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Putzroboter, Urlaub und Bücher: Diese Themen stehen in der Februar-Ausgabe der Nido

Oma im Anmarsch – wie wir uns aus der Bevormundung befreien | "Unser neues Leben mit einem Flüchtlings-Kind" | Insel-Urlaub à la Robinson Crusoe | Bücher, die Kinder stark und glücklich machen u.v.m.

Editorial Februar Foto

Liebe Leserinnen und Leser,

meine Schwiegermutter und ich sprachen lange nicht dieselbe Sprache. Ich verstand sie nicht, sie verstand mich nicht. Es war perfekt. Meine Schwiegermutter ist Französin. Oh, denkt man da und hat gleich Klischees im Kopf, von denen es in Deutschland besonders viele gibt, wenn es um Französinnen geht. Ja, sie kocht hervorragend. Und ja, am Ende gibt es immer Käse (den ich, als Spross der barbarischen Völker rechts des Rheins partout falsch schneide, aber das ist eine andere Geschichte).

Inzwischen sprechen wir dieselbe Sprache, nämlich ihre. Wir verstehen einander, haben aber nicht immer Verständnis füreinander: Ihre Kinder schliefen mit drei Monaten durch, selbstverständlich im eigenen Bett, und hatten formidable Tischmanieren, bevor sie laufen konnten. Meine nicht.

Wie schwer die Verständigung mit unseren eigenen und den angeheirateten Eltern oft fällt, beschreibt Marcus Jauer in seiner sehr persönlichen Titelgeschichte (Seite 24). "So bin ich eben", sagt seine Mutter schulterzuckend, als er daran verzweifelt, dass die beiden immer die gleichen traurigen Rollen spielen in einem Familiendrama, das da heißt: "Stell dir vor, du bist erwachsen und deine Eltern merken es nicht." Wie man Grenzen setzen kann und trotzdem miteinander im Gespräch bleibt, beschreibt Jauer auch. Meine Meinung ist: Ab etwa 60 ändert sich kein Mensch mehr grundlegend. Muss er auch nicht. Es liegt an uns, für Verständigung zu sorgen. Und wenn unsere Sprache nicht durchdringt, dann lernen wir eben eine neue. Viel Spaß beim Lesen! 

Die neue Ausgabe ist ab Freitag, 15. Februar, im Handel.