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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000091864 StechusKaktus

Jeder 11. Arbeitnehmer pflegt einen Angehörigen. Wofür ist so eine Aussage gut?

Jeder 5. über 60-jährige Arbeitnehmer pflegt einen Angehörigen. Durchschnittlich 13 Stunden/Woche

Was diese Statistik nicht sagt:
- was bedeutet in diesem Zusammenhang "pflegen"?
- Zählen Kinder darunter?
- Würden die betreuten Personen das ebenso sehen?
- Entfallen die 13 Stunden nur auf die Arbeitswoche?
- Wie hoch ist der Frauenanteil?

Einmal angenommen, die 13 Stunden entfallen ausschliesslich auf das Wochenende und allgemeine Arbeiten wie Kochen oder Putzen werden eingerechnet und ein Partner hilft mit. Wo wäre dann ein Problem? Oder die Notwendigkeit, den Arbeitgeber bezahlte Freizeit abzutrotzen?

Nicht falsch verstehen: es könnte eine Nachricht sein, auf die reagiert werden muss. Aber mit diesen Formulierungen drängt sich mir der Verdacht auf, hier wird nur mit Statistiken gespielt.
Wie seht ihr das?
Antworten (10)
Rentier_BV
Ich schätze, die Nachricht ist völlig aus dem Zusammenhang gerissen, hat dadurch ihre beabsichtigte Wirkung verfehlt.
Es ist zumindest die verstümmelnde Wirkung von unsachgemäßen Verkürzungen der Presse Agenturen erkennbar.

Außerdem wäre die Nachricht nur vollständig und Aussage kräftig, wenn dazu Vergleichsdaten aus markanten Vergangenheits Epochen genannt würden.
wokk
Ein Arbeitnehmer, Arbeitsloser, Rentner oder eine sonstige Person über 60 Jahre hat wahrscheinlich noch Eltern. Das ist heutzutage nichts Ungewöhnliches mehr.
Beispiel aus unserer Familie: Schwimu ist 92 Jahre alt und hat schwer Alz.
Man kann sie nicht mehr alleine lassen. Aber die entsprechenden Einrichtungen platzen aus allen Nähten. So muss sie also weiterhin in der Familie bleiben.
Jederzeit kann sie irgend etwas anstellen, was für Gesunde grotesk ist!
Da bedeutet Pflegen - alles für sie und an ihr zu tun. Vom Aufstehen bis zum Schlafen gehen. Nicht nur waschen und kochen, sondern auch aufpassen. Welche Arbeit fällt da unter Pflege? Ein Unterschied kann da nicht gemacht werden.
Natürlich kommt jetzt der Einwand, wofür karitative Einrichtungen da sind. Nun ja die kommen morgens zum Waschen und Anziehen. Das Frühstück sollte da aber schon vorbei sein.
Die Schwimu sieht das dagegen ganz anders. Sie braucht keine Hilfe, alle sind bösartig und hinterlistig!

