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Mode-Mama: Ein Leben in der Mom-Fit-Jeans oder: Was darf ich als Mama eigentlich tragen?

Mom-Fit: Wer kennt sie nicht, die karottige High-Waist-Jeans? Aber warum eigentlich Mom-Fit? Wird man obligatorisch nach der Geburt des ersten Kindes in diese Jeans gesteckt und nicht mehr rausgelassen? Wir klären über die Mom-Jeans auf und fragen uns: Was darf Mama eigentlich tragen?  

Von Maren Rosche

Mom-Fit: Ist diese Jeans nur etwas für Mütter?

Mom-Fit: Ist diese Jeans nur etwas für Mütter?

Montagmorgen 7.30 Uhr, Hamburg: wie jeden Morgen ein letzter Blick in den Spiegel. Lippenstift, Lieblingskleid und die halbhohen Boots. Mein Outfit für den Tag: Los geht's zur Kita. Und was fällt mir als erstes auf? Die Blicke der anderen Mamas.

Liegt es am Outfit oder hab ich vielleicht doch – wie so oft – das halbe Frühstück meiner Tochter am Kleid kleben? Kurzer Check: Verdreckt bin ich nicht. Trotzdem: Verunsichert bin doch irgendwie. Das Gefühl, nach der Geburt des ersten Kindes darf ich mich eigentlich nicht mehr schick machen und sollte nur noch in praktischen Jeans durch die Gegend rennen, drängt sich auf. Denn Mamas in Jeans scheinen nicht nur obligatorisch zu sein, es gibt sogar den passenden Jeansschnitt dazu. Die Mom-Fit!

Das Leben in der Mom-Jeans fristen

Die Mom-Jeans ist gerade so angesagt, dass auch Frauen, die keine Mütter sind, den Schnitt gerne tragen. Aber warum heißt gerade diese etwas karottige High-Waist-Jeans eigentlich Mom-Fit? Und macht der Name die Jeans zum obligatorischen Kleidungsstück für alle Mütter? Natürlich hab ich die Jeans für Mütter auch im Schrank. Weniger, weil ich denke, dass die Jeans etwas für Mütter ist, als das der Schnitt gerade sowieso angesagt ist.

Eine weitverbreitete Erklärung, warum die Mom-Fit nach Müttern benannt ist, ist die angeblich schmeichelnde Bundhöhe. Die soll alles verstecken, was nach der Geburt an überflüssigen Pfunden am Bauch hängen geblieben ist. Funktioniert bei mir schon mal nicht: Wenn ich meine Mom-Fit trage, verdreht mein Freund immer leicht die Augen und weißt mich darauf hin, dass seine Oma diese Jeans auch tragen würde. Von sexy Kurven in der Mom-Fit also keine Spur!

Und damit kommen wir auch zur noch weniger schmeichelnden Erklärung für den Namen der Mom-Jeans: eine Jeans für "ältere" Frauen, Mütter eben. Wer sich das auf der Zunge zergehen lässt, versteckt seine Mom-Jeans dann vielleicht doch eher ganz hinten im Schrank. Mütter können tragen, was sie wollen, aber wer trägt schon gerne eine Jeans, bei der die Modeindustrie suggeriert: "Du bist alt oder du bist eine Mutter oder du bist beides!" Wenn man Rihanna ist oder zum Kardashian-Klan gehört: kein Problem. Da rockt man auch in einer Mom-Fit. Aber als 34-jährige Normalo-Mutter denk ich mir: zum Teufel mit der Mom-Fit!

Eine Plädoyer für Mode-Freiheit unter Müttern

Ich mag Mode – auch als Mama. Und ich bin tolerant, was das angeht. Ich finde, dass jeder Mensch seinen eigenen Stil hat und den auch konsequent durchziehen darf. Und, wenn eine Frau sagt: Jeans und Shirt sind genau mein Ding und was anderes kommt nicht in meinen Kleiderschrank, finde ich das nur vernünftig. Aber gerade deshalb habe ich so gar keine Lust, von anderen Mamas schief angeguckt zu werden, weil ich Stiefel mit Leopardenmuster auf den Spielplatz trage oder mein neues Sommerkleid perfekt finde, um damit am Planschbecken abzuhängen.

Mütter sind oft viel zu streng zu sich und untereinander. Und das betrifft auch den eigenen Kleiderschrank. Wie oft ich schon von anderen Müttern Sätze gehört habe wie: "nach der Geburt nur noch Badeanzug." Oder: "Schöne Sachen kann ich nicht mehr tragen. Alles wird sofort dreckig."

Noch nie hat eine Mama zu mir gesagt: "Heute zieh ich mir mal was Schönes an, weil ich auf den Spielplatz gehe." Aber gerade, weil wir so oft mit unserem Selbstbewusstsein nach der Geburt zu knabbern haben, sollten wir uns viel öfter "schön machen". Frei machen davon, ob wir etwas als Mütter tragen können. Einfach etwas anziehen, was uns gefällt und ganz und gar nicht praktisch ist.

Und dabei gilt nicht: Mamis müssen immer perfekt sein, und wie aus dem Ei gepellt aussehen. Ganz sicher nicht! Wer wie ich ständig mit zwei verschiedene Socken beim Kindertanzen auftaucht oder neulich erst im Büro merkt, dass der eine Ohrring gar nicht zum anderen passt, ist sicherlich weit entfernt von perfekt.  Aber so what! Damit bin ich sicher nicht allein.

Trotzdem hält mich das nicht davon ab, mich an manchen Tagen für den Weg zum Supermarkt mit Buggy, Laufrad und Co. zumindest ein bisschen aufzubrezeln. Einfach, weil es sich manchmal gut anfühlt – neben Schnullern desinfizieren und "zehn kleine Zappelmänner" singen – auch mal etwas für sich zu tun.

Und wenn dabei die praktischen Jeans im Schrank etwas weiter hinten verschwinden, ist das auch nicht schlimm. Denn nur, weil es den Mom-Fit gibt, heißt das noch lange nicht, dass Mamas ihr Leben in einer Karottenhose fristen müssen.

Im neunten Monat: Pole-Dancerin tanzt mit Babybauch an der Stange
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?