Mehr als 30 Menschen wurden dort und bei anderen Unfällen zudem teils schwer verletzt, wie die Polizeibehörden in beiden Bundesländern meldeten. Im nordwestlichen Niedersachsen galten Unwetterwarnungen des Wetterdiensts wegen gefrierenden Regens. Die Polizei in Osnabrück meldete in einer ersten Bilanz mehr als 300 Glätteunfälle und nannte die Lage "nahezu katastrophal". Die Polizei in Cloppenburg registrierte mehr als 100 Unfälle.
In Osnabrück riefen die Beamten Menschen dazu auf, möglichst zu Hause zu bleiben. Straßen sowie Fuß- und Radwege seien spiegelglatt, die Lage sehr gefährlich. "Fahrzeuge verlieren unkontrolliert die Haftung, selbst bei geringer Geschwindigkeit", hieß es. Die Polizei in Cloppenburg stufte die Situation in ihrem Zuständigkeitsbereich als "kritisch" ein. In mehreren Landkreisen in Niedersachsen fiel wegen der Witterungslage die Schule aus.
Auf der A44 bei von Paderborn ereigneten sich 18 Unfälle, wie die Polizei in Bielefeld mitteilte. Zwei endeten demnach tödlich. Im Bereich zwischen Marsberg und Lichtenau kollidierte ein Lieferwagen mit einem mit Papier beladenen Sattelzug, der in Brand geriet. Der Lieferwagenfahrer starb.
Zudem ereignete sich den Angaben zufolge ein weiterer Glätteunfall mit zwei Toten, als ein Lastwagen auf einen anderen Lkw auffuhr. Die Insassen des hinteren Fahrzeugs starben. In einer ersten Polizeimeldung war von einem Lastwagen und einem Auto die Rede, später wurde dies korrigiert.
Elf weitere Menschen wurden bei der Unfallserie leicht verletzt. Der betroffene Autobahnabschnitt war stundenlang in beiden Richtungen gesperrt, es bildeten sich lange Staus. Die Polizei richtete ein Hinweistelefon für Zeugen und Unfallbeteiligte ein, um einen besseren Überblick zu erlangen.
Bei den mehr als 300 Unfällen im Bereich der Polizeidirektion Osnabrück, der vom Emsland bis zum Teutoburger Wald reicht, wurden nach einer ersten Bilanz ein Mensch schwer und 16 weitere leicht verletzt. Unter anderem standen vielerorts Lastwagen quer, auch Autobahnen waren betroffen. Die Polizei in Cloppenburg meldete für ihren Bereich fünf Leicht- und einen Schwerverletzten. Es gab zudem Probleme mit liegengebliebenen Fahrzeugen.
Im Kreis Steinfurt im nördlichen Nordrhein-Westfalen gab es allein bis zum Vormittag bereits mehr als 60 Unfälle, wie die dortige Polizei mitteilte. In vier Fällen wurden Menschen leicht verletzt. Eine Bahnstrecke zwischen Rheine und Salzbergen musste demnach zeitweise gesperrt werden, weil ein Streufahrzeug in eine Böschung rutschte und auf die Gleise zu geraten drohte.
Nach Angaben von Polizei und Deutschen Wetterdienst sollte sich die Lage ab Freitagmittag zunächst allmählich entspannen, Unwetterwarnungen wurden wieder aufgehoben. Laut Wetterdienst droht in der Nacht zu Samstag an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und dem westlichen Niedersachsen aber erneut unwetterartige Glätte durch Regen, der auf kaltem Boden gefriert. Regional war auch andernorts mit Glatteis und leichtem Schnee zu rechnen.