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Zyperns größte Banken bis Donnerstag geschlossen

Die beiden größten zyprischen Banken, die Bank of Cyprus und die Laiki-Bank, bleiben noch bis Donnerstag geschlossen.

Die beiden größten zyprischen Banken, die Bank of Cyprus und die Laiki-Bank, bleiben noch bis Donnerstag geschlossen. Alle anderen Banken würden nach zehn Tagen wie geplant am Dienstag wieder öffnen, berichteten die staatlichen Medien am Abend. In der Nacht zu Montag war bei Beratungen mit den Finanzministern der Euro-Zone in Brüssel der Staatsbankrott der Mittelmeerinsel in letzter Minute abgewendet worden.

Am frühen Montagmorgen beschlossen die Finanzminister der Eurozone in Brüssel, dem Land Finanzhilfen von bis zu zehn Milliarden Euro zu gewähren. Zugleich soll Zyperns Bankensektor umstrukturiert werden, zudem ist ein Abschlag auf Bankguthaben von mehr als 100.000 Euro bei der Bank of Cyprus in Höhe von 30 Prozent vorgesehen.

Zypern beende nun eine "Phase der Ungewissheit und Unsicherheit für die Wirtschaft", sagte der zyprische Regierungssprecher Christos Stylianides im staatlichen Rundfunk. Staatschef Nikos Anastasiades zeigte sich mit der Einigung "zufrieden" und kündigte für den Abend eine Fernsehansprache an.

Die Milliardenhilfen sollen der Eurorettungsfonds ESM und der Internationale Währungsfonds (IWF) leisten. Im Gegenzug muss Zypern den Finanzsektor umbauen. Die zweitgrößte Bank, die Popular oder Laiki-Bank, soll zerschlagen werden. Faule Papiere werden in einer Bad Bank angesiedelt, die abgewickelt werden soll.

Die weiteren Guthaben sollen an die größte Bank des Landes, die Bank of Cyprus, überführt werden. Diese übernimmt von der Popular Bank auch neun Milliarden Euro Schulden bei der Europäischen Zentralbank. Anders als zuerst vorgesehen werden nun zyprische Kleinsparer von einer Zwangsabgabe verschont.

IWF-Chefin Christine Lagarde sprach von einem "vollständigen und glaubhaften Plan", um die wirtschaftlichen Probleme Zyperns anzugehen. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy drängte alle beteiligten Seiten zu einer raschen Umsetzung des Abkommens. Die Finanzmärkte reagierten positiv auf die Einigung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte das Hilfspaket "eine gerechte Verteilung der Lasten". Die Banken in Zypern würden nicht vom Steuerzahler gerettet, sondern müssten "sich selber retten". Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach vom "bestmöglichen Weg" für das Land aus der Krise.

Anders als in Zypern, wo das Parlament dem Rettungsplan nicht zustimmen muss und daher nicht stoppen kann, muss der Deutsche Bundestag zustimmen. Schäuble zeigte sich dahingehend "zuversichtlich". Die Entscheidung soll in der dritten Aprilwoche fallen. Eine Sondersitzung in der Osterpause dürfte es nicht geben.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier gab an, er halte eine Sondersitzung für nicht notwendig. Inhaltlich begrüßte Steinmeier das Verhandlungsergebnis. "Dieses Ergebnis hätte bereits vor einer Woche erzielt werden können", kritisierte er jedoch die Bundesregierung.

Die Unionsfraktion sprach von einem "guten" Ergebnis. Die FDP-Fraktion erklärte, es sei "marktwirtschaftlich und ordnungspolitisch weit besser" als das vorherige. Auch die Grünen im Bundestag befanden die Beschlüsse für grundsätzlich richtig. Generell ablehnend äußerte sich die Linksfraktion.

Indes ließ Russlands Präsident Wladimir Putin Bereitschaft signalisieren, eine "Umstrukturierung" eines im Jahr 2011 gewährten Kredits über 2,5 Milliarden Euro an Zypern zu prüfen. Das Land hofft auf eine Lockerung der Rückzahlungsmodalitäten für den Kredit.

AFP / AFP