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Krieg im Jemen: Arabische Allianz fliegt weiter Luftangriffe

Die Arabische Militärallianz hat nach kurzer Pause die Luftangriffe auf die Huthi-Rebellen im Jemen fortgesetzt. Dutzende Menschen sollen bei den Bombardements in der Stadt Taes getötet worden sein.

Unser Bild zeigt eine heftige Explosion nach Luftangriffen auf eine von Huthi-Rebellen gehaltene Militärbasis in der Hauptstadt Sanaa.

Unser Bild zeigt eine heftige Explosion nach Luftangriffen auf eine von Huthi-Rebellen gehaltene Militärbasis in der Hauptstadt Sanaa.

Nur Stunden nach der Ankündigung eines Stopps ihrer Luftangriffe im Jemen hat die arabische Militärkoalition am Mittwoch erneut Stellungen der Huthi-Rebellen bombardiert. Bei der Bombardierung von Zielen in Taes seien "Dutzende getötet und verletzt worden", sagte ein Armeesprecher der Koalition. Offenbar als Geste des guten Willens ließen die Rebellen mehrere Gefangene aus den Reihen der Regierung frei, wie aus Vermittlerkreisen verlautete. Die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz hatte am Dienstagabend verkündet, die Luftangriffe würden nach knapp vier Wochen eingestellt. Sie hatte sich aber vorbehalten, im Falle verdächtiger Bewegungen der Rebellen auch weiterhin Luftangriffe zu fliegen. Nach der Einnahme eines wichtigen Armeehauptquartiers in der südwestlichen Stadt Taes durch die Huthis hätten die jemenitische Regierung und der geflohene Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi um die Bombardierung gebeten, sagte ein Sprecher der Koalition.

Seeblockade wird aufrecht erhalten

Die Kampfjets der Koalition nahmen den Angaben zufolge auch eine Versammlung der Rebellen und ihrer Verbündeten nahe dem zentralen Gefängnis von Taes ins Visier. Auch die Seeblockade gegen den Jemen werde weiter aufrecht erhalten, sagte der Sprecher. Die Militärallianz hatte zuvor erklärt, ihr Einsatz würde nach dem Ende der Luftangriffe nun in eine politische Phase übergehen, bei der "der Terrorismus bekämpft" werden solle. Die USA und der Iran hatten die Entscheidung begrüßt.

Auch Jemens früherer Präsident Ali Abdullah Saleh, der den Rebellen nahesteht, begrüßte die Ankündigung. Das "hoffentlich endgültige Ende" der Intervention eröffne eine neue Möglichkeit, den Frieden durch Dialog wiederherzustellen, schrieb Saleh auf Facebook. Das Zurückgreifen auf "Zwang, Gewalt und Blutvergießen" bezeichnete der 2012 gestürzte Saleh als "verlorene Wette", die "falsch und kostspielig" sei.

Rebellen lassen Gefangene frei

In einer von Beobachtern als Geste des guten Willens bezeichneten Aktion ließen die Rebellen am Mittwoch in der Hauptstadt Sanaa den jemenitischen Verteidigungsminister Mahmud al-Subeihi, einen Bruder von Präsident Hadi und einen Armeegeneral frei. Präsident Hadis Bruder Nasser Mansur Hadi ist Vize-Geheimdienstchef dreier Provinzen im Südjemen. Die Männer waren am 25. März im Süden des Landes von den Huthi gefangen worden und nun wieder auf freiem Fuß, sagte eine mit den Friedensverhandlungen vertraute Quelle.

Die arabische Koalition flog seit dem 26. März nach eigenen Angaben mehr als 2000 Angriffe auf die Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten in der Armee. Diese liefern sich seit Wochen heftige Kämpfe mit Hadis Truppen. Der Präsident war im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die südliche Hafenstadt Aden geflohen. Als die Rebellen Mitte März auf Aden vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat das Königreich um militärische Hilfe.

Fawaz al-Haidari/AFP / AFP