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Historischer Fund: Deutsches Kriegsschiff vor der Küste Norwegens entdeckt

Zweihundert Mann Besatzung ließen an Bord der "Rio de Janeiro" ihr Leben - nun wurde das deutsche Kriegsschiff aus dem Zweiten Weltkrieg wiederentdeckt. Sechs Jahre lang hatten Hobby-Taucher nach dem Wrack gesucht.

183 Matrosen überlebten den Angriff auf die "Rio de Janeiro" und wurden von den Bewohnern von Lillesand und Høvag versorgt

183 Matrosen überlebten den Angriff auf die "Rio de Janeiro" und wurden von den Bewohnern von Lillesand und Høvag versorgt

Vor der norwegischen Südküste ist das Wrack des deutschen Schiffs "Rio de Janeiro" gefunden worden. Das Dampfschiff wurde am 8. April 1940 von einem polnischen U-Boot vor Lillesand versenkt. Wie der Reichsantiquar (Chef der norwegischen Denkmalschutzbehörde) am Dienstag mitteilte, wurde das Wrack in 135 Metern Tiefe entdeckt. Das Schiff war Teil der sogenannten Operation "Weserübung" und mit Soldaten und Torpedos für den Einmarsch in Norwegen beladen.

Bei dem Angriff kamen 200 Mann Besatzung ums Leben, 183 überlebten und wurden von den Bewohnern von Lillesand und Høvag versorgt. Die ahnten damals nicht, dass Norwegen nur einen Tag später von den Nazis attackiert werden sollte.

Schiffslaterne zuerst geborgen

Sechs Jahre lang suchten Hobby-Taucher nach dem Wrack. Nachdem die Schiffslaterne, in die eine Seriennummer gestanzt ist, geborgen wurde, waren sie sicher, die "Rio de Janeiro" gefunden zu haben. Nun suchen sie nach der Schiffsglocke, die der Kommune Lillesand übergeben werden soll. Geborgen wird das Schiff nicht.

"Wir möchten, dass das Wrack als Grabstätte für die Umgekommenen erhalten bleibt", sagte Reichsantiquar Ivar Nesse-Aarrestad dem norwegischen Rundfunk NRK. Dass das Wrack zum Anziehungspunkt für andere Taucher werde, fürchte er nicht. "Das Schiff liegt so tief und es ist schwer für Leute, so weit hinunterzukommen."

amt / DPA