wieder über die Lebenden reden. Noch bevor Sie Anfang der Neunziger Ihren Job bei Gucci antraten, haben Sie Richard prophezeit: "In zehn Jahren bin ich Millionär und zeige eine Show in Europa, die Ralph Lauren beerben wird." Und tatsächlich, genauso ist es geschehen. Sehen Sie die nächsten zehn Jahre genauso deutlich vor sich?

Ich hoffe, dass ich dann auf eine erfolgreiche Filmkarriere zurückblicken kann und wenigstens einen Film pro Jahr herausbringe. Ich hoffe, dass ich dann immer noch mit Richard zusammen sein werde und Angus auch noch bei uns ist.

Das von Ihnen einmal als "ultimatives Designprojekt" bezeichnete Filmgeschäft steht als Nächstes auf ihrer Liste?

Definitiv. Es gibt drei Projekte, die ich ganz konkret verfolge.

Robert Downey Jr. hat gesagt, er würde in jedem Tom-Ford-Film mitspielen, weil er sicher sein könnte, dass Sie ihn gut aussehen lassen.

Oh, das ist nett von ihm, aber das ist genau, worum es mir nicht geht. Ich habe Tonnen von Drehbüchern angeboten bekommen, in denen es um Mode, Models und die Beautyindustrie geht. Ich bin ein Blockbustertyp, aber diese Themen interessieren mich nicht per se. Menschen einfach nur schön aussehen zu lassen ist nicht mein Anliegen. Nehmen Sie beispielsweise den Film "Monster" mit Charlize Theron. Niemand sah darin schön aus, und doch war er wunderschön aufgenommen. Jedes Bild, jede Einstellung, jede Perspektive war interessant. Das Gleiche bei Sofia Coppolas "Lost in Translation". Mir geht es um neue visuelle Formen. Ich muss etwas mit Substanz schaffen, etwas Bedeutendes, was für sich selbst spricht.

Und wenn es nicht klappt?

Dann habe ich es wenigstens versucht. Ich will nicht eines Tages aufwachen und mir vorwerfen, dass ich es nicht probiert habe. Funktioniert es: großartig. Wenn nicht: dann eben was anderes. Früher wollte ich Schauspieler werden - das war eine einzige Katastrophe. Dann Architekt - ging auch daneben. Egal. Für mich wird es immer weitergehen.

Mareile Grimm / print