Er werde bei einer Bestätigung im Amt "Ungarn als Insel der Sicherheit und Ruhe in einer so chaotischen Welt bewahren", kündigte Orban an. Zudem forderte er die Ukraine auf, ihre "Angriffe" auf Ungarn zu beenden. Der Regierungschef wirft Kiew vor, eine wichtige Pipeline zu blockieren, die russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn transportiert.
Oppositionsführer Magyar wiederum beschuldigte in seiner Ansprache vor seinen Anhängern den Regierungschef, die Freiheit Ungarns einschränken zu wollen. Dies geschehe, indem Orban "russische Agenten einlade", sich "in die Wahlen einzumischen". Zuvor hatten Medien über eine verdeckte russische Kampagne in Onlinenetzwerken berichtet, mit der Orban gestärkt und die Opposition geschwächt werden solle.
Magyar wirf Orban seit längerem vor, sich mit Hilfe Moskaus und des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der Macht halten zu wollen. Zudem beschuldigt er die Regierung Orban, Milliarden Euro veruntreut zu haben und zivile Freiheiten zu beschneiden.
Orban gilt als Russland-nah, er strebt bei den Parlamentswahlen am 12. April eine fünfte Amtszeit an. Der 62-Jährige versuchte wiederholt, seinen Hauptkonkurrenten Magyar als "Marionette" der EU und des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyjs darzustellen. Zudem warf er seinem Konkurrenten vor, er wolle Ungarn in den Krieg mit Russland hineinziehen.
"Wir werden keine ukrainische Kolonie sein", stand auf einem Banner, das in der ersten Reihe der Pro-Orban-Demonstration unter dem Motto "Friedensmarsch" hochgehalten wurde. "Überall in der Welt gibt es Unruhen, und hier, in unserem kleinen Land, wollen wir den Frieden bewahren, Ruhe und Sicherheit. Und Viktor Orban garantiert uns das", sagte die 60-jährige Sandorne Pista, die aus dem südungarischen Pécs nach Budapest angereist war.
Auf der Kundgebung der Opposition sagte dagegen die Kommunikationsmanagerin Noemi Kiss, die Anschuldigungen gegen Magyar und seine Partei seien "nur leere Worte". Das Regierungslager versuche "von den skandalösen Zuständen im öffentlichen Leben abzulenken", fügte die 28-Jährige hinzu. Angeführt wurde der Demonstrationszug der Opposition von Reitern in Husarenuniformen.
Am 12. April wählen die Menschen in Ungarn ein neues Parlament. Der seit 2010 regierende rechtsnationalistische Ministerpräsident Orban steht massiv unter Druck, da seine Fidesz-Partei in Umfragen seit Monaten hinter der Partei von Magyar liegt. Zuletzt rückte Orban verbale Angriffe auf den ukrainischen Präsidenten Selenskyj in den Mittelpunkt seines Wahlkampfs.
Die Beziehungen zwischen Budapest und Kiew sind seit langem angespannt. Zuletzt verschärften sich die Spannungen, nachdem die Druschba-Pipeline nach ukrainischen Angaben im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt und deshalb vorübergehend stillgelegt worden war. Ungarn und die Slowakei, die russisches Öl durch die Pipeline erhalten, beschuldigen Kiew, Reparaturen an der Leitung zu verzögern.
Mit Verweis auf die fehlenden Druschba-Öllieferungen blockiert Orban derzeit sowohl ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro als auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland. In der vergangenen Woche verschärfte sich der Ton zwischen Orban und Selenskyj weiter, als Ungarn vorübergehend ukrainische Bankmitarbeiter festgenommen hatte, die Bargeld aus Österreich in die Ukraine transportierten.