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Massenproteste im Jemen: Saleh kündigt Rückzug "unter gewissen Bedingungen" an

Die Proteste in Jemen zeigen Wirkung: Hunderttausende demonstrierten heute erneut gegen die Regierung im Land. Jemens Regierungschef Ali Abdullah Saleh deutet in einer TV-Ansprache seinen Rückzug an. Unter "gewissen Bedingungen".

Angesichts erneuter Massenproteste im Jemen hat Präsident Ali Abdullah Saleh versucht, seine Kritiker zu besänftigen. Um ein weiteres Blutvergießen zu verhindern, sei er unter gewissen Bedingungen zu einem Rücktritt bereit, erklärte Saleh am Freitag in einer Fernsehansprache. "Wir wollen keine Macht", sagte der autokratische Staatschef. "Aber wir müssen die Macht in sichere Hände übergeben, nicht in kranke, aufgebrachte oder korrupte Hände."

In der Hauptstadt Sanaa versammelten sich zehntausende Regierungsgegner. Sie hatten zu einem "Tag des Abgangs" nach den Freitagsgebeten aufgerufen, um Saleh zu einem sofortigen Rücktritt zu bewegen. Bei einer ähnlichen Kundgebung vor einer Woche waren 52 Menschen getötet worden. Vermutlich wurden sie von Scharfschützen in Zivilkleidung erschossen. Danach hatte sich eine Reihe führender Generäle, Diplomaten und Stammesanführer von der Regierung losgesagt.

"Die Regierung kann sich nicht einfach ihren Weg aus der Krise schießen", sagte Philip Luther, stellvertretender Amnesty-International-Direktor für Nahost. "Ob in Uniform oder in Zivil, die Sicherheitskräfte müssen sofort daran gehindert werden, mit scharfer Munition gegen unbewaffnete Demonstranten vorzugehen.

In Sanaa versammelten sich auch Tausende Saleh-Anhänger zu einem "Freitag der Toleranz". Einige von ihnen trugen Waffen und schwenkten traditionelle jemenitische Dolche. Auf Bannern war zu lesen: "Nein zum Chaos, Ja zu Sicherheit und Stabilität."

Unter dem Druck der seit rund sechs Wochen anhaltenden Proteste hatte Saleh zwar zuletzt Zugeständnisse in Aussicht gestellt, die der Opposition aber nicht weit genug gingen. Die USA und das benachbarte Saudi-Arabien hatten sich besorgt gezeigt, dass bei einem Rückzug Salehs ein Machtvakuum entstehen könnte, das die im Land aktive Extremisten-Gruppe Al-Kaida weiter stärken könnte.

liri/Reuters / Reuters
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