HOME

"Big Little Lies": Ärger mit Touristen: Serienfans verunstalten kalifornische Küstenregion

Die kalifornische Küstenregion hat zwei Dinge: viel Geld und ein Tourismusproblem. Denn spätestens seit dem Erfolg der HBO-Serie "Big Little Lies" ist der Besucherstrom aus dem Ruder gelaufen. Und die Fans hinterlassen nicht nur Plastikmüll…

Big Little Lies

Shailene Woodley, Reese Witherspoon und Nicole Kidman in "Big Little Lies"

Dass die Sache mit dem Tourismus ein zweischneidiges Schwert ist, wissen wir schon länger. Auf der einen Seite bringt es den Urlaubsregionen viel Geld und schafft Arbeitsplätze und auf der anderen Seite ist der Touristenstrom, wenn er dann einmal angefangen hat, nur schwer wieder aufzuhalten. Schaut man sich beispielsweise Sylt an, ist es beinahe schwer zu glauben, dass die Insel im Norden Deutschlands vor etwa 60 Jahren noch nicht zum Großteil aus Ferienwohnungen bestand und von neureichen Münchnern in Pelzmänteln bepilgert wurde. 

Ein ähnliches Problem sucht jetzt die Küstenregion Big Sur im US-Bundesstaat Kalifornien heim. Die etwa 100 Kilometer lange Küstenlinie war schon immer beliebt und besonders die Bixby Creek Bridge ein gern genommener Fotospot, aber spätestens seit Erscheinen der HBO-Serie "Big Little Lies", die in der kalifornischen Küstenstadt Monterey spielt, scheint die ganze Sache mit dem Tourismus etwas aus dem Ruder gelaufen zu sein.

"Big Little Lies"-Fans in Big Sur: Autoschlangen von bis zu drei Kilometern

So hängten Anwohner erst vor Kurzem ein riesiges Banner an die Bixby Creek Bridge, auf dem in Großbuchstaben "ÜBERTOURISMUS TÖTET BIG SUR" zu lesen war. Und auch wenn das Banner schnell wieder abgehängt wurde, zeigt es auf, mit welchen Problemen Einheimische zur Zeit zu kämpfen haben. So sollen Touristen, die auf das perfekte Foto der Brücke hoffen, teilweise in bis zu drei Kilometer langen Autoschlangen darauf warten, endlich auf den klitzekleinen Parkplatz am Aussichtspunkt fahren zu können. 

Dort angekommen sollen sie nicht nur die Flora und Fauna ausrupfen, um hübsche Fotos mit Blumen zu machen, sondern sogar – und jetzt kommt's – einfach so in die Gegend kacken, da es rund um die Brücke keine öffentlichen Toiletten gebe.

Dave Potter, ehemaliger Bezirksaufseher der Region, sagte gegenüber "The Mercury News", einer lokalen Zeitung, das Notfalltelefon der Brücke werde teilweise genutzt, um Pizzabestellungen zu machen, oder Tische in Restaurants zu reservieren.

"Campe nur dort, wo es erlaubt ist"

Inzwischen gibt es sogar eine Website namens "Big Sur Pledge", die Besuchern einfache Benimmregeln für ihren Ausflug nach Big Sur beibringen soll. Auch eine dazugehörige Instagram-Seite namens "Big Sur Educates" wurde eingerichtet. Die Wünsche sollten eigentlich selbstverständlich sein. So heißt es da beispielsweise: "Hinterlasse keine Spuren, mache nichts kaputt und nimm nichts mit, was nicht dir gehört" oder "Campe nur dort, wo es erlaubt ist."

Manchmal möchte man sich doch einfach mit der flachen Hand gegen die Stirn schlagen und laut "MENSCHEN!" brüllen, oder?

jgs