Neben Deutschland sagten beim Treffen der Nato-Außenminister Norwegen, Polen, die Niederlande und Kanada weitere Millionen für den Kauf von US-Waffen für die Ukraine zu. So sollen rund eine Milliarde Dollar investiert werden, unter anderem in den Kauf von Patriot-Lenkflugkörpern für die ukrainische Luftabwehr.
Mit der Priorisierten Anforderungsliste für die Ukraine (Purl) kaufen Nato-Mitglieder Waffen aus den USA für die Ukraine. Deutschland hatte nach der Einrichtung des Purl-Mechanismus' im Oktober bereits ein Waffenpaket in Höhe von 500 Millionen Dollar finanziert. Die darin enthaltenen Rüstungsgüter basieren auf einer geheimen Liste ukrainischer Anforderungen.
Wadephul kündigte an, dass Deutschland zusätzlich zu den 200 Millionen Dollar 25 Millionen Euro in einen Nato-Fonds einzahlen werde, damit "die ukrainischen Soldatinnen und Soldaten gerade jetzt, bei Eis und Schnee an der Front, mit der nötigen Winterausrüstung ausgestattet und medizinisch ausreichend versorgt sind".
Nato-Generalsekretär Mark Rutte sprach angesichts der neuen Ankündigungen von "großartigen Nachrichten". Er sei "vorsichtig optimistisch", dass die Nato-Partner bis Ende des Jahres Zusagen in Höhe von fünf Milliarden Dollar im Rahmen des Purl-Mechanismus machen werden, sagte Rutte. Für 2026 seien "um die 15" Milliarden notwendig, "vielleicht ein bisschen mehr".
Neben der weiteren Unterstützung der Ukraine berieten die Außenminister in Brüssel auch über die Bemühungen der USA um ein Ende des Ukraine-Kriegs. Dazu tauschten sie sich mit dem ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha aus. US-Außenminister Marco Rubio hatte in einem durchaus ungewöhnlichen Schritt seine Teilnahme an dem Nato-Treffen abgesagt.
Am Dienstag hatten sich die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner mit Kreml-Chef Wladimir Putin getroffen, um über die Grundlage für Friedensverhandlungen zu diskutieren. Nach Kreml-Angaben konnte dabei kein Durchbruch erzielt werden. Aus Kiew hieß es, Witkoff und Kushner könnten nach den Gesprächen in Moskau eine ukrainische Delegation in Brüssel treffen.
Am Mittwoch schien dies aber nicht mehr wahrscheinlich: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb im Onlinedienst X lediglich, der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerow werde in Brüssel Gespräche mit den "nationalen Sicherheitsberatern europäischer Staats- und Regierungschefs" führen. Nach ihren Gesprächen in Brüssel würden Umerow und der ukrainische Generalstabschef Andrij Gnatow dann mit der Vorbereitung eines weiteren Treffens mit den US-Gesandten in den USA beginnen. Der ukrainische Außenminiser Sybiha sagte, Umerow treffe sich mit Vertretern der sogenannten E3-Staaten: Deutschland, Großbritannien und Frankreich.
Ein Sprecher der Bundesregierung teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, der außenpolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Sautter, sei "wie stets" in die Gespräche über einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine involviert. Details zu den Gesprächen wollte der Sprecher nicht nennen.
Sautter hatte Deutschland bereits bei den Gesprächen in Genf repräsentiert, bei denen Vertreter der Ukraine, der USA und europäischer Staaten über den von US-Präsident Donald Trump vorgelegten Plan zur Beendigung der Ukraine-Kriegs beraten hatten.