Da zählt niemand mehr, ob es sich hierbei um eine Arbeitswoche handelt.
Es muss auch manchmal um Mitternacht sein, wenn sie aufgestanden ist und (warum nicht auch mal nackt) in den Garten gehen möchte. Deine Nachtruhe ist futsch - vorbei - abgehakt. Jetzt nur noch ein wenig warten, dann ist die normale Aufstehzeit da und man geht zur Arbeit!
Da kann man keinen Unterschied machen, ob es die Frau oder der Mann tut, weil man als Gemeinschaft, Familie darin eingebunden ist.
So ist das System heutzutage.
Alle haben zwar Mitleid. Keiner kann dir in dieser Situation helfen.
So und wer hat jetzt am Meisten gelitten?
Musca
Liebe Stechus, wieder mal ein interessanter Beitrag von Dir.
Fakt ist, die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird weiter ansteigen, bedingt durch höhere Lebenserwartung und gleichzeitigem Rückgang der Geburtenzahlen.
Leider nimmt die Qualität der Pflegedienste oder Altersheime nicht in gleichem Maß zu, im Gegenteil, diese Institutionen sind völlig überfordert und unterbezahlt.
Und / oder sie sind so teuer, daß sich ein Normalverdiener diesen Service einfach nicht leisten kann.
Ein alter Mensch, welcher sein ganzes Arbeitsleben seinen Beitrag zu unserer Gesellschaft geleistet hat, sollte einen Anspruch auf menschenwürdige Pflege haben
Ob das Putzen, Kochen oder Windeln wechseln ist, was spielt das für eine Rolle? Wie kommst Du darauf, dass sich die Betreuung von Pflegebedürftigen auf das Wochenende beschränkt ?
Für mich ist die Hauptaussage solcher Statistiken, dass der Staat in einer elementaren Aufgabe bisher versagt hat, auf gesellschaftliche Veränderungen nicht reagiert hat.
Die Zeiten, als Mutti noch zu hause am Herd stand, erst die Kinder, stets den Mann und später dann die Oma versorgt und gepflegt hatte, sind lange vorbei. Ist auch gut so !
Daher sehe ich es als Pflicht des Staates, Menschen welche ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten auch in Notzeiten beizustehen.
Das kann sich äussern in einer angemessenen Pflegestruktur durch externe Hilfe oder durch angemessene Unterstützung bei innerfamiliärer Pflegeleistung.
DerDoofe
Jeder 11. Arbeitnehmer pflegt einen Angehörigen.

Jeder 5. über 60-jährige Arbeitnehmer pflegt einen Angehörigen.

?
StechusKaktus
@musca: Findest du denn, dass alte Menschen, die nicht so nützlich für die Gesellschaft waren, keine menschenwürdige Pflege erhalten sollen? Das hätte ich aber nicht von dir gedacht.
;-)
Musca
tja Stechus, was zählt ist Leistung. Volkswirtschaftliches Denken ist nun mal das Credo.
Bevor wir jetzt in sentimentale Abgründe heruntertauchen, gibt es natürlich auch für die Schwachen dieser Gesellschaft eine humane Lösung: SOYLENT GREEN. Dieses nährstoffreiche Produkt ist wiederum zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Stützen unserer Gesellschaft nützlich, somit leisten auch die Schwachen einen sinnvollen Beitrag.

Bevor jetzt irgend ein Schwachkopf meinen Beitrag ernst nimmt, das war Satire !!!
wokk
Ich habe zuerst einmal nachgeschaut, ob der account von Musca gehackt wurde . . . so wie der von Dorfdepp, der ja auch wieder in alter Pracht zurück ist!
StechusKaktus
Lieber Musca, das war auch nur eine kleine Retourkutsche auf von dir bewusst herbeigefügte Missverständnisse in der Vergangenheit. Du siehst also, wie schnell man fehlinterpretiert wird, sobald sich der Leser nur einen kleinen Ausschnitt einer Aussage herauspickt und skandalisiert.
So wie es die Presse auch häufig macht und weswegen der Vorwurf der "Lügenpresse" zwar aus der falschen Ecke kommt aber von der Sache einen wahren Kern hat.
elfigy
Eine so extrem verkürzte Statistik ist zu gar nichts nütze. Es gibt sicher aufgeschlüsselte Statistiken, die man im Internet leicht finden kann, wenn man sich dafür interessiert.
Falls das so in irgend einem Bericht stand, dann ist das schlechter Journalismus. Man nichts damit begründen.
Musca
Liebe Stachus, mir ist nicht klar, wann ich "bewusst herbeigefügte Missverständnisse" hier verbreitet haben sollte. Über Beispiele würde ich mich freuen. Schon allein deshalb, um dieses in Zukunft zu unterlassen. Ungeachtet dessen finde ich die Auseinandersetzung mit Dir , trotz elementarer Unterschiede in politischer und sozialer Hinsicht, sehr angenehm, sachlich und oberhalb der Gürtellinie. Du bist eine der wenigen Personen hier, für die es sich lohnt, an diesem Irrsinn hier weiter teilzunehmen.