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Ausgabe 12/2013-1/2014: Wochenende mit Kind – in Marrakesch

Für einen Ausflug nach Marokko ist ein Wochenende natürlich viel zu kurz. Aber es wäre zumindest mal ein Anfang, findet Familie Krau/Dreher, die gleich zwei Monate geblieben ist.

Familie Krau/Dreher
und Michel Dreher leben mit ihrer Tochter Liv (10 Monate) eigentlich in Berlin, verbrachten aber einige Zeit in Marrakesch.

Freitag
Sich durch die Altstadt treiben lassen, den Störchen beim Nestbau zusehen und eine Tasse Tee im eigenen Innenhof trinken.

15.00 Uhr Unterkunft
Viele Riads, also traditionelle marokkanische Häuser mit Innenhof, werden heute als Hotel genutzt. So auch das Riad Berbère (Zimmer ab 70 Euro). Überall laden Polster-Sitzecken zum Fläzen ein, in der Mitte des Hofs zwischen Orangen- und Bananenbäumen ist ein kleines Wasserbecken zur Erfrischung und das Zimmer „Süd“ hat eine eigene Terrasse. Im Innenhof des Riad el Arsat (Zimmer ab 70 Euro) vergisst man schnell, dass man sich mitten in der quirligen Altstadt aufhält. Der Garten gehört zu den größten, die es hier gibt. Mit eigenem Pool.

16.00 Uhr Zu den Nesthockern
Nach einem ersten Rundgang durch die Medina, so wird die Altstadt genannt, kann man an der Place des Ferblantiersden Kunsthandwerkern zugucken, wie sie die typisch marokkanischen Lampen aus Metall und Glas herstellen. Gleich um die Ecke steht der El-Badi-Palast, einst einer der schönsten der Stadt, heute noch eine sehenswerte Ruine. Unbedingt nach den Störchen Ausschau halten, die auf den Mauern nisten.

18.00 Uhr Dinner mit Ausblick
Das Grand Café de la Posteist der perfekte Ort, um Leute anzuschauen. Die alte Poststation befand sich in den Zwanzigerjahren noch vor den Toren der Stadt. Den Aperitif auf der Terrasse nehmen!

Samstag
Ein bisschen im Basar verloren gehen, in einer alten Koranschule entspannen und den Schlangenbeschwörern gut zureden.

10.00 Uhr Prunk am Morgen
Ins Dar Cherifa gehen wir zum Frühstücken. Die hohen Räume sind so fantastisch, dass sogar die Pancakes zur Nebensache werden.

12.00 Uhr Handeln und wandeln
Um im Wirrwarr der Souks nicht hektisch alles zu kaufen, was einem unter die Nase gehalten wird, empfehlen wir das Kif Kif. Dort gibt es Mitbringsel, die man ohne langes Handeln erstehen kann. Bunt bestickte Kinderkleider und Tischdecken aus einer Frauen-Kooperative findet man im Alnour, Schmuck im Kis. Der Laden hat ein eigenes Café, dort kann man sich mit einem frischen Saft stärken.

15.00 Uhr Auszeit am Grill
Hadji betreibt einen kleinen Imbiss ohne Namen schräg gegenüber vom Eingang des Hotels „La Sultana“. Seine Spezialität sind Kefta, gegrillte Fleischbällchen in konservierter Butter. Ein echter Geheimtipp! Einer unserer marokkanischen Freunde liebt diesen Stand. Ein bisschen Ruhe findet man in den Ménara-Gärten, die etwa 100 Hektar groß sind. In dem See in der Mitte des Parks lernten Soldaten früher das Schwimmen, damit sie sich auf dem Weg nach Andalusien im Falle eines Schiffbruchs retten konnten. Im Innenhof der Koranschule Medersa Ben Youssef gehen einem die Augen über vor all den unglaublichen Mosaiken, bunten Kacheln und kunstvoll verzierten Türen und Fenstern. Wie weit die marokkanischen Farben schon auf die Kinder gewirkt haben? Die Antwort gibt ein Mal-Workshop in der Stiftung Dar Bellarj.

18.00 Uhr Abendbrot im Chaos
Der Djemaa el Fna, einst der Platz der Geköpften, ist ein Muss! Wir kennen keinen Ort, an dem es so vieles gibt, das man sonst nur im Märchen findet: Schlangenbeschwörer, Prinzessinnen, Feuerspucker, Wahrsager und Boxer, die sich mit jedem anlegen, wenn sie vorher entsprechend bezahlt wurden. Es dampft und staubt, man kann aber gut essen. Den besten frischen Fisch bekommt man am Stand 14, am Stand 31 gibt es Lammwürstchen.

Sonntag
Nach einem Spaziergang in Yves Saint Laurents Garten im Töpferkurs austoben und Verspannungen wegmassieren lassen.

10.00 Uhr Buntes Treiben
Nach einem Tee im Café des Épices mitten im Gewürzbasar in den Jardin Majorelle fahren. Der ist zwar definitiv kein Geheimtipp, aber super mit Kindern und etwas, das man gesehen haben muss. Den Garten hat Yves Saint Laurent angelegt. Weil es dort so bunt ist, bekommt man sofort gute Laune. Noch bessere hat man nach einem Avocado-Shake und einem Besuch im kleinen Laden, der Saint Laurent alle Ehre macht.

13.00 Uhr Handarbeit
Für ein paar Tapas weiter ins Café Kechmarain der Neustadt, das ganz ohne Folklore auskommt. Ich bin Fotografin, daher gehe ich gern gleich um die Ecke in die Galerie 127, um mir dort die Arbeiten von spannenden Kollegen anzusehen. Wer im Anschluss selbst das Gefühl verspürt, kreativ zu werden, belegt mit der ganzen Familie einen Töpferkurs im Arterre.

15.30 Uhr Auslegungssache
In den Atlas Filmstudiosin Ouarzazate, etwa zwei Stunden außerhalb von Marrakesch, wurde „Lawrence von Arabien“ gedreht, „Babel“ mit Brad Pitt, und auch Asterix und Obelix sind vor Ort. Die Studiotour ist gerade für Kinder eine schöne Abwechslung vom üblichen Sightseeing.

Gegen die eigene Erschöpfung empfiehlt sich ein Besuch in den Bains de Marrakech.Vorschlag fürs Prozedere: Nach einem Bad in Rosmarin und Thymian im Hamam schwitzen und sich dann mit schwarzer Seife den Rücken bürsten lassen. Das Pendant für Kinder heißt Oasiria, ein Wasserpark. Wellness bedeutet hier, sich an der Cobra- und Rio-Loco-Rutsche auszutoben.

19.00 Uhr Abendbrot auf dem Dach
Der Speisesaal im Stylia erinnert an eine aufwendig dekorierte Moschee. Köstlich: Lamm in der Tajine mit Kreuzkümmel und Zitronen-Confit. Zum Sonnenuntergang ab aufs Dach der Terrasse des Épices und frisch Gegrilltes am Spieß bestellen. Und Orangensalat mit Zimt!