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Bildband "Wilde Mädchen": Pfeif drauf, was die anderen schön nennen – sei einfach du selbst!

"Das gehört sich nicht für Mädchen" ist ein Satz, den die Fotografin von "Wilde Mädchen" von ihren Eltern nie gehört hat. Und diese Tradition lebt sie auch mit ihren Töchtern.

Ein Mädchen mit einem Gesicht voller Sommersprossen strahlt mit nassem Haar in die Kamera

Haley H., 10 Jahre: "Ich finde, Mädchen sollte es viel wichtiger sein, wie sie sind, und nicht, wie sie aussehen. Meine Stärke beruht darauf, dass ich mich einfach nicht um das Urteil anderer kümmere. Pitschnasse Haare? Mir egal."

Mutproben, Selbstbewusstsein, Ungehorsam. Und dazu Schrammen, blaue Flecken und vielleicht mal ein gebrochener Arm – wer sich etwas traut, riskiert auch die ein oder andere Narbe. Kate T. Parker, Autorin und Fotografin des Bildbandes "Wilde Mädchen", ist so aufgewachsen. Mitte der 1970er Jahre kam sie als drittes Kind ihrer Eltern zur Welt, zwei Jungen waren ihr zuvorgekommen.

Mit ihnen wuchs Parker auf, spielte, genau wie sie, Fußball und hatte mit sieben Jahren nur ein Ziel: so zu sein wie ihre Brüder. Wie Parker in der Einleitung ihres Buches erzählt, gehörte dazu auch, sich die langen Haare abschneiden zu lassen. Die störten beim sowieso nur. Für ihre Eltern war das in Ordnung, auch wenn das damals in New Jersey nicht gerade der Mädchen-Mode entsprach.

Ein Mädchen sitzt in der untergehenden Sonne auf einem Ast

Was Mädchen stark macht? Wenn sie sich von niemandem erzählen lassen, wie sie zu sein haben.

Parker hat es geprägt, frei und ohne vorgefertigte Geschlechtsklischees aufzuwachsen. Einen Tomboy würde man sie heute wahrscheinlich nennen. Ein Mädchen, das macht, was es will, ohne sich um Genderstereotype zu scheren. Das gibt einem die Freiheit, in sich hineinzuhorchen, herauszufinden, was einen glücklich macht. Und was wirklich wertvoll ist. 

Ein Mädchen grinst mit dreckigem Gesicht in die Kamera

Mia, 9 Jahre: "Egal, ob ich Erste oder Letzte werde, alle klatschen."

Später begleitete die Fotografin das Aufwachsen ihrer eigenen Töchter mit der Kamera: beim Sport, in Urlauben, im Alltag. Die Aufnahmen, die ihr von den Mädchen und ihren Freundinnen am besten gefielen, waren die unverstellten – das hatte sich über einen langen Zeitraum herauskristallisiert. Parker erkannte darin die kreative Herausforderung, die Schönheit von Mädchen zu zeigen, die nicht in schicken Kleidern stecken. Die natürlich sind und stark, sich selbst vertrauen und nicht dem, was Beautyindustrie und Magazinwelten suggerieren. 

Ein Mädchen zeigt stolz seinen Arm in rotem Gips

Maddy, 7 Jahre: "Meine Oma hat mir das auf meinen Gips geschrieben, damit ich daran erinnere, mutig und stark zu sein. Aber das bin ich sowieso."

Eine Buchidee war geboren

Parker reiste quer durch die USA, um junge Frauen zu fotografieren. Ob allein beim Sport oder im Team mit ihren Freundinnen, ob beim Spiel, in der Natur oder mit eingegipstem Bein auf dem Sofa: Was alle verbindet, ist, das sie für das Brennen, was sie tun. Sie sind stark, selbstbewusst, kreativ, voller Leben und authentisch in ihren Gefühlen. Sie strahlen aus, was sie leben – und sie strahlen von innen.

Kate Parker: "Wilde Mädchen – Am schönsten sind wir, wenn wir niemandem gefallen wollen" erscheint am 26. Februar 2018 im mvg Verlag. 256 Seiten mit rund 200 Abbildungen, 16,99 Euro. Hier bestellbar.

Kate Parker: "Wilde Mädchen – Am schönsten sind wir, wenn wir niemandem gefallen wollen" erscheint am 26. Februar 2018 im mvg Verlag. 256 Seiten mit rund 200 Abbildungen, 16,99 Euro. Hier bestellbar.

Die Mädchen in Parkers Bildband sind zwischen 4 und 19 Jahren alt. Sie spielen Wasserball, tanzen Ballett, jagen Fußbällen hinterher oder lassen sich an einem heißen Sommertag von einem voll aufgedrehten Hydranten abkühlen. Der Spaß beim Sport oder beim Spielen mit den Freundinnen weckt Erinnerungen – eine große Sehnsucht: noch einmal Sommerferien haben!

Ein Mädchen sitzt auf einem Rollbrett und wird angeschoben

Aaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhh!!

Dieser Screenshot einer SMS von einer Neunjährigen an ihren toten Opa macht gerade auf Twitter die Runde


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