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Kind und Karriere : Alleinerziehende Mutter verpasst Vorlesung - die rührende Antwort ihrer Professorin

Eine Studentin in den USA verpasst ihre Vorlesung, weil sie keinen Babysitter findet. Das Maß an Empathie und Unterstützung durch ihre Professorin wird vom Netz gefeiert. 

Von David Weinard

Morgan King und ihre Tochter Korbyn

Die Studentin und alleinerziehende Mutter freut sich, dass ihr und der kleinen Korbyn soviel Verständnis entgegen gebracht wird. 

Ein Kind alleine großzuziehen ist keine leichte Aufgabe. Noch schwieriger wird es, wenn man sich weiterhin um die eigene Bildung bemühen möchte, so wie die 21-jährige US-Studentin Morgan King. Tagsüber studiert sie und kümmert sich um ihr Kind, nachts kellnert sie, um ihre kleine Familie zu versorgen. Als sie eine für "Therapeutische Erholung" auslassen musste, um sich um ihre Tochter Korbyn zu kümmern, schrieb sie ihrer Professorin eine kurze Email, um ihr Fehlen zu entschuldigen. Die Antwort der Professorin geht weit über normales Verständnis für die Situation hinaus, und wird im Internet in kürzester Zeit zum Hit.

Ein nettes Wort zur rechten Zeit

In ihrer Antwort widmet sich ihre Professorin Sally B. Hunter erst dem offiziellen Teil, und erklärt detailliert, wie Morgan King ihre Hausarbeit noch online nachreichen kann. Danach jedoch wird es emotional. Die Professorin bittet die Studentin regelrecht, ihre kleine Tochter einfach zur nächsten Vorlesung mitzubringen.

Das alleine wäre ja schon verständnisvoll, immerhin ist die Professorin auch am Lehrstuhl für Kinder- und Familienforschung angestellt - aber sie geht noch einen Schritt weiter: Sie bietet der alleinerziehenden sogar an, ihre Tochter in der Vorlesung auf dem Arm zu halten - während sie unterrichtet. Abschließend will sie ihre Studentin einfach nur wissen lassen, dass sie ihr jede benötigte Hilfe zukommen lassen möchte. 

Alleinerziehend und alleingelassen

Mütter haben noch immer ein verdammt schweres Päckchen zu tragen. In den USA sind 45 Prozent der "Single-Moms" sogar auf Essensmarken angewiesen. Gerade in einem Land, in dem Bildung noch immer viel zu kostspielig und die Sozialsysteme eher bescheiden ausfallen, kann man sich vorstellen, wie schwer es einer Mutter mit Kind fallen muss, das Dreigespann aus Kind, Arbeit und Bildung zu balancieren. Seit 1960 hat sich die Zahl der alleinerziehenden Mütter in den Vereinigten Staaten verdreifacht, mittlerweile besteht jede vierte Familie dort aus Mutter mit Kind.

Morgan King war von der Reaktion ihrer Dozentin so ergriffen, dass sie ihre Antwort umgehend über ihren Twitter-Account teilte. Viele User waren von der Geschichte ebenfalls berührt, und teilten ihren Tweet inzwischen fast 6.000 mal. Die Professorin und ihre Studentin freuen sich über ihren neuerlichen Twitter-Ruhm, der Tweet wurde sogar zum Thema der nächsten Vorlesung.


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